Wider die Transparenz-Gesellschaft?

Im heutigen Tagesspiegel führt Gregor Dotzauer u.a. Byung Chul Han vor, der unlängst in seiner Müdigkeitsgesellschaft, mahnte, dass die übertriebene Positivität („I am ok!“) ungesund ist und nun die Frage stellte, ob nicht die allenthalben geforderte Transparenz ähnlich unglückliche Folgen hat bzw. zu einem ähnlichen Modewort verkommen ist wie Nachhaltigkeit und ob die These von der allgegenwärtigen Offenheit (Open xy) nicht gerade ökonomistischen Zielen folge.

Eingangs die schöne Kategoriesierung der jüngeren Gesellschaftsbeschreibungen:

Was sollen wir nicht alles sein. Eine Klassengesellschaft (Karl Marx). Eine von gouvernementalen Steuerungsmechanismen überforderte Risikogesellschaft (Ulrich Beck). Eine im Gegenteil bestens regierbare Chancengesellschaft (Roland Koch/Helmut Kohl/Erwin Teufel). Eine von grenzenlosem Hedonismus dauerbesoffene Erlebnisgesellschaft (Gerhard Schulze). Eine am Abgrund lebende Krisengesellschaft (Dirk Baecker). Eine an ihrer hemmungslosen Positivität erstickende Müdigkeitsgesellschaft, die in der Verleugnung alles Negativen seelische Erschöpfungszustände hervorbringt (Byung-Chul Han). Und jetzt, mit einem neuen Begriff des an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung lehrenden Philosophen auch noch eine ins Totalitäre zielende „Transparenzgesellschaft“.

Lesenswert.

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