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Archives, Libraries and Museums in the public sphere in five countries

Finally my presentation at the CoLIS conference in Ljubljana is online. We are working on the text for the proceedings and a similar publication just went into the publication system for the German Library Congress Proceedings (see previous post here).

I was presenting the paper just the day before Habermas‘ 90th birthday and we could show the cover page of DIE ZEIT from this week with one of his rare photos celebrating him as the „most famous philosopher of our time“. Indeed the discussion in our ALMPUB sessions showed that it is perhaps time to look after his disciples (Axel Honneth) and critics (Lyotard, Rancière) to address the current situation in our digital societies (as did some commentaries on this special edition on Habermas in DIE ZEIT).

Our project nevertheless started in the vein of the traditional „public sphere“ concept of Jürgen Habermas and reveiled through 18 surveys in over 6 european countries that there is a sort of a paradigm change experienced in the „ALM-field“. In an Age of Access (Rifkin 2000) we are constantly going to from „neutral“ collecting and information broking to being an active political stance in society. As I always said at least libraries have a role to play in the hegemonial power structure of every society (Gramsci).  Or as the swedish National Library Strategy says: they are the „femte statsmakten“ – the fifth power in a state (beyond the legislature, the executive, the judiciary, and the media in the „trias politica model“ after Montesquieu.).

 

For further information about the results of our project have a look at the forthcoming book at de Gruyters and the closing conference at the new Deichman library in Oslo in January 2020. Some other publications might be of interest:

  • Audunson, Ragnar; Aabø, Svanhild; Blomgren, Roger; Evjen, Sunniva; Jochumsen, Henrik; Larsen, Håkon et al. (2019): Public libraries as an infrastructure for a sustainable public sphere. A comprehensive review of research. In: Journal of Documentation 75 (4), S. 773–790. DOI: 10.1108/JD-10-2018-0157.
  • Audunson, Ragnar; Aabø, Svanhild; Blomgren, Roger; Hobohm, Hans-Christoph; Jochumsen, Henrik; Khosrowjerdi, Mahmood et al. (2019): Public libraries as public sphere institutions. A comparative study of perceptions of the public library’s role in six European countries. In: Journal of Documentation 75 (in print).
  • Audunson, Ragnar; Hobohm, Hans-Christoph; Tóth, Máté (2019): ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum professionals conceive the respective roles of their institutions in the public sphere? Beitrag zur 10th Conference on Conceptions of Library and Information Science, Ljubljana, 2019. In: Information Research (Suppl. CoLIS10), in print.
  • Hobohm, Hans-Christoph (2019): Bibliotheken und Demokratie in Deutschland. Ergebnisse eines europäischen Projektes zu ihrer Rolle und ihrem Engagement für Demokratie und Gemeinwohl. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 6 (4), (zugleich: Proceedings des 7. deutschen Bibliothekskongresses „Bibliotheken verändern“, Leipzig, 18.-21. März 2019). in print.

Podiumsdiskussion „Digital Librarian“

Impressionen von der Podiumsdiskussion in der ZBW

Am 19. Februar 2019 hatte ich das Vergnügen, in Kiel an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft an einer Podiumsdiskussion teilnehmen zu dürfen zum Thema „Digital Librarian“. Prof. Dr. Isabella Peters (ZBW), Prof. Dr. Dirk Lewandowski (HAW Hamburg), Gabriele Fahrenkrog (MA (LIS), OER-Expertin und ich diskutierten moderiert von Nicole Clasen (ZBW) über die „zukünftige“ Bibliothekarin in der digitalen Welt und vor allem wie sie sich vom „Papierbibliothekar“ unterscheidet.

Die Frage, was eigentlich eine „Digital Library“ sei, wurde eher ausgeblendet. Es fielen aber die aktuell immer noch wichtigen Schlagworte: Kunden- und Nutzerorientierung, Kommunikations- und Publikationskompetenz, Community-Orientierung, Resilienz und Resonanz. Auch die Studienstruktur zum Bachelor wurde vom Podium einhellig diskutiert, in dem Sinne, dass wir mehr Kompetenz – vor allem „rechtshirnige“ brauchen.

Ein großer Appell des Podiums an die Bibliothekswelt: sichtbarer und mutiger werden, auf die Communities zugehen! Keine Angst vor dem digitalen Nutzer haben!

Die Veranstaltung fand im Rahmen des 100-Jahrejubiläums der ZBW statt. Etwas schade war die m.E. relativ geringe Breitenwirkung. Sie kann aber „nachgehört“ werden als Audiomitschnitt.

„New Librarianship“ in Deutschland angekommen!?

In der aktuellen Ausgabe von „BuB. Forum Bibliothek und Information“ 69 -07/2017 (S.400-403) beschreibt David Lankes sein Konzept des New Librarianship in einer sehr prägnanten und überzeugenden Form. Es erspart dem interessierten Leser zwar sicher nicht, seinen „Atlas of New Librarianship“ (MIT 2011) durchzuarbeiten um die Stringenz und innere Begründung seines Ansatzes wirklich zu verstehen. Aber es ist ein wunderbarer Einstieg in die neue Definition bibliothekarischer Arbeit. Anders als in seinem Buch „Expect more“ („Erwarten Sie mehr. Verlangen Sie bessere Bibliotheken für eine komplexer gewordene Welt“ deutsche Übersetzung herausgegeben von mir, vgl. meinen Blogpost vom Januar diesen Jahres) richtet sich der Artikel an die Bibliothekare selber (und nicht an die Unterhaltsträger).

Er räumt hier deutlich mit der Vorstellung auf, information professionals seien nur für Dokumente (Artefakte) zuständig. Er definiert die Berufsgruppe – wie man jede andere definieren kann – mittels „Auftrag, Vorgehensweise und Werten“ und kommt zu der Überzeugung, dass

Der Auftrag des Bibliothekars besteht darin, die Gemeinschaft zu verbessern, indem er die Wissensbildung in der Gemeinschaft erleichtert. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass der Bibliothekar sich bemüht, die Gemeinschaft dabei zu unterstützen, klügere Entscheidungen zu treffen. (S.401)

Das Vorgehen des Bibliothekars dabei ist die Ermöglichung des Zugangs zu Ressourcen und „Dialogen“ (sic), die Erweiterung des Wissens durch Dialog und durch die Sicherstellung von Umfeld und Lernmotivation. Interessant sind vor allem die Antworten auf die im Artikel eingangs gestellten aktuellen Fragen:

  • auf die immer wieder gestellte Frage, ob Bibliothekare programmieren müssen erhalten wir die Antwort: nein, aber wir müssen Technologiepolitik verstehen.
  • Sind Bibliothekare neutrale Multiplikatoren von Wissen und können wir angesichts von Fake News objektiv bleiben? Ebenso ein klares „nein“, denn „unser Ziel ist es, das Leben der Menschen zu verbessern“ und auf die Frage, welche Rolle Bibliothekare angesichts drängender gesellschaftlicher Probleme einnehmen sollen, antwortet Lankes:
  • die Funktion des Bibliothekars [ist es], die divergierenden Ansichten der Gemeinschaftsmitglieder zu den kon-troversen Themen, mit denen diese sich konfrontiert sehen, miteinander in Einklang zu bringen und so eine gemeinschaftliche Grundlage für gegenseitiges Verständnis zu schaffen. (S.403)

Im gleichen Tenor sein überaus positives Fazit:

Das Ziel des Bibliothekswesens bestand nie darin, sämtliche Dokumente und Informationen der Welt anzuhäufen, sondern zu erkennen, was benötigt wird, um die Bedürfnisse einer Gemeinschaft zu befriedigen. Heute, angesichts des exponentiellen Anwachsens von Datenspeichern, einer unvorstellbaren Diversifizierung von Medien und, offen gesagt, eines sich auflösenden sozialen Gefüges, werden Bibliothekare mehr denn je benötigt. S.403)

Leider geht der Aufsatz in einer Reihe ähnlicher Texte zur „Identität der Bibliothek“ (so der Heftschwerpunkt) etwas unter und verliert seine Wirkung. Ärgerlich an dem Text ist allerdings, dass es keinen Hinweis gibt auf die Originalfassung (ein Vortrag auf einer norwegischen Konferenz), keinen Hinweis gibt auf das jüngst auf deutsch erschienene Buch (s.o.) und dass die Übersetzung nicht von ausgeprägtem Fachverstand geprägt ist (living libraries werden mit „menschliche Bibliotheken“ übersetzt und „Frenddatenübernahme“ bleibt „copy-Katalogisierung“. Auch über die Übertragung von facilitating knowledge creation kann man sich streiten, so wie wir es in einem aufwändigen Prozess bei der Herausgabe von Erwarten Sie mehr getan haben. Es ist sicher nicht einfach, einen Fachtext zu übersetzen und Übersetzer wissen, dass es nicht auf die Sprach-, sondern auf die Fachkenntnis ankommt. Erdmute Lapp, Willi Bredemeier und ich hatten zusammen mit der Verlegerin gehofft, den deutschen Standard zu setzen für das komplexe Terminologie-Universum des „New Librarianship“. Der fehlende Hinweis auf die Quelle des Textes und auf das deutsche Buch ist mit Sicherheit nicht dem Autor anzulasten, sondern passt leider in das schwierige Selbstverständnis unserer Community. (Ich frage mich, ob wir so wirklich die Welt retten können.)

Vielleicht ist also das kleine Buch von Lankes doch nicht nur an die Unterhaltsträger gerichtet. Vielleicht sollte es doch neben einer Einführung zum wissenschaftlichen Arbeiten und der DFG Empfehlungen zur guten wissenschaftlichen Praxis auf dem Nacht-Tisch eines jeden Bibliothekars liegen. Der Atlas wäre wohl zu schwerer Tobak.

Der besprochene Artikel:

Lankes, R. David (2017): New Librarianship. Warum wir eine Wissensperspektive brauchen. In: BuB. Forum Bibliothek und Information 69 (7), S. 400–403.

Das nicht erwähnte Buch:

Lankes, R. David (2017): Erwarten Sie mehr. Verlangen Sie bessere Bibliotheken für eine komplexer gewordene Welt. Hrsg. und mit einem Vorwort von Hans-Christoph Hobohm. Unter Mitarbeit von Erdmute Lapp und Willi Bredemeier. Übers. von „Expect more“ 2. Aufl. 2016. Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen (Reihe Bibliotheksforschung).

New Librarianship auf dem Tag der Bibliotheken in Cottbus

Am 11. März 2017 konnte ich das New Librarianship Konzept von David Lankes auf dem Berlin-Brandenburger „Tag der Bibliotheken“ vorstellen. Im Minute Madness und mit kleinen Guerilla-Marketing Aktionen machten der Verlag und ich gleichzeitig auf das gerade erschienene Buch in deutscher Übersetzung aufmerksam. Die Resonanz war groß, obwohl es ja in einem recht kurzen Vortrag eher irritierend erscheint, davon zu sprechen, dass die Aufgabe von Bibliotheken nicht Bücher, sondern „Konversationen“ sind.