Jul
27
2009

Letzte Woche waren zwei Wissenschaftsministerinnen an der FH Potsdam und besichtigten u.a. ein Projekt des Studiengangs Interface-Design “mæve”, das m.E. starke informationswissenschaftliche Komponenten hat (Metadaten-Visualisierung). (Im Bild: Prof. Boris Müller, Ministerin Schavan, Ministerin Wanka, Rektor Vielhaber, v.l.n.r. Photo: FHP)
Insgesamt ging es auch um Forschungsförderung an Fachhochschulen.
Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichteten darüber unter dem Titel: “Sinnstiftende Spiele”. In der Tat wurde hinterfragt, ob Design Sinn stiften kann. Ich denke, dass der Sinnanteil dieses Projektes eher der informationswissenschaftliche ist. Dies wäre zu diskutieren.
Weitere Impressionen vom hohen Besuch auf der Start-Seite der FH Potsdam.
Mär
06
2009

Der neueste Film des elektrischen Reporters nimmt kritisch und sehr informativ Stellung zu Recommender Systemen: Ende des Mainstreams!? Oder Empfehleritis? Trend zum Großen Empfehlungsbruder und Zustandsmessung a la Twitter? Spannend wie immer.
Der Klappentext zu dem Film
Die Urlaubslektüre, die genau den eigenen Geschmack trifft, das Lied, das perfekt zur augenblicklichen Stimmung passt: Können solche persönlichen Tipps von Computerprogrammen kommen? So genannte Empfehlungsmaschinen wollen für Internetnutzer die Hinweise von Freunden und die Beratung durch Fachhändler ersetzen. Bekanntes Beispiel ist das Online-Kaufhaus Amazon. Musik-Websites kommen kaum noch ohne Empfehlungsmaschinen aus. Solche Software beobachtet das Einkaufs- oder Hörverhalten genau und merkt sich die Vorlieben und Abneigungen der Nutzer. Wie funktioniert das? Die Macher der Musikplattformen Last.fm und Pandora erzählen, wie sie jedem ihrer Nutzer das perfekte persönliche Radio erschaffen wollen.
In eigener Sache: Jakob Voß hatte unlängst einen schön lesbaren Überblickstext zu Empfehlungsdiensten im Handbuch “Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen” (Hgs. Hobohm/Umlauf) geschrieben. (Kap. 9.4.4)
Feb
11
2009

Wer immer schon mal wissen wollte, was das Web, Semantik, Prädikatenlogiken, das Semantic Web , Ontologien, OWL, SPARQL etc. eigentlich ist, dem sei die über Tele-Task besuchbare (öffentliche) Vorlesung von Dr. Harald Sack am Hasso-Plattner-Institut der Uni Potsdam empfohlen.

Wir setzen an der FHP auch mittlerweile den “Tele-Task-Koffer” recht erfolgreich ein. Allerdings noch nicht so öffentlich wie dies das HPI selber macht. Diese Vorlesung ist ein gelungenes Beispiel eines Gesamtmitschnitts über ein ganzes Semester. Also Zeit mitbringen beim Zuschauen.
Okt
15
2008

Ein Vortrag in Potsdam wie er nicht alle Tage stattfindet: Dr. Felix Sasaki, Mitglied des “staff” des W3C, wird am 30. Oktober in der Reihe „Informationswissenschaften gegen den Gedächtnisverlust“ am Fachbereich Informationswissenschaften einen Vortrag halten zur „Nachhaltigkeit von Webressourcen – Services, Datenheterogenität und Identifizierbarkeit“.
Sein Abstract:
Das Web als Mittel des Informationstransfers ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Web als Mittel der Informations(auf)bewahrung gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Allerdings gilt es verschiedene technische und soziale Herausforderungen zu meistern, um die Nachhaltigkeit von Webressourcen zugewährleisten. Der Vortrag befasst sich mit drei Aspekten dieser Thematik: Services, Datenheterogenität und Identifizierbarkeit. Dabei werden sowohl ihre theoretische Fundierung als auch zum Teil leidvolle, aber lehrhafte Erfahrungen eines “Webpraktikers” vorgestellt.
Dr. Felix Sasaki ist in Informationslinguistik spezialisierter Informationswissenschaftler am World Wide Web Consortium (W3C) in Japan. Schwerpunkte der Arbeit von Felix Sasaki am W3C sind die Einbettung von Metadaten in Standards wie XML und RDF und dabei besonders die Beschreibung von heterogenen Daten und Metadaten mit ihrem Bezug zu den unterschiedlichsten Beschreibungsgegenständen wie Texten oder Bildern.
Das W3C ist das führende internationale Gremium zur Weiterentwicklung von Normen und Standards der Webtechnologie. Es wurde 1994 gegründet. Gründer und Vorsitzender des W3C ist Tim Berners-Lee, der auch als der Erfinder des World Wide Web bekannt ist. Es ist eine Mitgliederorganisation mit administrativen Sitz beim MIT (Cambridge, USA), dem europäischen ERCIM und der japanischen Keio Universität.
Am: Donnerstag, 30. Oktober
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: „Schaufenster“ der FH Potsdam, Friedrich Ebert Str. 4, 14467 Potsdam
vgl.: News des Fachbereichs
sowie: Veranstaltungsflyer
Jun
06
2008

Für mich ergab sich ein gewisser roter Faden auf dem Mannheimer Bibliothekartag unter dem Stichwort „Daten“. Nicht mehr nur in der Zusammensetzung ‚Meta-daten’ – die sind mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden – sondern vor allem in den ersten Konkretisierungen von E-Science. Lange Zeit war man ja in der Bibliothekswelt dem Themenbereich E-Science und Grid-Technologie extrem abwartend begegnet, so konnte man in Mannheim an vielen Stellen, feststellen, dass die Nutzer Communities hier schon einige Schritte ohne uns gegangen sind und nun so langsam nach der klassischen Infrastruktur rufen, die sich um das Geschäftsmodell und die Langzeitarchivierung der Datensätze kümmern soll (data life cycle). Bezeichenderweise wurde den Bibliotheken dabei die Pflege der Metadaten bis zum Dublin Core Level zugestanden – „alles weitere ist Fachinformation“ (z.B. Georeferencing – „das machen wir“, so der Geowissenschaftler. Waren E-Science und „Digital Data Curation“ noch auf der vorletzten Bielefeld-Konferenz nur das nebulöse Schlagwort am Horizont, kommen jetzt schon erste Anwendungen in Bibliotheken zum Vorschein (TIB Hannover, ETH Zürich) und vor allem die Forderung der Wissenschaftler nach infrastruktureller (nachhaltiger) Unterstützung. (Session „Management von Forschungs- und Primärdaten“).
Aber auch in anderen Kontexten wurde von E-Science und sogar auch von Grid gesprochen: in der höchst professionell zusammengestellten Session von Heike Neuroth zur Interoperabilität von Metadaten, stand das Thema mehrfach im Hintergrund. Prägend bei Grid und E-Science ist ja der soziale und kooperative Aspekt von Informationsarbeit, der durch die neuen Technologien nur noch globalisiert forciert zum Tragen kommt. Die Entwicklung von „Weltdatenzentren“ sind das schlagende Beispiel der sich unabhängig von Bibliotheken ergebenden neuen Infrastruktur. Oder die vielfältig sprießenden Ontologien unterschiedlicher Fachdisziplinen.
In der von Emerald organisierten internationalen Session des Bibliothekartags „Shakers and Movers“ wurde ebenfalls von mehreren Sprechern darauf hingewiesen, dass sich der „Scope“ der Bibliotheken nicht nur von der lokalen Verräumlichung löst, sondern mittlerweile eben auch völlig andere Arten spezieller „Sammlungen“ beinhaltet – d.h. also auch von Datensätzen und nicht nur von DVDs oder Podcasts.
Besonders interessant war dann das Fazit der Metadaten Session: „Es mangelt an Dokumentation der Metadaten“ und „Metadaten müssen laufen lernen“. Das meint nicht nur die zunehmend globale Zusammenarbeit (Interoperabilität) von Metadaten, sondern bedeutet eben auch eine wesentliche Herausforderung an die klassische Dokumentation: die alten (oder auch neuen) Thesauri, Klassifikationen und anderen Erschließungsinstrumente, stehen nun unter gänzlich anderen Herausforderungen. Es kommt immer mehr darauf an, den Kontext von Erstellung und Nutzung/Nutzbarkeit von Informationsaufbereitungsinstrumenten zu beachten: die Dokumentation der eigenen Arbeit in der von RDF geforderten Stringenz und in einem expliziten Lebenszyklusmodell (digital data curation life cycle model). Meta-Daten lernen aber eben nur laufen, wenn sie mit ‚Laufwerkzeug’ ausgestattet sind. Dieses muss aber intellektuell (von Menschen) entwickelt werden. Daraus ergibt sich nunmehr die doppelte Forderung nach Finanzierung intellektueller Erschließung und Informationsinfrastruktur (früher: „Fachinformation“).
Mär
25
2008

Am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam ist eine Professur (W2) ausgeschrieben zum Lehrgebiet: “Metadaten und Standards mit dem Schwerpunkt Inhaltliche Erschließung”
Es sollen alle Aspekte der Erschließung und Beschreibung analoger und digitaler Informationsobjekte mit internationalen Metadaten-Standards fachübergreifend und praxisnah in Lehre und Forschung vertreten werden.
Hier befindet sich der Wortlaut der Auschreibung.
Ich würde mich ganz persönlich über viele Bewerbungen aus der Blogosphäre freuen!