Tag Archives: Zukunft

Atlas of New Librarianship – endlich Open Access

Vorbei das Schleppen, das Finger wund blättern und haptische Suchen: endlich ist der Atlas transportabel und in jedem Seminar vorzeigbar! Dank an David Lankes und den MIT Verlag – wenn auch mit sieben Jahren Verspätung.

Den Download des Buches finden Sie hier.

Hoffen wir dass MIT nun auch die Bücherlabyrinthe (Wegmann 2000) wie geplant herausbringt.

 

 

 

‚New Librarianship‘ in der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Information (BRAGI)

Gestern (23.11.2017) hatte ich das Vergnügen, das von mir herausgegebene und mitübersetzte Buch „Erwarten Sie mehr“ von David Lankes im BRAGI vorstellen zu dürfen. Es kamen recht viele Interessenten aus Berlin und Brandenburg und es gab eine rege Diskussion zur Zukunft der Bibliothek.

Gerade angeregt durch die kybernetische Conversation Theory von Gordon Pask, auf der David Lankes sein New Librarianship aufbaut, kam z.B. die Frage auf, ob nicht doch KI auch diese neuen Funktionen der Bibliothek wird übernehmen können und ob das window of opportunities nicht schon geschlossen ist. Ich habe zwar versucht, Optimismus zu verbreiten, aber auch andere Nachfragen z.B. zu der Möglichkeit, Unterhaltsträger und Personal von nicht quantifizierbaren gesellschaftlichen Effekten der Institution Bibliothek zu überzeugen, machten doch auch mich nachdenklich. Vor allem ist und bleibt die Frage der Verbesserung der Gesellschaft („improving society„) auch immer eine Frage der Entwicklung der Konzeptionen, die sie und ihre Communites vom Verbesserungsziel haben. Und konzeptionelle Arbeit erfordert eben auch ein Nachdenken darüber in einer von der aktuellen Praxis entlasteten Situation. Und die Ressourcen für dieses generating knowledge (ganz nach dem Mission Statement von Lankes) sind in unserer beschleunigen Welt der Digitalen Transformation kaum noch vorhanden. Dies gilt (IMHO) vor allem für die Bibliothekswissenschaft (in Forschung und Ausbildung).

Empathie!

Jeremy Rifkin: Empathische Zivilisation

„Empathie“ ist bekanntlich ein zentraler Begriff der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, da es in diesem Disziplinen ja vorwiegend um die Zielgruppen gerechte Aufbereitung von Information und Wissen geht und dabei diesen gegenüber Empathie walten muss. In diesen Tagen ist „dazu“ ein viel beachtetes Buch des amerikanischen Soziologen Jeremy Rifkin (Autor von „Access: das Verschwinden des Eigentums“) erschienen. Er zeichnet ein sehr positives Menschenbild, in dem er dem Menschen eben jene Empathie als Grundcharakteristikum des Menschseins zuspricht und dies mit großem interdisziplinärem Geschütz (von der Phylogenese bis zur Neurobiologie und der Geschichte) auch belegen kann. Er vermutet, dass wir uns an einem sehr entscheidenden Wendepunkt der Menschheitsgeschichte befinden und diesen auch meistern können.

Nicht nur die deutsche Presse hat das neue Buch des Erfolgsautors und Beraters der EU ziemlich verrissen. Es ist ein Buch, das dem aktuell immer noch stark vorherrschenden Neoliberalismus nicht geheuer sein kann. Ich frage mich dennoch, ob es nicht auch das positive Menschenbild dieses weisen (?) Mannes ist, dass so aneckt. Das Buch bzw. die These von Rifkin weckt Hoffnung angesichts von so viel offensichtlicher Unvernunft auf der Welt. Und: wenn sich hier dann auch noch Argumente für bessere Bildung vielleicht sogar mit Bibliotheken finden lassen, könnte ich mir eine Lektüre trotz aller Feuilleton Kritik schon vorstellen.

Auch ihm zuschauen macht Hoffnung und Spaß:

Die heutigen Kritiken:

DRadio (mit Podcast),  Tagespiegel (Interview) und mehr dazu im Perlentaucher.

Gesten-Computer und optischer Spass mit Daten in 5 Jahren – sagt Horizon2010!

Eigentlich hat man noch nicht die letzten Horizon Reports verdaut, da ist schon der neueste. Seit 2004 mittlerweile erscheint jährlich der Delphi Bericht zu neuen Technologien im Bildungsbereich, der aber eher zu einem allgemeinen Technologie-Trend Bericht geworden ist und Gartner im Open Content Bereich Konkurrenz macht (meiner Meinung nach).

Zwei kleine Zitate aus dem Executive Summary seien herausgepickt, die ich immer noch für bedeutsam halte:

The role of the academy — and the way we prepare students for their future lives — is changing. In a 2007 report, the American Association of Colleges and Universities recommended strongly that emerging technologies be employed by students in order for them to gain experience in “research, experimentation, problem-based learning, and other forms of creative work,” particularly in their chosen fields of study.

(…)

Institutions increasingly focus more narrowly on key goals, as a result of shrinking budgets in the present economic climate. Across the board, institutions are looking for ways to control costs while still providing a high quality of service. Schools are challenged by the need to support a steady — or growing — number of students with fewer resources and staff than before. In this atmosphere, it is critical for information and media professionals to emphasize the importance of continuing research into emerging technologies as a means to achieve key institutional goals.

Genau diese Situation hindert (zusätzlich zum Bologna-Prozess) die Entwicklung in Deutschland.

Die jetzt ausgemachten nächsten Trends:

Im laufenden Jahr:

  • mobile computing
  • open content

in den nächsten zwei bis drei Jahren:

  • eBooks
  • simple augmented reality

bis in fünf Jahren:

  • gesture-based computing
  • visual data analysis

Vor allem die letzten Punkte sind faszinierend. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind in Potsdam mit der neu ausgeschriebenen Professur „Information Visualization“ und unseren Projekten zu Datenmanagement.

Ich empfehle aber zunächst das Video der Präsentation des Reports:

Horizon2010 presentation, jan. 19, 2010

vgl. auch frühere Postings hier.

W3C Tagung an der FH Potsdam

Die heutige Tagung zur Eröffnung des deutsch-österreichischen Büros des W3C an der Fachhochschule Potsdam wurde von allen Teilnehmern als sehr erfolgreich empfunden. Rund 250 Teilnehmer waren gekommen, davon recht viele Studierende, aber auch viele Praktiker und Webtechnologen aus der Region. Das Thema der Tagung „Teaching the Web“ hatte Felix Sasaki, der neue Leiter des Büros,  passend zum neuen Träger gewählt: eine Fachhochschule als Ort angewandter Lehre und Forschung.

Klaus Birkenbihl vom W3C machte in seiner Eröffnungsrede zudem darauf aufmerksam, dass Tim Berners-Lee schon von Anfang an auch nationale Büros vorgesehen hatte, das deutsche war ursprünglich bei der GMD. Dass es nun letztlich ähnlich wie das IZ Informationswissenschaften eben falls von der GMD nach Potsdam gelangt ist, halte ich für mehr als Ironie der Geschichte. Mit dem IID (Institut für Information und Dokumentation) zusammen sind jetzt alle drei „Institutionen“ der Informationswissenschaft am gleichen Ort…

Wie üblich wurde zur Tagung angeregt getwittert Hashtag #w3c09 und das E-Campus Team der Hochschule bereitet eine Videodokumentation der Tagung vor, die bald online sein wird: http://ecampus.klisch.net. Auch auf der Tagungswebsite wird ein Wrap-up inklusiver der Auswertung der Tagungssurvey zu finden sein. Ein schöner live-Blog-Beitrag stammt von Harald Sack …more semantic.

Mein Tagungsbericht auf der Website des Fachbereichs ist leider im Orkus akuter Serverprobleme verschwunden (eine Stunde tippen und schöne Formulierungen umsonst). Deshalb poste ich jetzt hier nur noch die anderen Fundorte. Stimmungen und meine Ansichten zu den Sprechern bei meinen Tweets.