Mai 27 2006

die Probleme von Library2.0

Published by Hans-Christoph Hobohm at 11:37 under LIS, Web2.0

Rory Litwin postet gerade in Library Juice, dass das zentrale Problem der social software das Soziale ist: die Öffentlichkeit bzw. mangelnde Privatheit. Sehr schön beschreibt er aber auch das mangelnde Verständnis der beiden Welten:

The mainstream of librarianship, the older side of the profession, has by now heard of Library 2.0, but understands it poorly or not at all. That older side of the profession may be habituated to modes of practice that in some cases need to die off, but are also the bearers of much important knowledge – of principles and practices – on which the future of librarianship depends. The younger, web-centric generation of librarians is interested in this knowledge in theory, but to the extent that its discourse is separate and web-based it is not communicating with the older generation to the extent that’s necessary.

Vor allem die darauf beginnende Diskussion in seinem Blog ist lesenswert.

3 responses so far


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3 Responses to “die Probleme von Library2.0”

  1.   Meinbrodton 30 Mai 2006 at 1:10

    Eine Software ist meiner Meinung nach nicht das Problem, sondern die mangelnde Reflexion über die Möglichkeiten und Gefahren derselben.
    Litwin beschreibt es als: “lack [of] maturity that’s necessary to make wise decisions about personal information sharing”

    Wenn man nur der Technik den schwarzen Peter zuschiebt, dann entbindet man sich und andere zu leicht der eigenen Verantwortung die man als Mensch mit deren Umgang hat.
    Das klänge ungefähr so, als würde man sagen: “die Pistole ist schuld, dass ich einen Menschen umgebracht habe, nur weil sie diese Funktion besitzt”

    In diesem Zusammenhang hat auch Meridith Farkas einen Interessanten Artikel in ihrem Blog “Information wants to be free” über “social software” und die Rolle von Bibliotheken geschrieben. So können/sollen sie u.a. Nutzer von “social software” zu mehr Eigenverantwortung und Selbstreflexion zum Thema “privacy” befähigen.

    “We can play a valuable role in educating young people about online privacy and the possible negative effects of putting too much of yourself online”

    Hier der Link zum ganzen Artikel:
    http://meredith.wolfwater.com/wordpress/index.php/2006/05/10/libraries-in-social-networking-software/

  2.   Meinbrodton 30 Mai 2006 at 22:17

    Wenn wir schonmal bei den negativen Aspekten von Social Software bzw. dessen Umgangs sind hier mal ein anderes, sicherlich etwas überspitztes, aber dennoch mögliches Gefahrenszenario:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22342/1.html

    Der Autor nimmt an, das Bild, welches man von einem Nutzer von social software anhand seines Profils gewinnen kann, immer glaubwürdiger wird.
    Einfach deswegen, weil social software auf einer Trendwelle schwimmt und von vielen genutzt wird.

    “Denn soziale Duftmarken im Netz zu hinterlassen, ist weitaus anerkannter als noch Mitte der 90er. Damit auch glaubwürdiger.”

    Wenn man nun also die Zugangsdaten eines Nutzers herausfindet (durch “social pishing”), besteht die Möglichkeit, dass man dessen Ruf und Reputation ganz erheblich schädigen kann, einfach in dem man ganz subtil dessen Profil mit falschen Informationen spickt.

    Matthias

  3.   Matthias Kleinon 31 Mai 2006 at 9:28

    Sehr interessanter Denkansatz. Und wirklich hilfreiche Links.
    Ich beschäftige mich momentan mit Folksonomy, im Rahmen des Seminars “Grundlagen der inhaltlichen Erschließung”. Ich wollte sowohl auf die Vor- und Nachteile, im Vergleich zu starren Klassierungskonzepten (Thesauri, etc.), als auf die Vor- und Nachteile des “semantic web” eingehen.

    Trotzdem finde ich es eher unangebracht “social software” mit Pistolen zu vergleichen.
    Wir hatten die Diskussion bereits in diversen Vorlesungen. “Man sollte die Mündigkeit der Bevölkerung nicht immer so unterschätzen”, fällt mir da spontan ein. Eine, wie ich finde, schwammige These, die in vielen Fällen einfach nicht greift.
    Als Nutzer kann man, in den seltensten Fällen überblicken, was und an wen man seine Daten Preis gibt. Außerdem fängt Datamining bereits beim einfachen “klick” an und kennt nahezu unendlich viele Variationen, die irgendjemandem auf der weiten Welt von Nutzen sein können.

    Eigenverantwortung ist also nicht immer die Frage/das Problem. Bewusstsein, Wissen um verschiedene Tricks und Techniken, Aufklärung, schon eher.
    Folksonomy scheint und ist wahrscheinlich noch die harmloseste Form des privaten Exhibitionismus.
    Mir machen eher verschiedene Ansätze für das Web 2.0 oder die fortschreitende Weltherrschaft von Google Angst. Wer sagt mir, was mein Google-Desktop-Search-Programm, in das Internet sendet? (…wahrscheinlich gar nichts. Aber es könnte, wenn es wollte. Und es würde eine Weile dauern, bis Ottonormal dahinter kommt)