Bibliotheken auf der politischen Tagesordnung

Bibliotheksanzeige

Eigentlich wollte ich nur in Ruhe einen guten Cappuccino trinken, mich in meinen Lieblingssessel setzen und Zeitung lesen: über die Waldbrände der Welt, die fliehenden Ehegattinnen von Staatspräsidenten und die anderen normalen Katastrophen, die wir so täglich lesen…

Diesmal konnte ich nicht „vernünftig“ Zeitung lesen: auf fast jeder Seite schreit sie mir entgegen, wie wichtig und gut BIBLIOTHEKEN sind. Schon auf der ersten Seite: die Notiz auf S. 11 weiterzulesen zur Kampagne: „Wissen wo’s steht“

Mona Lisa liest Dalai Lama, Adam über Frauen: Mit einer originellen Kampagne wollen die Bibliotheken weg vom staubigen Büchereiimage und so mehr Nutzer gewinnen.

Die Kampagne „Orte des Wissens“ startete am Tag der Bibliotheken mit einer Pressekonferenz und einer Roadshow, auf der die von Heymann+Schnell entworfenen Anzeigen vorgestellt wurden.


Es wird die Landesvorsitzende Cornelia Stabroth zitiert:

Die Kampagne, die Teil der landesweiten Initiative „Bilde deine Zukunft! – Bibliotheken in Brandenburg“ist, „soll das Interesse und die Wahrnehmungen der öffentlichen Bibliotheken verbessern“, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes, Cornelia Stabrodt.

So ist die Bibliothek schon längst keine verstaubte Bücherei mehr. Vielmehr sei sie „ein Raum des Wissens und der Bildung“. Ein Treffpunkt zum Dialog, der neben Büchern, weitere Medien wie Zeitschriften, CDs, DVDs und den Zugang zum Internet anbiete.

Schade nur, dass die Kampagne zunächst auf Brandenburg, das Land mit den geringsten Bildungsausgaben in Deutschland beschränkt bleibt. Der Bundesvorstand des DBV hatte sie gegen eine Ausweitung auf andere Länder ausgesprochen.

Dennoch: ich kann mich nicht erinnern, jemals in Deutschland eine Werbeanzeige für Bibliotheken in den Medien gesehen zu haben. (Deshalb das Photo meiner Tageszeitung oben.)

Auf Seite 30 meiner Lokalzeitung wird dann berichtet von unseres Bundespräsidenten „beste Rede“ seiner Amtszeit (Welt Online), in der er anläßlich der Wiedereröffnung des Rokoko-Lesesaals der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar das Motto von Claudia Lux‘ IFLA Präsidentschaft aufgreift und fordert:

Bibliotheken müssen auf die politische Tagesordnung!

Herren im Anzug, Kapital, das geräuschlos Zinsen brignt, bewundernd

Mehr dazu im IBI Weblog.

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