Category Archives: Publikation

ISI 2015 in Zadar

Pause während der Konferenz vor dem Rektorat der Uni

Pause während der Konferenz vor dem Rektorat der Uni

Nach der von vielen als erfolgreich empfundenen ISI2013 Konferenz in Potsdam ging das 14. „Internationale Symposium der Informationswissenschaft“ fast zum ersten Mal ins nicht deutschsprachige Ausland nach Zadar/Kroatien. War in Potsdam lediglich die Vortragssprache Englisch, so wurden nunmehr auch die Proceedings Texte international. Fiel in Potsdam noch Schnee während des Konferenz-Dinners, so gab es in Zadar eher Sommerurlaubsfeeling und eher zu heiße Sessions.

Mit drei Masterstudierenden, unserer Doktorandin und einem ehemaligen Mitarbeiter des BMBF Projektes Datacreativity machten wir eine kleine Exkursion. Ein weiteres Projekt des Fachbereichs (MyLibrARy) war mit einem Poster vertreten (Kollege Büttner).

Christoph Szepanski konnte Teilergebnisse unseres Projekte „Datacreativity for Innovation and Research“ vorstellen. Es gab eine spannende Diskussion zur Epistemologie informationswissenschaftlicher Forschung. Die Fallzahl ist zugegebenermaßen gering, aber die untersuchte Zielgruppe ja auch recht spezifisch.

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Foliensatz zum Vortrag (link)

Ich selbst hatte zusätzlich die Gelegenheit einen informationswissenschaftlichen Ansatz, den wir zusammen mit Silke Grossmann vor Jahren entwickelt hatten, erneut vor internationalem Publikum darzulegen. Der Vortrag generierte eine interessierte Diskussion über Konzept und Status der Service Science.

Der Text ist in den Proceedings wie folgt:

Hobohm, Hans-Christoph (2015): Service science as a transdisciplinary model for information science. In: Franjo Pehar und Christian Schlögl (Hg.): Re-Inventing Information Science in a Networked Society. ISI2015 – 14th International Symposium of Information Science. Zadar, Mai. Glücksburg: Hülsbusch, S. 66-80.

 

Tefko Saracevic auf der ISI2015

Tefko Saracevic auf der ISI2015

Eine der Keynotes war besonders attraktiv und erwies sich tatsächlich als besonders anregend. Tefko Saracevic sprach zum wiederholten Mal zum Thema „Relevance“. Beginnend mit einem historischen Rückblick auf die gesamte Geschichte der Informationswissenschaft, dachte man zunächst, er hielte eine Einführungsvorlesung. Es wurde aber zunehmend spannender und er endete mit einem Ausblick auf die Neuro-Info-Science, wie sie in Gmünden (Österreich) seit ein paar Jahren betrieben wird.

Zu den anderen Keynotes gab es recht gespaltene Meinungen. Mit einer Akzeptanzrate von ca. 50% war die Konferenz ein repräsentativer, guter Einblick in die europäische Informationswissenschaft im Allgemeinen. Fachlich interessant war vor allem das Vorherrschen des kognitiven Paradigmas und der immer noch „harten“ Methoden des kritischen Rationalismus.

Eine Fortsetzung der Internationalisierung wird im nächsten Jahr mit dem Annual Meeting der Association of Information Science in Kopenhagen angesteuert, worauf wir sehr gespannt sind: die ASIS&T ist dann zum ersten Mal außerhalb von Amerika – entsprechend ihres Namenswechsels. Und der Hochschulverband Informationswissenschaft will hier „mitmischen“.

 

Diversität als Basis für Informationsgerechtigkeit (Dewitz 2015)

Leyla Dewitz (2015): Diversität als Basis für Informationsgerechtigkeit. Berlin: Simon

Diese Woche kam die Verlagsausgabe der preisgekrönten Bachelor-Arbeit von Leyla Dewitz ins Haus. So knapp die Arbeit in der Printfassung aussieht, sie kommt recht gewichtig daher. Thematisch ein neues Feld in innovativer Kombination zweier gewagter Themenbereiche. Sie trifft den Kern einer Reihe von Diskussionen der letzten Zeit.

Hier mein dort abgedrucktes Vorwort dazu: Continue reading

Sammlung, Dokument, Bibliothek: besonders aktuelle Konzepte

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Der folgende Text ist eine redigierte und erweiterte Fassung meines Vorworts zu:

Andreas Degkwitz: Von Texten zu Daten – Zukunft der Bibliothek. Vorträge und Texte anlässlich der Ernennung zum Honorarprofessor der Fachhochschule Potsdam, herausgegeben und mit einem Vorwort von Hans-Christoph Hobohm. Berlin: Logos, 2014. (Berliner Arbeiten zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft; Bd. 26) – ISBN 978-3-8325-3806-4, 70 Seiten, Preis: 19.00 EUR.

Der Begriff „Sammlung“ klingt genauso altmodisch wie „Bibliothek“. Wobei mehr Menschen mit Ersterem etwas anfangen können. Wer kennt sie nicht oder hat sie nicht sogar selber: die Briefmarkensammlung, die Bildersammlung oder betreibt das Sammeln von Followern in den Sozialen Netzwerken? Schnell wird mit Sammeln der Messie assoziiert, die Übertreibung des Anhäufens und das Durcheinander in der Sammelkiste. Wird jedoch aus dem Sammeln eine Sammlung kommt eine Ordnung hinzu. Oft zunächst nur implizit mit „Werkstattcharakter“, später aber doch immer systematischer. Vor allem bekommt eine Sammlung ein Ziel, eine Intention, wenn sie sie nicht von Anfang gehabt hat. In nicht seltenen Fällen geht die Sammlung damit aus sich heraus, verliert ihren introvertierten, introspektiven Charakter. Man möchte seine Schmetterlingssammlung zeigen oder gar der Nachwelt vermachen, weil hiermit etwas ‚dokumentiert‘ wurde, das einen Wert hat. Damit erhält das Sammeln einen janusköpfigen Aspekt: zum einen geht man immer mehr durch die Welt (auf den Trödelmarkt) im Hinblick auf die eigene Sammlungssystematik (was fehlt, was passt?) und zum anderen wird an der Systematik gefeilt in Hinblick auf die (Nach-)Nutzung durch andere (wie werden die wichtigen „Typen“ gefunden? wie werden sie verstanden als wertvoll?). Continue reading

Was ist DH? (Rezension zu Digital Humanities erschienen)

Screenshot H/SOZ/KULT vom 5.1.2015

Screenshot H/SOZ/KULT vom 5.1.2015

Pünktlich zum Jahresbeginn erscheint meine Rezension zu zwei Büchern des Digital Humanities Centre des University College London in H/SOZ/KULT. Es war ein angenehmer und professioneller Publikationsprozess und die beiden Erscheinungsformen: Mail und Website sind gut dargestellt.

Somit haben meine zahlreichen Versuche, in einer Plattform mit „Kultur“ und „Soziologie“ im Titel mal als Informationswissenschaftler wahrgenommen zu werden, dann doch über den Umweg meiner alten Profession als Computerphilologe gefruchtet.  Es ist das alte Missverständnis, IW sei IT, das die eine oder andere Nachricht nicht an die H/SOZ/KULT Community vermittelt hat.

Hier der Rezensionstext in der PDF Version zum nachlesen, wenn es den Webauftritt nicht mehr geben wird: Hobohm-2015-DH-REZ.

 

Informationsdidaktik

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Pünktlich zur Ausschreibung der Professur Informationsdidaktik an unserem Fachbereich erschien der  verschriftlichte Text meines Vortrags „Informationsverhaltensforschung + Informationsdidaktik = Informationskompetenz. Eine Gleichung mit drei Unbekannten.“

S. 29-42, in: Mayer, A.-K. (Hrsg.). (2015). Informationskompetenz im Hochschulkontext – Interdisziplinäre Forschungsperspektiven. Lengerich: Pabst Science Publishers.

In der Zusammenschau ergibt sich hier wirklich eine interessante Mischung aus Praxisperspektiven und konkreter informationswissenschaftlicher Forschung am ZPID. Drücken wir Anne-Kathrin Mayer die Daumen, dass ihr Forschungsbereich am ZPID weiterhin so erfolgreich publiziere kann.