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Mär 27 2008

Fundierte Kritik: Web2.0 ist böse!

Die März Ausgabe von FirstMonday fasst das zusammen, was alle schon immer gedacht haben: Web2.0 ist nur eine von geheimen Wirtschaftsmächten getriebene Blase und noch dazu eine böse. Das ist schon erstaunlich bei FirstMonday zu lesen:

Preface: Critical Perspectives on Web 2.0
Michael Zimmer

Market Ideology and the Myths of Web 2.0
Trebor Scholz

Web 2.0: An argument against convergence
Matthew Allen

Interactivity is Evil! A critical investigation of Web 2.0
Kylie Jarrett

Loser Generated Content: From Participation to Exploitation
Søren Mørk Petersen

The Externalities of Search 2.0: The Emerging Privacy Threats when the Drive for the Perfect Search Engine meets Web 2.0
Michael Zimmer

Online Social Networking as Participatory Surveillance
Anders Albrechtslund

History, Hype, and Hope: An Afterward
David Silver

Vielen Dank, Ed Valauskas, für diese erfrischende Ausgabe, deren Zielrichtung uns Michael Zimmer in der Einleitung so zusammenfasst:

The goal of this special issue on Critical Perspectives on Web 2.0 is to remove the blinders that Neil Postman warns us of, and in reading the essays that follow, we hope to help and expose, explore and explain the ideological meanings and the social, political, and ethical implications of Web 2.0.

Allerdings kommen wir mit den Statements nicht wirklich weiter. Zimmer selbst muss auf Neil Postmans Vor-Internet-Essay Technopoly rekurrieren, und auch die anderen Beiträge sind nicht gerade Empirie geschwängert oder argumentativ stringent. Einen Versuch ist es aber sicher wert; viele Aspekte erinnern ja doch an die Weizenbaum Debatte oder den digitalen Maoismus. Gut, wenn dies wiederholt wird. Am meisten gefällt mir Kylie Jarretts Text (nicht nur weil sie auf Foucault kommt…).

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Mär 07 2008

Joseph Weizenbaum (1923-2008)

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Joseph Weizenbaum in der FHP am 19.10.2005

Joseph Weizenbaum ist am Mittwoch gestorben! Der Fachbereich Informationswissenschaften der FHP ist tief betroffen. Wir haben ihm viel zu verdanken in den letzten zwei Jahren.

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Okt 26 2007

Wissen und Alterität

Über die Notwendigkeit des Anderen im Zusammenhang mit Wissens- und Bildungsprozessen.
Eröffnungsvortrag der VIII. Civitas Ringvorlesung der Fachhochschule Potsdam (Wintersemester 2007/08):

Das andere – das fremde

am 29.10.2007 im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4
Die Begegnung mit dem Anderen ist stets prägend in Lernprozessen: nur über die Erfahrung des Neuen – des noch nicht Gewussten und Ungewohnten – können wir uns unserer eigenen Position bewusst werden und diese weiter entwickeln. Dies ist eine Erkenntnis, die viele Studierende nach einem Auslandssemester mitbringen, nach dem sie einen ‘anderen’ Blick auf ihr eigenes Land und damit auf sich selbst werfen konnten. Sich selbst von außen betrachten, über den Dingen stehen zu können, ist ein Kennzeichen für die Souveränität des Meisters, dem der Schüler begegnet auf seinem Weg zur eigenen Weisheit.

Die globale Digitalisierung und Vernetzung der Welt macht uns zunehmend bewusst, wie wichtig die (physische) Begegnung mit dem anderen Menschen ist, und wie sehr wir doch eher durch das Analoge geprägt sind. Computerkritiker wie Weizenbaum und Dreyfus haben darauf schon lange hingewiesen, jetzt rufen uns dies die aktuellen Erscheinungsformen des (sozialen) Netzes wie Second Life und MySpace selber grell ins Bewusstsein: der Mensch ist ein soziales Wesen und jede Informations- und Wissenstätigkeit funktioniert nur durch eine Einbettung in personale und gesellschaftliche Kontexte – durch ‘Verortung’. Nichts anderes passiert derzeit im Internet selbst. Die neuen Möglichkeiten des Web2.0 machen deutlich, wo die Stärken der großen Informationsmaschine Internet liegen: in der Vernetzung von Personen. Alle künstliche oder konstruierte Intelligenz der Suchmaschinen kann die persönliche Begegnung an einem ausgewählten Ort nicht ersetzen. Dies ist der Tenor der aktuellen Überlegungen führender Wirtschaftsexperten, wenn sie das Internet als Marktplatz erklären wollen (”Märkte sind Gespräche”) oder wenn Potenziale des “Humankapitals” im Wissensmanagement des Unternehmens aktiviert werden sollen (”Management by Story Telling”). Informations- und Wissensprozesse geben sich – befreit von der Techniklast – zunehmend (wieder) als hermeneutische Dialoge zwischen Menschen zu erkennen.

Der Informationswissenschaftler Hans-Christoph Hobohm macht insgesamt eine Renaissance des Analogen aus und betont in seinem Vortrag wie sehr in anderen Ländern das Umdenken in der Bildungspolitik schon begonnen hat.

Die traditionelle Winter-Ringvorlesung der FHP (immer montags 18 h) bringt Kollegen der Hochschule und andere Interessierte aus Potsdam und Umgebung zu interdisziplinären Vorträgen mit anschließender Diskussion und Umtrunk zusammen. Es wurden Themen behandelt wir “Geometrie und Lebenswelt”, “Bildersturm und Gedächtnis” oder “Leerstand und Fülle”. Der langjährige Erfahrungsaustausch macht deutlich: man kann sogar mit Bauingenieuren reden und manche Architekten und Designer verstehen. Eingeladen sind nicht nur Studierende.

Pressereaktion in den Potsdamer Neuesten Nachrichten

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Apr 10 2007

Tumultartige Szenen bei Joseph Weizenbaum

Weizenbaum Film Plakat

Anläßlich der Potsdampremiere des Weizenbaumfilms “Rebel at Work” gab es in Anwesenheit des Hauptdarstellers tumultartige Szenen im sonst beschaulichen Potsdamer Filmmuseum. Ausgerechnet ein Potsdamer Archivwissenschaftler (Absolvent des Fachbereichs) bekannte sich mehrfach als völliger Computerignorant und hinterfragte sämtliche Sinnghaftigkeit des für andere Informationswissenschaftler absolut sehenswerten Films. Er bestätigte damit den deutschen Titel des Buches von Weizenbaum: “Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft”: offensichtlich war der äusserst unhöfliche und respektlose Archivar von den EDV-Anteilen seines Studiums in Potsdam so sehr traumatisiert worden, dass er nur noch “Ohmacht der Vernunft” demonstrieren konnte. Ich glaube nicht, dass dieser Coup vom charmanten Filmteam oder gar von unserem Dekan inszeniert worden war. Dazu klangen die Injurien zu echt.

Wirklich schade, dass über dem Abend jetzt ein solcher Misston liegt. Der Film und vor allem der große Alte der Computerwelt hatten es nicht verdient. Äusserst bewunderswert, wie ‘Joe’ die Situation (bis zur Eskalation) meisterte. Einen Rebellen stellt man sich übrigens anders vor. Es mag Neid sein, aber ich sah in ihm vielmehr den verdienten MIT Wissenschaftler und genialen Erfinder von Eliza.

Wie schon bei seinem letzten Auftritt in Potsdam schockierte er viele Anwesende vor allem durch seinen rationalen, naturwissenschaftlichen Pessimismus, was das Überleben der Welt betrifft (”höchstens noch 50-60 Jahre”). Allerdings gibt er dann doch als Person wieder ernorm viel Hoffnung, dass es doch “Inseln der Vernunft” geben könne und macht Mut, diese zu bevölkern. Der Film zeigt ihn als Momument des zwanzigsten Jahrhunderts – mit allen seinen Facetten: die Dialektik der Aufklärung in Person.

Die Fragen des Publikums waren offensichtlich die gleichen, die er schon immer wieder beantwortet hatte auf seinen Vortragsreisen: wie z.B. warum er “so plötzlich” wieder in Deutschland sei (seit 12 Jahren) – seine Antwort: er sei zwar amerikanisch sozialisiert, aber dennoch sei wohl die (deutsche) Sprache seine Heimat; oder: wie er es mit der Religion halte – er habe, als Jude, Gott zu sehen gelernt als er sich mit Auschwitz beschäftigte.

Eine Frage war für ihn offensichtlich so neu, dass er wirklich kaum Worte fand: die Direktorin des Filmmuseums, Dr. Bärbel Dalichow, fragte ihn, wie er sich selbst habe im Film ins Gesicht sehen können – nach einigem Zögern und Wortesuchen sagte Weizenbaum, es sei eine “angenehme Begegnung” gewesen. Wer kann das schon sagen, wenn man sich in den Medien sieht oder hört…

Ein gelungender Film, der zurecht nicht im öffentlich rechtlichen TV akzeptiert wird. Er ersetzt zwar nicht die persönliche Begegnung, bietet aber viel Stoff zur Oral History unseres Faches. Er gehört in jede Instituts-, Uni- und vor allem Privatbibliothek. –> Il Mare Film

Nachtrag 20.4.2007:  der Film ist mittlerweile mit dem Wolfgang von Kempelen Preis für Informatikgeschichte ausgezeichnet worden.

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Mär 29 2007

Weizenbaum. Rebel at Work

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5


Film über Joseph Weizenbaum und anschließende Diskussion mit Joseph Weizenbaum und den Filmemachern

Zu einer Potsdampremiere laden der Fachbereich Informationswissenschaften und die Bibliothek der Fachhochschule Potsdam am 10. April 2007 um 17.30 Uhr in das Filmmuseum Potsdam ein. Gezeigt wird der Film „Weizenbaum.Rebel at Work“ über den Grand Old Man der Medienkritik und Kultfigur unter den Informatikern.

In Berlin geboren und in die USA emigriert, wurde Joseph Weizenbaum als Professor am Massachusetts Institute of Technology in den 60ern weltbekannt. Ein verschmitzter Geschichtenerzähler fügt im Film unzählige Anekdoten, Erinnerungen und Einfälle zu einem Gemälde zusammen, das er sein Leben nennt. Wesentliche Szenen des Filmes entstanden in der Fachhochschule Potsdam anlässlich eines Vortrages von Joseph Weizenbaum zum Thema „Die Verantwortung des Einzelnen“ im Oktober 2005.

Joseph Weizenbaum und die in Wien lebenden Filmschaffenden, Silvia Holzinger und Peter Haas, werden sich nach der Vorführung des Films der Diskussion stellen.

Ansprechpartner ist Prof. Dr. Rolf Däßler, Tel: 0331 580-1512, daessler@fh-potsdam.de

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Nov 15 2006

Weizenbaum – Rebel at Work (Filmpremiere in Jena)

Joseph Weizenbaum konnten wir im vorletzten Semester live erleben hier in Potsdam. Mit ihm kam ein Filmteam um seinen Auftritt zu dokumentieren. Das Ergebnis ist ein spannender digitaler Film, der nun an den Start geht. Auf Einladung der Friedrich-Schiller-Universität Jena findet die Premiere am 17.11.2006 um 19:00 Uhr im Wissenschaftszentrum Beutenberg statt und bildet den Auftakt einer Deutschland-Tournee.

Joseph Weizenbaum ist eine Legende unter den Informatikern Deutschlands und beinahe eine Kultfigur. In Berlin geboren und in die USA emigriert, wurde er als Professor am MIT weltberühmt: Er entwickelte das erste Programm, mit dem man in Englisch „eine Unterhaltung“ führen kann, ELIZA, und das ist immerhin schon 40 Jahre her! Später wurde Joseph Weizenbaum zum Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker, zum Ketzer. Niemand kann so einfach über Computer sprechen, sodaß ihn jeder versteht. Er hat das Geschichtenerzählen in die Wissenschaft zurückgeholt.
Also erzählt der 83-jährige Joseph Weizenbaum auf höchst amüsante Weise seine Lebensgeschichte, die der Film geschickt mit der Geschichte des Computers verknüpft. Der unabhängig produzierte Film von Peter Haas und Silvia Holzinger, zwei deutschösterreichischen Filmemachern, wurde ausschließlich durch eigene Mittel und Sponsoren ermöglicht, ein steiniger Weg, wie beide zugeben. Mit Hilfe einer breiten Wissenschafts- und Internet-Community, die das Projekt unterstützt, wird der Film im kommenden Jahr in zahlreichen Programmkinos und im TV zu sehen sein, die DVD kann unter www.ilmarefilm.org erworben werden.
„Wenn der Umbruch des traditionellen Kinos zum Digitalen Kino nicht stattfinden würde, hätten wir unseren Film nicht realisieren und bis ins Kino bringen können“, so Peter Haas, der selbst 15 Jahre lang als Software-Entwickler gearbeitet hat, „wir sind vor allem der Firma ropa dankbar, die uns für die Premiere ihren neuesten CineSuite Cinema Server zur Verfügung stellt.“
[Pressetext]

Wir bemühen uns, ihn auch in Potsdam zu zeigen! In der Zwischenzeit kann man die Produzenten weiter unterstützen. Der Film und die “Kultfigur” sind es wert.
Mehr dazu bei Il Mare Film

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Sep 10 2006

Marvin Minski in Berlin Adlershof


Marvin Minski (MIT, einer der ganz Großen im IT Bereich) lädt alle per Podcast ein, ihm Fragen zu stellen über die Zukunft und über mangelnde Innovationsbreitschaft. Er wird Podiumsgast sein auf dem 1. Adlershof Business Talk am 10. Oktober 2006. Ob Weizenbaum auch kommen wird?

via Adlershof-Blog.

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