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Recent ALMPUB Publications in JD

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A message the authors like… Here are some of the recent articles you may find in the  Journal of Documentation reflecting at least three years of work in the context of the ALMPUB project. More to come in the anthology in preparation with de Gruyter which will be presented at the final conference beginning of next year at the Deichmanske library in Oslo (Keynote: guess? of course: David Lankes!)

  • Audunson, Ragnar; Aabø, Svanhild; Blomgren, Roger; Hobohm, Hans-Christoph; Jochumsen, Henrik; Khosrowjerdi, Mahmood et al. (2019): Public libraries as public sphere institutions. A comparative study of perceptions of the public library’s role in six European countries. In: Journal of Documentation 75 (6), 1396-1415. DOI: 10.1108/JD-02-2019-0015.
  • Hvenegaard Rasmussen, Casper (2019): Is digitalization the only driver of convergence? Theorizing relations between libraries, archives, and museums. In: Journal of Documentation 75 (6), S. 1258–1273. DOI: 10.1108/JD-02-2019-0025.
  • Audunson, Ragnar; Aabø, Svanhild; Blomgren, Roger; Evjen, Sunniva; Jochumsen, Henrik; Larsen, Håkon et al. (2019): Public libraries as an infrastructure for a sustainable public sphere. A comprehensive review of research. In: Journal of Documentation 75 (4), S. 773–790. DOI: 10.1108/JD-10-2018-0157.
  • Widdersheim, Michael M.; Koizumi, Masanori (2016): Conceptual modelling of the public sphere in public libraries. In: Journal of Documentation 72 (3), S. 591-610. DOI: 10.1108/JD-06-2015-0079.

Oh why? Society + Public Sphere (Habermas) + Museum + Library + Archive + Digitalisation = Documentation? Think about it.

 

 

BAM! Nancy Pearls Reinkarnation als Superfrau

Die Geschichte von Nancy Pearl geht weiter. Es gibt eine neue „Librarian action figure“ – endlich eingetroffen, trotz Handelskrieg aus den USA. Diesmal 1,5 Köpfe kleiner – dafür aber im Superfrau-Kostüm. Und den zeitgemäßen Botschaften:

„She stands against CENSORSHIP, ANTI-INTELLECTUALISM and IGNORANCE!“

und:

„When an age of darkness comes, a hero must rise!“

Bibliothekarisches Mission Statement auf der Verpackung

Nancy Pearl wundert sich über ihre neue Reinkarnation


Erwarten Sie mehr von Bibliotheken!

so der Titel der soeben in deutscher Übersetzung erschienenen zweiten Auflage von David Lankes „Expect more. Demanding Better Libraries for Today’s Complex World„. Syracuse, NY 2016:

Frisch ausgepackt: David Lankes: „Expect More“ auf Deutsch

Lankes, R. David (2017): Erwarten Sie mehr. Verlangen Sie bessere Bibliotheken für eine komplexer gewordene Welt. Hrsg. und mit einem Vorwort von Hans-Christoph Hobohm. Aus dem Amerikanischen von Erdmute Lapp und Willi Bredemeier. Übers. von „Expect more“ 2. Aufl. 2016. Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen (Reihe Bibliotheksforschung).

978-3-9456-10-32-9, 175. Seiten, – 19,50 €

Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, eine dem amerikanischen Original sehr entsprechende deutsche Ausgabe an die Seite stellen zu können. So verbreitet sich die Idee von David Lankes, dass Bibliotheken eher

Die Aufgabe von Bibliothekaren … (die alte Werbepostkarte des Studiengangs Bibliotheksmanagement der FH Potsdam)

der „Verbesserung der Gesellschaft durch die Förderung der Erschaffung von Wissen in der Community“ dienen sollten, als bloße Bücherhorte zu sein.

Schon die Übersetzung des Mantras von David Lankes zeigt, welche Sisyphus-Aufgabe die Übertragung des ganzen Buches ins Deutsche war. Auch der Titel selbst bereitete nicht wenige Schwierigkeiten: lassen wir es bei einer deutsch-bürokratischen Forderung oder übernehmen wir die liberal-amerikanische Haltung einer pro-aktiven Erwartung? Zugegeben: eine regelrechte ‚Lokalisierung‘ in deutsche Verhältnisse ist es nicht geworden. Dazu bleibt zu viel amerikanischer Originalton, der die Gefahr birgt, dass gesagt wird, es sei ja bloß typisch amerikanisch und funktioniere so nicht bei uns. Dennoch hatte ich mich entschieden, eher die korrekte Übersetzung herauszugeben als eine komplett angepasste Übertragung, da die Argumente so auch noch viel authentischer wirken. Zeigt Lankes doch, dass selbst in den USA (und an vielen anderen Orten der Welt)  Bibliotheken in dem von ihm beschriebenen Sinn wirken!

Weitere Erläuterungen, warum gerade dieses Buch so notwendig eine Übersetzung brauchte, gebe ich in meinem Vorwort: Continue reading

Stadt für eine Nacht

IMG_2740Am Wochenende war das große Potsdam Festival: „Stadt für eine Nacht„. Leider hatte ich erst durch die Pressemitteilung der FHP davon erfahren, dass unser Interflex Seminar „Raum Radar Bibliotheken in Berlin“ als Projekt dort auch einen Timeslot am Stand der FHP hatte. Der Auftritt der Fachhochschule stand unter dem Motto: des neuen „Instituts für angewandte Forschung“ der FHP „Urbane Zukunft“. Prof. Tobias Schröder hat die ganzen 24 Stunden „die Stellung gehalten“ (jedenfalls fast), Prof.  Marian Dörk war leider krank (gute Besserung!).

Ich kam gestern Mittag dazu und konnte dem einen oder anderen von unserem Projekt berichten. (Und den Stand abbauen helfen…)

War mal wieder nett, Standarbeit auf einer Messe zu machen – wie im richtigen Leben.

Der interessanteste Effekt dabei ist, dass diese Aktivitäten langfristiges Ergebnis unseres Innovationskollegs und unserer Konferenz „Stadt der Ströme“ ist. Das Bibliotheksthema immer dabei. (vgl. auch Innovators Club des DStGB)

 

Informationsüberlastung: ein Problem des sozialen Systems, nicht des technischen

Auf der Web2.0 Expo 2008 in New York gab es einen beeindruckenden 20 minütigen Vortrag von Clay Shirky („Here comes everybody“) zu der Frage, wie es zu Informationsflut kommt und was das mit dem Ende der Gutenberg Galaxis zu tun hat. Der Hinweis darauf erschien gerade mal wieder bei Twitter und ich glaube der Vortrag ist immer noch aktuell. Es geht u.a. darum, dass das Thema Informationsflut immer noch ein Vorwand bzw. eine Entschuldigung für viele Aktivitäten wie Presseartikel und Bücher ist (!). So beugt auch er sich darüber und weist darauf hin, dass es in der Gutenberg Galaxis immer einen Qualitätsfilter vor der Publikation gab: den Verleger, der das Risiko der Produktion und Vorfinanzierung (daher der Name: „Vorlegen“) übernahm.

Die Tatsache, dass Informationen stets kontinuierlich zunehmen, erfordert, dass wir uns stets aufs neue darum kümmern – als Person. Mit unseren eigenen Filtern. „Privatheit“ ist die Frage der Auswahl, wer welche Informationen erhält. Das Problem ist, dass wir gerade dabei von einem persönlichen zu einem Ingenieur-gesteuerten System der Privatheit übergehen. Er berichtet hier von interessanten Beispielen aus Facebook. Mit der Schlussfolgerung, dass das Phänomen Facebook mit keiner Metapher der alten Welt – um damit auch nicht mit existierenden Metadaten – erklärt werden kann. Nicht der Code ist das Problem, sondern das menschliche Unvermögen, die neuen Systembrüche zu verstehen. Es ist kein Design-Problem, sondern ein „mental shift„. Niemand wird z.B. die Hochschule und ihre Lerngewohnheiten neu „codieren“ können.

Zum information overload, der vielleicht für uns Menschen doch eher so etwas ist wie das Wasser für die Fische, sagt Clay Shirky: „If you have the same problem over a long time, may be it is not a problem may be it is a fact.“ Früher hat man versucht, das Problem an der Quelle zu lösen, durch die Qualitätskontrolle vor der Publikation. Das ist prinzipiell nicht mehr möglich im Internet: hier haben sich die Filter, die Institutionen (wie z.B. das Phänomen der Privatheit) geändert. Gänzlich neue Filter müssten geschaffen werden. Es hilft nicht, die alten an der Oberfläche zu reparieren, sie sind aus strukturellen Gründen zerbrochen. Manches wird zwar weiterhin über Programmierung – vor allem „post-kategorialer“ Art – abgefangen werden können, aber wichtiger noch ist das Überdenken sozialer Normen. Wenn in der Informationsflut etwas beginnt zu stören, muss man sich nicht fragen, was mit der Informations falsch ist, sondern, welcher Filter gerade nicht mehr funktioniert.

Nun: meine Antwort liegt auf der Hand. Es ist das Versagen der nationalen und lokalen Informations- und Bildungsinfrastrukturen, der Bibliotheken, Informationseinrichtungen und auch der Archive. Und vor allem: der Ruf nach mehr Informatikern ist – wie Clay Shirky implizit an mehreren Stellen sagt – bestimmt nicht die Lösung.

Der zweite Aspekt, den er nur am Anfang kurz erwähnt, ist, dass es früher zur Informationsfilterung auch Personen (oder Institutionen) gab, die Verantwortung, d.h. Risiko übernommen haben, Informations- und Bildungsprodukte auf einem Markt zu platzieren, der ihnen dafür eine Gegenleistung erbrachte. Beides (Riskobereitschaft und Risikobelohnung) scheint es nicht mehr zu geben. Das könnte ein Hinweis darauf sein, welche sozialen Normen besonders beleuchtet werden sollten: nämlich die ökonomischen.