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Symposium zur 100 Jahr Feier der Landesfachstelle

Banner der Landesfachstelle auf dem Symposium (Photo: Hobohm)

Am 14. Juni 2017 feierte die Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken des Landes Brandenburg das 100 jährige Bestehen der bibliothekarischen Fachstellenarbeit mit einem großen Fachsymposium, zu dem über 150 Teilnehmeraus ganz Brandenburg und Berlin angereist waren.

Teilnehmer des Symposiums (Photo Andrea Hansen)

Es war das (wie oft in Deutschland:) ehrenamtliche Schaffen eines Schulbibliothekars, das vor ca. 100 Jahren den Anstoß gab (ähnlich wie fast 90 Jahre vorher Karl Preusker in Großenhain). Noch während des ersten Weltkriegs (im Jahr 1917) „wurde der Lehrer und nebenamtliche Leiter der „Bücher- und Lesehalle“, wie man es damals formulierte, der Stadt Frankfurt an der Oder, Felix Plage, vom dort ansässigen Regierungspräsidenten zum Leiter der staatlichen Volksbüchereiberatungsstelle für den Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder berufen“, so berichte der aktuelle Leiter der Landesfachstelle Michael Scholz in seinem Eröffnungsvortrag die Geschichte.

Photo: Andrea Hansen

Mit musikalischer Umrahmung, sehr leckerem Catering, sehr feierlichen Grußworten der Kultusministerin des Landes, des Präsidenten der Hochschule, von DBV und Fachstellenkonferenz und bei schönstem Wetter wurde vor allem die Zukunft der Bibliotheken „vor dem Hintergrund von Digitalisierung und demographischem Wandel“ thematisiert.

Franz Reinhard Habbel (DStGB) Photo: Andrea Hansen)

Dazu sprach der Festredner Franz-Reinhardt Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) sehr anschaulich zu »Digitale Strategien für ländliche Regionen«.

Aus dem TRAFO Programm Modelle für Kultur im Wandel, sprach Samo Darian zur  Transformation von Kultureinrichtungen im ländlichen Raum. 

Und als besonders Highlight hatten wir Henrik Jochumsen aus Kopenhagen einladen können, der das an der dortigen Bibliotheksschule entwickelte „Vier-Räume/Drei-Funktionen-Modell“ für Bibliotheken mit sehr konkreten Beispielen erläutern konnte. Henrik behauptete, dass sein Deutsch nicht gut genug sei, so dass ich seinen Vortrag konsekutiv dolmetschte. Uns beiden hat diese Situation recht viel Spaß gemacht und ich glaube durch die zweisprachige Doppelung der Erläuterung der Präsentationsfolien war sein Vortrag besonders eindrucksvoll. Es ist ja auch faszinierend wie sehr eine gute konzeptionelle Durchdringung des Phänomens Bibliothek tatsächlich auch zu neuen erfolgreichen Bibliotheksrealisierungen wie DOKK1 führen kann, ohne dass alte Aktivitäten aufgegeben werden.

Henrik Jochumsen (Photo: Andrea Hansen)

Es wird nur klarer, was Bibliotheken eigentlich machen. (Gerne verweise ich hier dann doch auf meinen Text: Bibliothek im Wandel. Kap. D12. In: Rainer Kuhlen, Wolfgang Semar und Dietmar Strauch (Hg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und -praxis. 6. Aufl. Berlin: De Gruyter Saur, 2013, S. 623–633.)

Konsekutivdolmetschen (Photo: Andrea Hansen)

 

Angekündigt war der gemeinsame Vortrag wie folgt: »Erlebnis, Empowerment, Beteiligung und Innovation: Die neue Öffentliche Bibliothek«
Prof. Henrik Jochumsen PhD
Royal School of Library and Information Science, University of Copenhagen
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Fachhochschule Potsdam.

Den Abschluss bildete die für die Landesfachstelle etwas jüngere Perspektive der Archivberatung mit einem Vortrag von Markus Stumpf, LWL-Archivamt für Westfalen zum Thema: »Auswirkung der Digitalisierung auf die kommunalen Archive«, der besonders viel Diskussion hervorrief, da offensichtlich langsam erkannt wird, was Digitalisierung wirklich bedeutet.

Schlange am Mittagsbuffet (Photo: Andrea Hansen)