Tag Archives: Demokratie

Emeritus…

Leider gibt es diesen Status nicht mehr. Aber seit 1. April bin ich „verantwortungslos“ geworden. Will sagen: es ist ein gutes Gefühl, die Welt und auch die Communities zu beobachten, ohne stets alles im Hinblick auf Lehre und Wissensvermittlung an die Studierenden betrachten zu müssen. Beim Aufräumen meines „Videoscreen-Hintergrundregals“ ist mir aufgefallen, wieviel ich aufbewahrt habe in den letzten 25 Jahren „just-in-case“, es könnte für die eine oder andere Lehrveranstaltung nützlich sein. Viele Memorabilien aus Exkursionen und Bibliotheksbesichtigungen, viele, viele Overhead-Folien und Dinge zum Zeigen in Seminaren und Vorlesungen. Im Regal ist mir auch fast zufällig aufgefallen, in wievielen Bänden des Regals versteckt Publikationen von mir enthalten sind; die habe ich dann erstmal nicht entsorgt. Vielleicht zuviele „Gelegenheitspublikationen“ in Festschriften, Sammelbänden und Proceedings. Die Entbindung von den übermäßigen Lehrverpflichtungen der FH lässt die Hoffnung aufscheinen, mich nun mit den eigentlichen Dingen beschäftigen zu können. Und nein: ich werde den Doktorhut nicht an den Nagel hängen (ins Regal wie auf dem Bild), sondern sicher weiter mit Interesse und hoffentlich auch Engagement die Informationsgesellschaft – wie wir früher sagten – beobachten und vielleicht auch das eine oder andere publizieren. Aber erst mal muss über 25 Jahre Resturlaub nachgeholt und nicht nur das Regal sortiert und ausgemistet werden. Continue reading

Informationswissenschaft und Demokratie

Der letzte Vortrag im Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium fasste das Gesamtthema noch einmal konkret zusammen. Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Uni Hildesheim (Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) berichtete von den Erfahrungen und Forschungsergebnissen, die dort in der letzten Zeit zum Themenkomplex „Informationswissenschaft und Demokratie“ gesammelt wurden. Continue reading

Was ist eigentlich „das Digitale“?

Tränengas bei der Erstürmung des Capitols (6.1.2021) – Photo: Tyler Merbler, CC BY 2.0

Alles geht in Richtung Digitalität! Wir müssen uns auf die Digitalisierung einstellen! Wir müssen auch endlich digitaler werden! Alle Berufe werden digital sein!

Schlagworte, die die aktuellen Diskussionen schon seit einiger Zeit prägen. Auch ich habe lange Zeit kritisiert, dass „die Digitalisierung“ in Deutschland so wenig voran kommt. In den aktuellen Krisensituationen (Demokratiekrise, Pandemien etc.) wird jedoch an manchen Stellen immer deutlicher, was da eigentlich seit siebzig Jahren passiert und worauf es hinauslaufen könnte. Continue reading

Menschen sind Informavores = Grundhypothese der Informationswissenschaften

Der fünfte Vortrag im Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium führte uns nach Deutschland zurück. Prof. Dr. Klaus Lepsky berichtete aus Köln von dem Projekt des Buches zur Informationellen Kompetenz, das er zusammen mit Prof. Dr. Winfried Gödert im letzten Jahr publiziert hatte. Ich hatte als „Provokation“ dem Vortrag den Titel gegeben „Informationelle Kompetenz vs. Informationskompetenz“. Gleich zu Beginn der von ca. 50 Teilnehmern aus ganz Deutschland besuchten Veranstaltung betonte Klaus Lepsky, dass er diese Provokation gar nicht aufnehmen und vor allem kaum über Informationskompetenz sprechen werde. „Sie klingen ähnlich, sind aber nicht gleich.“ Continue reading

Michael Buckland in Potsdam (Germany)

„He is a legend“ twitterte jemand als Antwort auf die Ankündigung seines Vortrags im PIK (Potsdamer Informationswissenschaftlichen Kolloquium). Michael Buckland gilt als einer der bedeutendsten Informationswissenschaftler und er ist immer noch sehr aktiv mit seinen 79 Jahren. Es war ein außerordentliches Vergnügen, mit ihm seinen Beitrag zur Vortragsreihe zu diskutieren und vorzubereiten. Ich hätte nicht erwartet und schon gar nicht von ihm verlangt, dass er den Bogen spannt über alle Vorträge des Semesters. Und schließlich war es auch außerordentlich professionell wie er seinen Vortrag via Zoom in unserem Kolloquium hielt. Wohl wissend um die potenzielle Sprachbarriere hatte er recht viel Text auf seinen Folien, die so nun auch gut nachnutzbar sind.

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