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Fachbereich Informationswissenschaften an der FH Potsdam

Symposium „Verantwortung der Informationswissenschaften“

Podiumsdiskussion u.a. mit Michael Gorman (2.v.re.) (EUCLID Tagung, 31.7.2003, im alten Hörsaal 2 der FHP)

Liebe langjährige Wegbegleiter, Freunde und „Ehemalige“,

da ich nicht in die Organisation des Symposiums involviert bin, möchte ich auf diesem Wege (ggf. redundant, sorry) Euch und Sie auch persönlich einladen zu der Veranstaltung, die der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam zu meiner Verabschiedung aus dem Hochschuldienst organisiert.

Ich sehr froh und geehrt, dass meine Kollegen, allen voran Rolf Däßler, meinen Themenvorschlag aufgegriffen haben und eine illustre Riege an Referenten zur Frage der „Verantwortung in den Informationswissenschaften“ gewinnen konnten. Dies knüpft in der Tat auch an länger zurückliegende Aktivitäten in Potsdam an: so konnten wir einen der letzten Auftritte von Joseph Weizenbaum (2005) [1] und eine Tagung mit Michael Gorman, dem derzeitigen ALA Präsidenten (2003) als Keynote [2] organisieren, s. Photo links, die jeweils dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven „früh“ aufgegriffen hatten.

Plakat zur Veranstaltung mit Joseph Weizenbaum am Fachbereich (organisiert von Rolf Däßler)

Der Vor- und Nachteil der Digitalität nach Covid19 ist, dass eine solche Veranstaltung keinen Reiseaufwand bedeutet, aber eben auch den Anteil der persönlichen Begegnung minimiert, der bei einer solchen Veranstaltung besonders wünschenswert wäre. Zusätzlich haben die Corona-Bedenken zu einer Verschiebung des Termins geführt (von Ende März, dem Datum meiner Pensionierung, bis jetzt zum langersehnten Beginn des Sommerurlaubs).

Ich würde mich deshalb und dennoch sehr freuen, wenn ich das eine oder andere Gesicht zu diesem Anlass auf dem Zoom Screen wieder erkennen würde. Vielleicht gibt es sogar doch die Gelegenheit zu dem einen oder anderen Austausch in kleiner Runde bei einem virtuellen Glas wein im Anschluss.

Nähere Informationen zu den Referenten, dem Ablauf und die „Anreise“ finden Sie/Ihr auf den Seiten des Fachbereichs:

Am Freitag, den 25. Juni ab 14 Uhr findet das Symposium (vorwiegend via Zoom) statt und ab 17:30 wird es in ähnlichem Rahmen eine „feierliche Verabschiedung“ geben mit einer Laudatio von Vivien Petras, auf die ich mich sehr freue.

Ich hoffe, diese Nachricht erreicht alle Angeschriebenen wohlauf und frohen Mutes. Sollten wir uns nicht am 25.6. sehen oder sprechen können, würde ich mich freuen, wenn wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren.

Ihr und Euer
Hans-Christoph / Hobohm


Fachsymposium (Kopie von der Website, Stand 11.6.2021)

Im Rahmen der Verabschiedung von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm aus der aktiven Lehr- und Forschungstätigkeit an der Fachhochschule Potsdam findet am 25. Juni 2021 ein Fachsymposium mit ausgewählten Beiträgen zum Thema Zur gesellschaftlichen Verantwortung der Informationswissenschaften statt.

Der Fachbereich Informationswissenschaften an der FH Potsdam vertritt seit seiner Gründung eine integrative und spartenübergreifende Sicht in Lehre, Forschung und Transfer. Wie kein anderer hat Hans-Christoph Hobohm in den letzten Jahrzehnten diesen Gedanken geprägt und durch sein Wirken am Fachbereich maßgeblich befördert.

Eine zentrale Frage für Institutionen, Wissenschaft, Berufspraxis und Ausbildung ist die nach der Verantwortung und der gesellschaftlichen Tragweite ihres Handelns. Dieses Thema knüpft direkt an eine Vorlesungsreihe aus den Anfängen des Fachbereiches an, in der es um die Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft ging und die ihren Höhepunkt in einem der letzten Auftritte von Joseph Weizenbaum fand.

Bedingt durch die Dynamik der gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen und Umbrüche ist es stets erforderlich, die Rolle der Informationswissenschaften und deren Trägereinrichtungen in einer informations- und wissensorientierten Gesellschaft neu zu hinterfragen und unter Umständen auch neu zu definieren. Das Symposium kann und soll dazu unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Verantwortung neue Sichten und Einsichten geben. Dabei sollen Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen der Informationswissenschaften zu Wort kommen.

Die Teilnahme am Symposium ist anmeldungs- und kostenfrei.

Aufgrund der aktuellen Corona Situation wird das Symposium digital stattfinden. Die Veranstaltung wird über ZOOM organisiert.

Den Zugang zum virtuellen Konferenzraum finden Sie unter:

https://fh-potsdam.zoom.us/j/63680911124?pwd=MXlwOHZ1SVh6aURqeVJIL1ptUEdHUT09

Meeting-ID: 636 8091 1124 | Kenncode: 87344837

Programm

14:00 – 14:10 Begrüßung
Prof. Dr. Rolf Däßler
 (Fachhochschule Potsdam)

14:10-14:25 Keynote
Ute Schwens 
(Deutsche Nationalbibliothek)
Informationseinrichtungen als wichtige Bausteine der Gesellschaft

14:25-14:40
Prof. Dr. Andreas Degkwitz 
(Humboldt-Universität zu Berlin)
Öffentliche Bibliotheken 2025 (ÖB 2025). Leitlinien für die Entwicklung der Öffentlichen Bibliotheken

14:40-14:55
Reinhard Altenhöner 
(Staatsbibliothek zu Berlin)
Zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und dem Anforderungsdruck des Berufsfeldes –Perspektiven der Ausbildung von Bibliothekar*innen

14:55-15:10
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm 
(Fachhochschule Potsdam)
Vertrauen und Verantwortung: Kardinalprinzipien der („Informations-“) Infrastruktur

15:10-15:30 Diskussion

15:30-15:45
Prof. Dr. Rainer Kuhlen 
(Universität Konstanz)
Informationspathologien und -anomalien – invers zu Information

15:45-16:00
Prof. Dr. Claudia Lux
 (Humboldt-Universität zu Berlin)
Menschenrechte und Informationswissenschaft in einer digitalen Gesellschaft

16:00-16:15
Prof. Dr. Christian Keitel 
(Landesarchiv Baden-Württemberg)
Die gesellschaftliche Relevanz der Archivwissenschaft

16:15-16:30
Prof. Dr. Michael Seadle 
(Humboldt-Universität zu Berlin)
Wissenschaft und Bibliotheken in der Zeit von COVID

16:30-17:00 Diskussion

Kurzbiografien in der Reihenfolge der Vorträge

Ab 17:30 Uhr Feierliche Verabschiedung von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm

Wir laden Sie herzlich ein mit uns zusammen auf das Wirken von Herrn Prof. Hobohm zurückzublicken und gemeinsam den Tag in gemütlicher digitaler Runde ausklingen zu lassen.

Die Laudatio wird Frau Prof. Vivien Petras, PhD vom Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (hu-berlin.de) halten.

Die Verabschiedung findet im gleichen virtuellen Konferenzraum wie das Symposium statt.

Wann: 25.06.2021 , 14:00 – 19:30 Uhr
Wo: digital
Für wen: Öffentlichkeit

[1] Weizenbaum, Joseph; Wendt, Gunna (2006): Wo sind sie, die Inseln der Vernunft im Cyberstrom? Auswege aus der programmierten Gesellschaft. Freiburg: Herder.

[2] Gorman, Michael (2005): Whither Library Education? In: Linda Ashcroft (Hg.): Coping with continual change – change management in SLIS. Proceedings of the European Association for Library and Information Education and Research (EUCLID) and the Association for Library and Information Science Education (ALISE) joint conference, Potsdam, Germany, 31 July-1 August 2003. Bradford: Emerald, S. 1–5. / vgl. auch: Gorman, Michael (2015): Our Enduring Values Revisited. Librarianship in an Ever-Changing World. Chicago: American Library Association.

Informationswissenschaft und Demokratie

Der letzte Vortrag im Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium fasste das Gesamtthema noch einmal konkret zusammen. Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Uni Hildesheim (Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) berichtete von den Erfahrungen und Forschungsergebnissen, die dort in der letzten Zeit zum Themenkomplex „Informationswissenschaft und Demokratie“ gesammelt wurden. Continue reading

Menschen sind Informavores = Grundhypothese der Informationswissenschaften

Der fünfte Vortrag im Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium führte uns nach Deutschland zurück. Prof. Dr. Klaus Lepsky berichtete aus Köln von dem Projekt des Buches zur Informationellen Kompetenz, das er zusammen mit Prof. Dr. Winfried Gödert im letzten Jahr publiziert hatte. Ich hatte als „Provokation“ dem Vortrag den Titel gegeben „Informationelle Kompetenz vs. Informationskompetenz“. Gleich zu Beginn der von ca. 50 Teilnehmern aus ganz Deutschland besuchten Veranstaltung betonte Klaus Lepsky, dass er diese Provokation gar nicht aufnehmen und vor allem kaum über Informationskompetenz sprechen werde. „Sie klingen ähnlich, sind aber nicht gleich.“ Continue reading

Theoretical Turn?

David Bawden im PIK

Das Potsdamer informationswissenschaftliche Kolloquium ist ziemlich „global“ geworden. Nach dem „nordischen“ Start und dem morgendlichen Talk mit Michael Buckland aus Berkeley hatten wir wohl wieder zwei der berühmtesten Informationswissenschaftler zu Gast in der Videokonferenz: David Bawden und Lyn Robinson von der University of London, bekannt (nicht nur) wegen ihres textbooks „Introduction to Information Science“ (2012). Diesmal waren ca. 60 Teilnehmer aus verschiedensten Ländern dabei, obwohl wir wenig Erinnerungswerbung gemacht hatten, weil wir gerade in der Hochschule technische Probleme hatten und praktisch bis zur letzten Minute nicht wussten, ob wir das Videomeeting wie geplant durchführen konnten.

Der Aufhänger für diesen Beitrag zu unserem Masterkolloquium war ihr Artikel „Curating the infosphere: Luciano Floridi’s Philosophy of Information as the foundation for Library and Information Science“ In: Journal of Documentation, 2018, 74(1), 2-17, den wir schon mehrfach als Prüfungsgrundlage hatten. David gab eine, wie wir fanden, wunderbar klare Einführung in die Grundüberlegungen von Luciano Floridis „Philosophy of Information“ (=PI). Dennoch war ein Unterschied spürbar zwischen der britischen Vortragsweise und dem pragmatisch amerikanischen Stil, den wir im Vortrag davor erlebt hatten.

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Michael Buckland in Potsdam (Germany)

„He is a legend“ twitterte jemand als Antwort auf die Ankündigung seines Vortrags im PIK (Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium). Michael Buckland gilt als einer der bedeutendsten Informationswissenschaftler und er ist immer noch sehr aktiv mit seinen 79 Jahren. Es war ein außerordentliches Vergnügen, mit ihm seinen Beitrag zur Vortragsreihe zu diskutieren und vorzubereiten. Ich hätte nicht erwartet und schon gar nicht von ihm verlangt, dass er den Bogen spannt über alle Vorträge des Semesters. Und schließlich war es auch außerordentlich professionell wie er seinen Vortrag via Zoom in unserem Kolloquium hielt. Wohl wissend um die potenzielle Sprachbarriere hatte er recht viel Text auf seinen Folien, die so nun auch gut nachnutzbar sind.

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