Author Archives: Hans-Christoph Hobohm

About Hans-Christoph Hobohm

Professor für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam / professor for Library and Information Science at Potsdam University of Applied Sciences since 1995

Jean-François Lyotard – doch noch lesen, jetzt erst recht

Gert Scobel empfiehlt Lyotard bei 3sat (5.8.2021)

„Warum Mainstream Theorien am Ende sind – Postmoderne | Gert Scobel.“ so lautet die Ankündigung der 3sat/ZDF-Sendung bei YouTube. Der eigentliche Titel: „Jean-François Lyotard – Vordenker der Postmoderne“ erscheint nur in der 3sat Mediathek selber. Ich wäre also beinahe der obskuren YouTube Empfehlung nicht gefolgt.   Continue reading

Rezension(en) des ALMPUB Abschlussbandes

Cover ALMPUB Anthology

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Rezensionen zum Abschlussband des ALMPUB Projektes.

Interessant war vor allem die Besprechung in JASIST von Joacim Hansson [1], der dem Buch und damit dem Projekt attestierte, dass es

can thus be regarded as an exclamation mark within emerging discourses

und:

this volume makes abundantly clear the need to shift from privileging habermasian social interpretation, and instead make way for poststructural theoretical and methodological frameworks better suited for today’s complex societies.

Continue reading

Symposium „Verantwortung der Informationswissenschaften“

Podiumsdiskussion u.a. mit Michael Gorman (2.v.re.) (EUCLID Tagung, 31.7.2003, im alten Hörsaal 2 der FHP)

Liebe langjährige Wegbegleiter, Freunde und „Ehemalige“,

da ich nicht in die Organisation des Symposiums involviert bin, möchte ich auf diesem Wege (ggf. redundant, sorry) Euch und Sie auch persönlich einladen zu der Veranstaltung, die der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam zu meiner Verabschiedung aus dem Hochschuldienst organisiert. Continue reading

15 Jahre Blogger

Einer der ersten Snapshots der Wayback-Machines meines Blogs

Ab dem 26. Mai 2006 habe ich hier bei Edublogs gepostet. Es sind also mittlerweile 15 Jahre ins Land bzw. in die Web2.0 Welt gegangen. Beim Blättern fällt auf, dass anfangs viele Posts noch recht kurz sind. Ähnlich wie das bei Netbib immer noch zu beobachten ist. Meine frühen Versuche, mit Facebook fand ich unfruchtbar und Twitter war noch nicht auf dem Schirm. Bei Facebook musste ich noch beweisen, dass ich aus einer Hochschule kam, und ich denke, dass ich einer der ersten Facebook Nutzer in Deutschland war. Aber letztlich war mir das auch damals schon recht suspekt.

Die ersten Posts in LIS in Potsdam handelten viel von Bibliothek2.0 und Folksonomy bzw. gaben Hinweise auf Veranstaltungen an der FH Potsdam wie z.B. der Besuch der französischen Austauschgruppe von Studierenden aus Dijon und dem Forschungstag der Hochschule. Immer wieder gab und gibt es auch Reflexionen zur Zukunft der Lehre und der Bibliotheken. So weise ich immer gerne auf OCLCs Forschungen oder auf EDUCAUSE und den Horizon Report. Erst im Laufe der Zeit werden die Posts länger und manchmal sogar kleine Fachtexte. In letzter Zeit bin ich dazu über gegangen auch Referenzen anzugeben und nicht nur zu verlinken. Das (ein) Problem beim langfristigen Bloggen ist natürlich die Volatilität der URLs und damit auch immer wieder der visuellen Elemente.

Es gab immer mal vorsichtige Layoutänderungen, aber im Grunde bin ich dankbar, so kontinuierlich Edublogs nutzen zu können. Das australische Angebot, das ich meist privat gezahlt habe, hat vor allem auch die Intention (gehabt) mit „Subblogs“ des Profs Studierenden-Blogs zu ermöglichen. Das habe ich nie gemacht, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wo das in unser Curriculum passt und wer hier was hätte bloggen könnte. Eine wichtige Funktion des Bloggens, das gemeinsame Kommentieren und Diskutieren hat sich in meinem Blog nie wirklich entwickelt. Und wenn dann nur aufgrund von Missverständnissen der asynchronen Kommunikation. Lange Zeit hatte und hat immer noch der Blog in erster Linie die Funktion des Logbuchs, auch wenn ich stets versucht habe ihn vor allem als Informationsquelle für meine Studierenden zu gestalten. Aber die waren oft nicht ins Internet zu bewegen. 😉

Zweites Layout des Blogs – mit deutlichem Hinweis auf den Reformstau der Zeit.

Ein Lieblings-„Tag“ aus der Anfangszeit des Blogs war „alte Welt“ und meinte den immer wieder von mir monierten Reformstau und die allenthalben zu beobachtende Digital-Aversion (das #AIBS von Stefan Seydel*).

Einer der ersten Posts berichtet von einem Prof., der statt klassischer Lehre einen Podcast anbietet (29. Mai 2006) und ich fragte mich, ob wohl auch ein LIS Prof dies machen würde. Mit der Pandemie hat sich da einiges geändert, aber einen Podcast eines LIS Profs gibt es immer noch nicht. Mal sehen.

—-

*) Acquired Internet Bashing Syndrom, vgl. Piazzi, Tina; Seydel, Stefan M. (2010): Die Form der Unruhe. Band 2: Die Praxis. Vom Buchdruck zum Computer. Handlungsprinzipien zum Umgang mit Informationen auf der Höhe der Zeit. Hamburg: Junius.

Zensur!!

Satirische Anzeige N° 5 in „Die Lokomotive“ vom 1. Februar 1843 (in: Houben 1926, S.62)

Ich hätte nicht gedacht, dass „mein“ Thema noch einmal so aktuell werden würde. Der allgemeine Vertrauensverlust in den Staat ruft bekanntermaßen Verschwörungstheoretiker auf den Plan, die wieder wie im 19. Jahrhundert überall „Zensur“ durch die „Lügenpresse“ wittern. Ein genuin informationswissenschaftliches Thema, das uns zum Duning Kruger Effekt, zu Echoräumen und dem PLE von Zipf führen würde. Dass es ein Thema für die (neue) „sozialwissenschaftliche Gedächtnisforschung“ ist, war eine positive Überraschung für mich. Aus mir nicht bekannten Gründen sprach mich Ende vorletzten Jahres (=2019) Mathias Berek, einer der Herausgeber des Handbuchs Sozialwissenschaftliche Gedächtnisforschung an, ob ich nicht das Lemma „Zensur“ darin schreiben könnte. Es hörte sich wie eine leichte und interessante Aufgabe an. Die Vorgaben waren recht streng im Hinblick auf Struktur und Inhalt des Beitrags und es schien bei der gewünschten Seitenbegrenzung auch noch vor der finalen 😉 Redaktion meines Buches machbar. Handbuchartikel sind eine interessante und befriedigende Textform für einen Autor. Continue reading