Bibliotheken und Demokratie

Photo: Barbara Fischer (@fischerdata via Twitter)

Auf dem BID Kongress letzte Woche gab es dazu eine Reihe von Sessions und Podiumsdiskussionen. Im „Themenkreis“ 1: Politisch sein / Politisch handeln konnte ich einige erste Ergebnisse unseres europäischen Netzwerkprojektes ALMPUB vorstellen (20.03.2019, 09:00 – 11:00 Uhr, Saal 5). Der nicht kleine Saal 5 war besetzt bis auf den letzten Platz  und einige Zuhörer mussten stehen. Obwohl der Kongress 4600 Teilnehmer hatte, soll dies nicht bei allen Vorträgen der Fall gewesen sein (z.B. bei Datenthemen…?, heißt es). Ein bemerkenswertes Zeichen.

In der Vorbereitung zu dem Vortrag (der auch ausformuliert für die Proceedings eingereicht wird) hatte ich das Vergnügen, mich auch mal wieder in politische Theorie einzuarbeiten und musste feststellen, dass der alte Habermas mit seinem „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der im nordischen und anglo-amerikanischen mit dem Schlagwort „public sphere“ gerade gut rezipiert wird, in der frankophonen Politikwissenschaft schon einige Gegenmodelle erfahren hat, die teilweise auch schon länger in meinem Regal stehen (Lyotards Différend). Der Ansatz und Antrag zum Forschungsprojekt ALMPUB geht jedoch noch von Habermas aus und noch nicht einmal von Adorno/Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“). Vielleicht wird die noch nicht abgeschlossene Diskussion im Projekt dies noch auffangen können.

Der Foliensatz ist natürlich nicht in allen Fällen für sich selbst sprechend. Dazu fehlt der Audioanteil ;-). Dennoch hier die Slideshare-Fassung, die leicht abweicht von der OPUS Publikation des BIB. Letztere hat jedoch eine zitierbare URN: urn:nbn:de:0290-opus4-161932

Fachbereich Informationswissenschaften mit Messestand in Leipzig

Wie fast jedes Jahr war der Fachbereich Informationswissenschaften mit der Fernweiterbildung auch diesmal wieder gut vertreten auf dem Bibliothekartag – diesmal: „BID Kongress“ – in Leipzig. Die Highlights waren neben einer Reihe von Vorträgen von Kollegen, vor allem die Tatsache, dass wir diesmal mit einem dem der FHP-Designer auf der folgenden Buchmesse analogen wenn auch kleineren Stand auftreten konnten. Gegenüber auf dem Podium der Verbände konnten wir unser Angebot zur berufsbegleitenden Qualifizierung zur Diskussion stellen und bei der Preisverleihung zum BIT Online Innovationspreises „abräumen“ . Gratulation den Gewinnerinnen (darunter Sophia Paplowski als Absolventin der Fernweiterbildung). Es war eine anstrengende Woche mit vielen Gesprächen mit Alumni, Kollegen und Interessenten. Und sicher mein letztes Mal!

Hier ein paar Impressionen:

Der Cambus der FHP im Einsatz

Der neue Stand war unbersehbar

Das Aufbau- und Standteam

Die Fernweiterbildung wird präsentiert von Frau Durek auf dem Podium „Professionelle Personalentwicklung“

Pause zwischendurch

Unsere drei Preisträgerinnen des Innovationspreises BIT Online (Carmen Krause, Sophia Paplowski, Denise Rudolph)

echte Schecks in groß

unsere aktuelle Masterstudierende Carmen Krause erhält den Preis für Ihre Bachelorarbeit zum IoT und Bibliotheken

Besuch einer Seminargruppe am Stand

DIKW Hierarchie: ist hilfreich, wenn man genauer hinschaut

Auf der GI-Tagung „Professionelles Wissensmanagement„, die von Kollegen Peter Heisig hier an der FH Potsdam (leider zeitgleich zum BID Kongress: 18.-20. März 2019) durchgeführt wurde, gab es den von ihm initiierten Workshop Knowledge Management and its Root Disciplines. Gemeint waren hier vor allem die informationswissenschaftlichen Disziplinen. Es war die Gelegenheit für Kollegen aus dem Fachbereich (Peter Heisig, Rolf Däßler, Antje Michel, Günther Neher und mir), die aktuellen Ansätze ihrer Arbeiten zur Diskussion zu stellen für eine Überführung in die Wissensmanagementpraxis.

Ich persönlich konnte nur am ersten Tag teilnehmen, bei dem der Keynote Vortrag aus dem Wissensmanagement der Siemens AG ein beeindruckendes Bild vermittelte über die nun fast 25 jährige Erfolgsgeschichte dieser Disziplin. Manfred Langen zeigte die Timeline seines Arbeitsgebietes „bis hin zur Übernahme durch die KI“ 😉 . Der Schluss schien nicht wirklich optimistisch.

Ich konnte in meinem Beitrag im „Workshop“ einmal wieder die DIKW Hierarchie vorstellen und vor allem Max Boisots Vorschlag zur Diskussion stellen, sie erneut auch mit Shannons Augen anzuschauen und wirtschaftswissenschaftlich die Stufen mit Bayes weiter hochzugehen. Neuere „Wiederentdeckungen“ des Phänomens Information in den anderen Wissenschaften und den Vorschlag von Liu zu einem vereinheitlichten Modell der Informationsverhaltensforschung mithilfe der Partialmarkttheorie der Wirtschaft sollten den Gesamtrahmen abstecken.

Der ausgearbeitete Vortragstext wird in den Proceedings bzw. in den LNI erscheinen.

 

Podiumsdiskussion „Digital Librarian“

Impressionen von der Podiumsdiskussion in der ZBW

Am 19. Februar 2019 hatte ich das Vergnügen, in Kiel an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft an einer Podiumsdiskussion teilnehmen zu dürfen zum Thema „Digital Librarian“. Prof. Dr. Isabella Peters (ZBW), Prof. Dr. Dirk Lewandowski (HAW Hamburg), Gabriele Fahrenkrog (MA (LIS), OER-Expertin und ich diskutierten moderiert von Nicole Clasen (ZBW) über die „zukünftige“ Bibliothekarin in der digitalen Welt und vor allem wie sie sich vom „Papierbibliothekar“ unterscheidet.

Die Frage, was eigentlich eine „Digital Library“ sei, wurde eher ausgeblendet. Es fielen aber die aktuell immer noch wichtigen Schlagworte: Kunden- und Nutzerorientierung, Kommunikations- und Publikationskompetenz, Community-Orientierung, Resilienz und Resonanz. Auch die Studienstruktur zum Bachelor wurde vom Podium einhellig diskutiert, in dem Sinne, dass wir mehr Kompetenz – vor allem „rechtshirnige“ brauchen.

Ein großer Appell des Podiums an die Bibliothekswelt: sichtbarer und mutiger werden, auf die Communities zugehen! Keine Angst vor dem digitalen Nutzer haben!

Die Veranstaltung fand im Rahmen des 100-Jahrejubiläums der ZBW statt. Etwas schade war die m.E. relativ geringe Breitenwirkung. Sie kann aber „nachgehört“ werden als Audiomitschnitt.

Informationswissenschaftliche Urbanistik

Smart Cities im internationalen Vergleich

(aus Open Password Online #502 vom 28.1.2019) (reprint with permission)

Es wird Zeit für einen transdisziplinären Dialog

Besprechung von: Agnes Mainka (2018): Smart World Cities in the 21st Century. Berlin, Boston: De Gruyter Saur (Knowledge and Information). Online verfügbar unter https://doi.org/10.1515/9783110577662 – ISBN: 978-3-11-057766-2; 288 S. ; 99,95 €

Von Hans-Christoph Hobohm, Potsdam

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