E-Research braucht ein „Facebook für die Wissenschaft“

Ich war gerade fleißig am Twittern während des E-Science Seminars der Max-Planck-Gesellschaft vorletzte Woche, da traute ich meinen Ohren kaum: Ad Lagendijk (Distinguished Professor of the Univ. of Amsterdam), der als „konservativer“ Keynote-Speaker im Kontrast zu Tony Hey (Microsoft) eingeladen worden war, sprach davon, dass der ganze technische Hype mit Grid und Datamining vorbei ist, und es jetzt viel mehr darauf ankäme, Kooperation und Vertrauen (sic: Kuhlen ließ grüßen) zwischen den Wissenschaftlern zu stärken. Für den Datenaustausch bräuchte man nicht Grid, sondern „so etwas wie Facebook für Max-Planck“. Jürgen Renn ging in der Zusammenfassung dann m.E. noch einen Schritt weiter und forderte nach dem Semantic – ein Epistemic Web, dem schließlich ebenfalls mehr personalisierte Kontextinformationen inne wohnen als in allen OLAP Datenbergen und -minen.

Irritierend war dann allerdings, dass gerade der Technikeuphoriker Tony Hey („use the new MS Office you will see“) eine Lanze brach für Bibliothekare. Er verwies dabei auf einen Artikel, den er zusammen mit seiner Frau (die eben diesen Beruf hat) 2006 in Library Hi Tech veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler Renn und Lagendijk schienen dabei nicht so überzeugt.

Jetzt (gestern) geht nun allerdings gerade über den Heise Ticker, dass es in UK in der Tat so etwas schon gibt (Research Gate) (wusste Hey dies?). Und Twitter-bibliothekarin Dörte Böhner ist schon wieder dabei, gleich dazu zu posten. Vielen Dank für den Tipp. Vielen Dank Twitter.

4 thoughts on “E-Research braucht ein „Facebook für die Wissenschaft“

  1. Heinrich C. Kuhn

    Irgendwie bin ich wohl zu blöd, zu alt, zu faul.
    Wozu schon wieder eine neue web 2.0 Platform?
    Nach meiner bisherigen Erfahrung braucht’s ein Minimum an kritischer Masse (i.e.: genug Leute mit den eignen halbwegs ähnlichen Interessen) damit derlei sinnvoll wird. Und warum die sich ausgerechnet in nur einer Institution (hier: MPG) finden sollen weiss ich auch nicht. Und was es können soll was nicht mit facebook + ggf. Erweiterungen geht auch nicht.
    M.E.: Entweder disziplinspezifisch, oder wirklich groß und konfigurierbar.

  2. marc

    Wieso denn eigentlich in UK? So wie ich das verstanden habe ist das eine Kooperation in Deutschland (Hannover) und USA (Boston)…oder?

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