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About Hans-Christoph Hobohm

Professor für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam / professor for Library and Information Science at Potsdam University of Applied Sciences since 1995

Ende der Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft an der FH Potsdam (R.I.P.)

Letztes Teamphoto der Fernweiterbildung Potsdam

Nach fünfzehn Jahren erfolgreicher Weiterbildung für Fachangestellte und Bibliotheksassistenten zur Höherqualifizierung auf dem gehobenen Dienst (Bachelor) wurde nun die Entscheidung getroffen, den schon in den Startlöchern scharrenden fünfzehnten Kurs abzusagen. Die „Fernweiterbildung„, eine bibliothekarische Marke und vielleicht sogar Wortschöpfung der FH-Potsdam, ist damit Geschichte.

Ich persönlich finde das sehr schade, zumal auch deutschlandweit die Bewerberzahlen für ein klassisches bibliothekarisches Direktstudium zurückgehen, während der interne berufliche Weiterbildungsdruck angesichts des digitalen Wandels und des Mangels an qualifizierten Absolventen eines bibliotheksaffinen Studiums enorm steigt.

Aber wie auch an anderen Standorten der bibliothekarischen Ausbildung steigen die von den sie tragenden Einrichtungen aktuell geforderten Einnahmen und Gemeinkostenabgaben exorbitant. Dies mag auf dem Masterlevel noch durchaus umlegbar sein auf die Bewerber, aber Bibliothekar:innen des mittleren öffentlichen Dienstes ist eine reale Anpassung an die durch die „EU Dienstleistungsrichtlinie“ (bzw. durch deren deutsche Überinterpretation) verursachte Erhöhung der hochschulinternen Umlagen nicht zuzumuten. Begründet wird diese interne Kostenerhöhung mit der Gewährleistung einer „Marktfähigkeit“ und der Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen durch (die sich selbst ausbeutenden) öffentlichen Einrichtungen. Auch Weiterbildung sei ein Markt. Unser Argument, dass es sich bei unserer Vorbereitung auf sehr konkrete akademische Abschlüsse um nicht eine marktfähige, weil genuin hochschulische Aufgabe handelt, wurde nie gehört oder verstanden.

Trotz aller Sonntagsreden, wie wichtig in unserer alternden Gesellschaft Weiterbildung ist, gilt diese nicht als sog. „hoheitliche Aufgabe“ von Hochschulen. Trotz aller Appelle an die Hochschulen doch auch der third mission (neben Forschung und Lehre auch dem gesellschaftlichen Engagement) nachzukommen, wird genau dies durch steuer- und verwaltungstechnische Regelungen verhindert. Trotz aller Appelle von Politik und Legislative z.B. in Neugestaltungen von Hochschulgesetzen (aktuell Berlin) durchlässiger, den akademischen Aufstieg zu ermöglichen, wird genau dies durch Bürokratie verhindert. Trotz unserer eigenen Forschung, die belegen konnte, dass ein praxisinternes Studium dem Direktstudiumsmodus vorzuziehen sei, gibt es andere Prioritäten und Indikatoren als die Förderung von Berufspraxis und demokratischer Gesellschaft.

In Potsdam konnten wir vor Jahren noch starten unter Nutzung einer sog. im brandenburgischen Hochschulgesetz verankerten „Externenprüfung“. Dieser Paragraph wurde, obwohl er die beste Möglichkeit zur Erhöhung der Durchlässigkeit geboten hat, in den letzten Novellierungen schon seit einiger Zeit abgeschafft. Mit internen komplizierten Regelungen in Kooperation mit dem Prüfungsausschuss und dem Prüfungsamt konnten wir das langjährige Modell der Fernweiterbildung bis jetzt noch weiterführen.

Leider habe ich es in den fünfzehn Jahren der Leitung der bibliothekarischen Fernweiterbildung nicht geschafft, Allianzen zu finden, für eine Arbeitsmarkt und Kompetenz orientierte Aus- und Weiterbildung für zukünftige Mitarbeiter:innen von Bibliotheken. Das scheint strukturell bedingt, wie man aktuell öfter in Password lesen kann oder wie wir selbst bei der Abschaffung des Studiengangs Dokumentation hier am Fachbereich Informationswissenschaften in Potsdam schon erfahren haben (zum Zeitpunkt des „Document Return“ in anderen Ländern).

Zum Glück geschieht dies in meinem Fall erst jetzt – nach meiner Pensionierung.

Jean-François Lyotard – doch noch lesen, jetzt erst recht

Gert Scobel empfiehlt Lyotard bei 3sat (5.8.2021)

„Warum Mainstream Theorien am Ende sind – Postmoderne | Gert Scobel.“ so lautet die Ankündigung der 3sat/ZDF-Sendung bei YouTube. Der eigentliche Titel: „Jean-François Lyotard – Vordenker der Postmoderne“ erscheint nur in der 3sat Mediathek selber. Ich wäre also beinahe der obskuren YouTube Empfehlung nicht gefolgt.   Continue reading

Rezension(en) des ALMPUB Abschlussbandes

Cover ALMPUB Anthology

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Rezensionen zum Abschlussband des ALMPUB Projektes.

Interessant war vor allem die Besprechung in JASIST von Joacim Hansson [1], der dem Buch und damit dem Projekt attestierte, dass es

can thus be regarded as an exclamation mark within emerging discourses

und:

this volume makes abundantly clear the need to shift from privileging habermasian social interpretation, and instead make way for poststructural theoretical and methodological frameworks better suited for today’s complex societies.

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Symposium „Verantwortung der Informationswissenschaften“

Podiumsdiskussion u.a. mit Michael Gorman (2.v.re.) (EUCLID Tagung, 31.7.2003, im alten Hörsaal 2 der FHP)

Liebe langjährige Wegbegleiter, Freunde und „Ehemalige“,

da ich nicht in die Organisation des Symposiums involviert bin, möchte ich auf diesem Wege (ggf. redundant, sorry) Euch und Sie auch persönlich einladen zu der Veranstaltung, die der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam zu meiner Verabschiedung aus dem Hochschuldienst organisiert. Continue reading