Category Archives: Tagung

Idea Stores presented by FHP

Schön wie Erik Boekesteijn das ankündigt: „This episode is sponsored by Fachhochschule Potsdam….“

Der stellvertretende Leiter der Idea Stores, Sergio Dogliani, in London gibt Rede und Antwort auf dem letzten Bibliothekartag in der TWIL Show n° 113 im Rahmen der Zukunftswerkstatt über 15 Jahre Erfolgsstory einer neuen Bibliotheksform.

TWIL #113: Sergio Dogliani (Deputy Head of Idea Store) from Jaap van de Geer on Vimeo.

Die Idea Stores sind zur Metapher geworden für eine Art Re-Branding von Bibliotheken vor allem im Hinblick auf ihre Funktion im Urbanen Raum. Der Londoner Bezirk, in dem sie das Bibliothekssystem mit einer Reihe von spektakulären Neubauten darstellen gilt/galt als sozialer Brennpunkt. Interessanterweise entstand die Idee in einer Public-Private-Partnership Finanzierung. Eines der bemerkenswertesten Statements von Sergio Dogliani in dem Interview: nur ca. 10% der Mitarbeiter der Idea Stores sind Bibliothekare – der Schwerpunkt liegt auf Lernen und Bildung.

 

Eine Gleichung mit drei Unbekannten

Informationskompetenz = Informationsverhalten + Informationsdidaktik

Vortrag gehalten auf dem Symposium „Informationskompetenz im Hochschulkontext – Interdisziplinäre Forschungsperspektiven“ am 16. Mai 2014 im Leibniz Zentrum für Psychologie Information (ZPID) Trier (proceedings hrsg. v. A.-K. Mayer (Lengerich: Pabst, 2014)) 

Ein etwas provokanter Titel, der mir noch dazu mathematische Schwierigkeiten bereitete: jedenfalls „ging die Gleichung nicht auf“. Die Folien sind sicher ohne den Text nur schwer nachvollziehbar. Ich verweise deshalb auf die im Erscheinen begriffenen Proceedings der Tagung.

Hobohm talking at ZPID-Tagung-2014

Es war eine sehr interessante Tagung, die zeigte, wie sehr noch psychologische Theorie und Informationskompetenzpraxis auseinanderdriften. Besonderes Erlebnis: mehrere Referenten bezogen sich auf Bruno Latour und seine ANT.

iConference in Berlin

Welch ein Ereignis!

iConference 2014 in Berlin (Opening Session in Audimax of Humboldt University)

iConference 2014 in Berlin (Opening Session in Audimax of Humboldt University)

Die Crême-de-la-Crême der „Information Science“ Forschungs- und Ausbildungsstätten der Welt trifft sich in der Nachbarstadt zur Konferenz der iSchools genannt iConference. Nach dem Internationalen Symposium der Informationswissenschaft in Potsdam und der CoLIS Konferenz Kopenhagen im letzten Jahr eine enorme Anhäufung von informationswissenschaftlichen Top-Treffen in der gleichen Region.

Beeindruckend war auch der vergleichsweise hohe Preis. War dies der Grund dafür, dass man so wenige deutsche Kollegen traf? Der iSchool Caucus – unter aktuellem Vorsitz von Michael Seadle (HU Berlin) – gibt sich zunehmend international und nicht mehr nur als US Elite. Früher war eine bestimmte Drittmittelquote das Kriterium, in den Club aufgenommen zu werden und sich „iSchool“ nennen zu dürfen. Dass dem nicht mehr so ist, zeigte die Internationalität der vertretenen Fachbereiche und Institute aus vielen Ländern.

Das Programm der Tagung war gemischt. Es zeigte vor allem die Leistung der jeweiligen PhD candidates und die Forschung der post-docs. Und diese ist auf einem recht hohen methodologischen Niveau. Sehr viel neues inhaltliches ist mir persönlich nicht begegnet, was aber auch daran gelegen haben mag, dass man sich zwischen teilweise über vier parallelen Tracks entscheiden musste und ich gezielt zu Themen aus dem Bereich „Information behavior“ gegangen bin. Methodisch habe ich allerdings einiges gelernt. Vor allem, wie stringent informationswissenschaftliche Forschung an den iSchools betrieben wird. Meine inhaltlichen Highlights ähnelten und bestätigten meine Eindrücke von der vorletzten ASIS&T und der letzten CoLIS: David Bawden, Ron Day, Isto Huvila, Nicholas Belkin – Namen, die in diesem Zusammenhang in Erinnerung bleiben werden. Auf der Twitter-Timline der Konferenz war übrigens unser Kollege Marian Dörk (FH Potsdam) der Champion!

Tony Hey (Keynote at iConference 2014 in Berlin)

Tony Hey (Keynote at iConference 2014 in Berlin)

Zwei Keynotes eröffneten die jeweiligen Haupttage. Melissa Terras von der UCL sprach am zweiten Tag zum Thema „Digital Humanities als Culture Clash“. Ich konnte ihren Vortrag und ihren unlängst erschienenen Reader für meinen Vortrag auf unserem I-Science Tag gut verwenden.

Der erste Keynote Speaker war uns gut bekannt: Tony Hey (Microsoft Research) hielt ziemlich genau den gleichen Vortrag, den er bei uns in Potsdam anlässlich unseres ersten I-Science Tages 2010 schon gehalten hatte zu Forschungsdaten und das vierte Paradigma. Bei uns hatte es nur zu einer Skype-Zuschalte gereicht. In Berlin war er persönlich zu bewundern.

Drei unserer Masterstudierenden konnte ich mit Projektmitteln die Gelegenheit bieten mitzukommen. Ich hoffe es hat ihnen genauso gefallen wie mir, obwohl sie natürlich noch nicht zur Familie gehören und (noch?) nicht so viel Netzwerken konnten. Die nächste iConference findet in 2015 Newport Beach in Süd-Californien statt und viele Kollegen versprachen dahin wieder zu kommen (zum Baden und Surfen).

 

Potsdamer Kongresspreis für Stadt der Ströme!

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Ich hatte gestern das Vergnügen an der recht spannenden Preisverleihung des Potsdamer Kongresspreises teilzunehmen und schließlich sogar stellvertretend für alle Organisatoren einen Preis in Empfang nehmen zu können.
Nach einer passenden Vorstellung unseres Events („…nach dreijährigem Forschungsprojekt… mündet nun in ein Forschungsinstitut Urbane Zukunft“) als nominierte Veranstaltung in zwei Kategorien (Einzelveranstaltung, innovative Veranstaltung) war jedesmal die Enttäuschung groß, den Preis nicht zu erhalten, da die jeweils anderen Nominierten m.E. die Kategoriekriterien nicht wirklich erfüllten.
Ich hatte mich schon zurückgelehnt und twitterte die Entscheidungen als Prof. Günther mit steigender Spannung den Sonderpreis von pearls für eine „Veranstaltung mit interdisziplinärem Schwerpunkt“ ankündigte. Die Überraschung war dann umso größer, dass es uns doch „traf“.
Kongresspreis2
Zur Übergabe von Urkunde und Blumen hatte ich dann die Gelegenheit, im Interview mit dem RBB Moderator Uwe Madel auf die erfolgreiche Interdisziplinarität der Tagung hinzuweisen (s. Photo von Constanze Langer) und auf die Frage, welches denn die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft seien, den Spagat zwischen Digital und Analog – Vernetzung und lokalen Communities – smarter Technologie und sozialen Brennpunkten hervorzuheben. Auf die Frage, welche Aufgabe denn nun auf die Politik zukommen würde, konnte ich, den Oberbürgermeister fest im Blick, mir nicht verkneifen, auf die Bibliothekspolitik der Landeshauptstadt vor dem Hintergrund der PISA- und „Erwachsenen PISA“- (PIACC) Studienergebnisse hinzuweisen, bei denen Deutschland stets schlechter abschneidet als Länder oder Städte, die sich bessere (oder zumindest größere) Bibliotheken „leisten“ und auf lokale bildungsbasierte Community-Bildung Wert legen.
Übergabe des Sonderpreises von pearls für eine Veranstaltung mit interdisziplinärem Schwerpunkt.

Übergabe des Sonderpreises von pearls für eine Veranstaltung mit interdisziplinärem Schwerpunkt.

Beim abschließenden Empfang ergab sich noch das eine oder andere interessante Gespräch über die Chancen der Stadt der Zukunft und die Strategie der Fachhochschule Potsdam, sich diesem brennenden Thema zu stellen.
Ich gratuliere uns allen für die gelungene Zusammenarbeit und die Krönung der Innovationskolleg-Jahre mit dieser Bestätigung. Ich danke im Namen aller ganz besonders Frau Pfeffing, ohne die die Tagung nicht zu einem so besonderen Erlebnis geworden wäre.
Ich hoffe, dass die FH Potsdam auf diesem Erfolg aufbauen kann mit dem geplanten Institut, dem Studiengang oder dem EU Projekt.
Die Gesamtkonkurrenz war recht groß – auch aus der FHP selber, u.a. durch die ISI2013, die sich ebenfalls beworben hatte! vgl. http://www.wis-potsdam.de/sites/default/files/ppp3_prowissen_kongress-preis2013_nominierte_aussen_051113.pdf
Gruppenphoto aller Preisträger
Die Nominierungsbegründung:
Stadt der Ströme – Interdisziplinäre Perspektiven auf die digitale Stadt in analogen Räumen: Bei der „Stadt der Ströme“ handelt es sich um die erste interdisziplinäre Tagung zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Dies ist ein Thema, das v.a. in Großstädten wie Berlin heiß diskutiert wird. Die Fachhochschule Potsdam hat zu dieser Diskussion, die alle Menschen – Bewohner, Entscheidungsträger und Wissenschaftler – gleichermaßen betrifft, mit einer eigenen, mehrtägigen, öffentlichen Veranstaltung am Hans-Otto-Theater in der Schiffbauergasse Maßstäbe gesetzt. Als Abschluss und Präsentation eines dreijährigen Forschungsprojektes hat der große Erfolg der Tagung dazu beigetragen, dass an der FH Potsdam ein eigenes interdisziplinäres Institut für „Urbane Zukunft“ aufgebaut wird.
zur Website der Tagung: Stadt der Ströme; zur Pressemeldung der FH Potsdam

Forschendes Lernen

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So heißt eine Initiative und ein hochschulübergreifendes Projekt bei uns an der Fachhochschule Potsdam. Sie kann als Fortsetzung unserer „Exzellenz in der Lehre“ – Preis Aktivität „Interflex“ verstanden werden und thematisiert neue Formen der Hochschullehre wie wir sie in unserem BMBF Projekt AKIB auch untersuchen und weiterentwickeln wollen.

Das interessante an AKIB ist, dass wir hier einen Vergleich ziehen können zwischen den Lernenden aus der Praxis (FaMIs) und den Direktstudierenden und sich hieraus interessante „Lernschnittstellen“ ergeben.

Zwei wichtige Schlagworte aus dieser Diskussion: „Professionalisierung“ und „Reflexion“: beide stehen jeweils für die Lernsituation in der Praxis und in der Hochschule. Mein Bericht zu der Tagung „Forschendes Lernen“, bei der führende Vertreter der modernen Didaktikdiskussion (Ludwig Huber und Eberhards Ludwig) an der FH Potsdamwaren, ist auf der Website des Projektes AKIB zu finden.

In diesem Kontext planen wir auch die Einreichung eines Vortrags auf dem nächsten Bibliothekartag in Bremen.