Archive for the 'Wissensmanagement' Category

Mai 20 2008

IuD Neuauflage? Dokumentare vor der Wende

Auf einem Workshop bei der GESIS hatte ich am Freitag (17.5.) und Montag (19.5.) die Gelegenheit über neuere Entwicklungen und Tendenzen in der Informationswissenschaft zu sprechen, speziell über den Kernbereich IuD/Retrieval/Informationsvermittlung. Es war deshalb so spannend, weil die Dokumentare des IZ Sozialwissenschaften und die dort forschenden Informationswissenschaftler ja unlängst von der BLK zur Speerspitze der informationswissenschaftlichen Entwicklung erhoben wurden (Arbeitsgruppe ‘Zukunft der Fachinformation’).

Marc Rittberger und Christa Womser-Hacker waren die beiden anderen Referenten, die insgesamt ein sehr differenziertes Bild von “Fachinformation aktuell” zeichneten. Marc Rittberger stellte die integrativen Dienstleistungen des IZ Bildung vor und Christa Womer-Hacker berichtete über die aktuellen Entwicklungen in der klassischen Retrieval Forschung. Mein Hauptthema war die von Ingwersen und Järvelin postulierte Wende in der Retrieval Forschung und der Neuansatz von Informationsverhaltensforschung, der sich in den letzten 15 Jahren herausgebildet hat:

Kombiniert mit der 2.0-Debatte, den Technologie-Hypes und einigen klassischen Erkenntnissen der Informationswissenschaft ergibt sich zunächst für mich ein erstes Bild einer gänzlich anderen Ausrichtung von Informationsarbeit generell. Wie diese konkret aussehen soll, kann ich allerdings auch noch nicht sagen: ich weiß nur, dass die Informationsnutzer, für die Dokumentare produzieren, auch schon (wo)anders sind. Und die Fachinformation muss diesen neuen Geschäftsmodellen folgen und nicht nur weiter an nutzerfernen Informationssystemen basteln.

Was ich vor Jahren im Bibliotheksbereich mit eingeführt habe - nämlich einmal über Dienstleistungsqualität nachzudenken - scheint im IuD-Bereich noch nicht sehr angekommen zu sein. Es gab im Auditorium Erstaunen darüber, dass der Nutzer bstimmt, was er für Qualität hält, selbst wenn die gelieferte Information schlecht oder falsch ist. Unsere tägliche Erfahrung mit Google zeigt es uns aber täglich am eigenen Leib, wie schnell wir mit Information zufrieden sind.

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Okt 26 2007

Wissen und Alterität

Über die Notwendigkeit des Anderen im Zusammenhang mit Wissens- und Bildungsprozessen.
Eröffnungsvortrag der VIII. Civitas Ringvorlesung der Fachhochschule Potsdam (Wintersemester 2007/08):

Das andere - das fremde

am 29.10.2007 im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4
Die Begegnung mit dem Anderen ist stets prägend in Lernprozessen: nur über die Erfahrung des Neuen - des noch nicht Gewussten und Ungewohnten - können wir uns unserer eigenen Position bewusst werden und diese weiter entwickeln. Dies ist eine Erkenntnis, die viele Studierende nach einem Auslandssemester mitbringen, nach dem sie einen ‘anderen’ Blick auf ihr eigenes Land und damit auf sich selbst werfen konnten. Sich selbst von außen betrachten, über den Dingen stehen zu können, ist ein Kennzeichen für die Souveränität des Meisters, dem der Schüler begegnet auf seinem Weg zur eigenen Weisheit.

Die globale Digitalisierung und Vernetzung der Welt macht uns zunehmend bewusst, wie wichtig die (physische) Begegnung mit dem anderen Menschen ist, und wie sehr wir doch eher durch das Analoge geprägt sind. Computerkritiker wie Weizenbaum und Dreyfus haben darauf schon lange hingewiesen, jetzt rufen uns dies die aktuellen Erscheinungsformen des (sozialen) Netzes wie Second Life und MySpace selber grell ins Bewusstsein: der Mensch ist ein soziales Wesen und jede Informations- und Wissenstätigkeit funktioniert nur durch eine Einbettung in personale und gesellschaftliche Kontexte - durch ‘Verortung’. Nichts anderes passiert derzeit im Internet selbst. Die neuen Möglichkeiten des Web2.0 machen deutlich, wo die Stärken der großen Informationsmaschine Internet liegen: in der Vernetzung von Personen. Alle künstliche oder konstruierte Intelligenz der Suchmaschinen kann die persönliche Begegnung an einem ausgewählten Ort nicht ersetzen. Dies ist der Tenor der aktuellen Überlegungen führender Wirtschaftsexperten, wenn sie das Internet als Marktplatz erklären wollen (”Märkte sind Gespräche”) oder wenn Potenziale des “Humankapitals” im Wissensmanagement des Unternehmens aktiviert werden sollen (”Management by Story Telling”). Informations- und Wissensprozesse geben sich - befreit von der Techniklast - zunehmend (wieder) als hermeneutische Dialoge zwischen Menschen zu erkennen.

Der Informationswissenschaftler Hans-Christoph Hobohm macht insgesamt eine Renaissance des Analogen aus und betont in seinem Vortrag wie sehr in anderen Ländern das Umdenken in der Bildungspolitik schon begonnen hat.

Die traditionelle Winter-Ringvorlesung der FHP (immer montags 18 h) bringt Kollegen der Hochschule und andere Interessierte aus Potsdam und Umgebung zu interdisziplinären Vorträgen mit anschließender Diskussion und Umtrunk zusammen. Es wurden Themen behandelt wir “Geometrie und Lebenswelt”, “Bildersturm und Gedächtnis” oder “Leerstand und Fülle”. Der langjährige Erfahrungsaustausch macht deutlich: man kann sogar mit Bauingenieuren reden und manche Architekten und Designer verstehen. Eingeladen sind nicht nur Studierende.

Pressereaktion in den Potsdamer Neuesten Nachrichten

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Aug 16 2007

Bibliotheken bringen hohe Zinsen

… sagt die Märkische Allgemeine Zeitung heute. Und beschreibt, was Bibliothekswissenschaftler so machen:

Öffentliche Bibliotheken sind Wissensspeicher und kulturelles Gedächtnis, sind Werkstatt für Lernprozesse und Erkenntnisgewinn und erweisen sich als effiziente Suchmaschine für Informationen. Nutzer schätzen ihre Bibliothek als Ort der Begegnung und der Kommunikation, für gezielte Aus- und Weiterbildung, aber auch für eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung. Doch investieren Stadt und Land genügend in ihre Bibliothek?
[...]
Bibliothekswissenschaftler der ganzen Welt sind bemüht, vor allem den wirtschaftlichen Wert zu beweisen, den Bibliotheken auf dem Wege über die Wissensanreicherung in den Köpfen ihrer Nutzer letztlich als Gewinn einbringen.

Für die kleine Kolumne in der Lokalpresse eigentlich ein beachtlicher Text (vielen Dank Herr Klein. Dennoch ist es wieder ein Lehrstück in punkto Pressekontakt. Alle Hinweise darauf, dass diese Erkenntnis schon uralt ist und vor allem aus dem Unternehmensbereich stammt und dass die Methoden interessanterweise bei Umweltanalysen verwandt werden, waren wohl zu kompliziert für die Leser. (Eine Stunde Interview: 90 Zeilen Text aus den überreichten Materialien.)

Steter Tropfen höhlt den Stein…

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Aug 16 2007

Die drei Q’s und die Zuverlässigkeit in der Dienstleistung: brand eins Themenheft über “Zu viel”

Nicht nur Urlaubslektüre: das Juli Heft von brand eins zum Thema “Zu viel”. Neben einer Reihe spannender Praxisbeispiele von Unternehmen eine Reihe ‘philosophischer’ Ansätze, die relevant sind für die aktuelle Diskussion in Informationsmanagement und Informationswissenschaft.

Der Themenartikel von Wolf Lotter führt von Xerxes und der Schlacht bei den Thermopylen über die Frage von Quantität und Qualität zu der Erkenntnis, dass nicht mehr nur Pseudoinnovationen zählen, sondern “Zuverlässigkeit”. [in LIS würde man sagen "Vertrauen"] Er belegt dies mit der kleineren, überschaubareren Armee der Spartaner und den Mikrokrediten von Mohammed Yunus und bringt es griffig auf die Formel Q Q Q:

Das erste Q steht für Quantität, das wichtigste Gegengift gegen den Mangel. Quantität bedeutet Menge. Das zweite Q ist jenes für Qualität. Das heißt nichts anderes als Eigenschaft. Qualität beschreibt also, woraus die Menge beschaffen ist und in welchem Zustand sie sich befindet.

Erst mit dem dritten Q, dem für das Wort Quantum, wird ein Schuh daraus. Es verweist auf die Dimension wie viel, wie groß?

Q, Q, Q - das gehört zusammen. Wo der Mensch das Trio trennt, gibt es Ärger, Kopfschmerzen und Verzweiflung. Dann marodiert eines der drei Qs durch die Welt, so wie es heute geschieht, bei der Quantität, der schieren Menge ohne besondere Eigenschaft und ohne Beschränkung.

Die Diskussion im Bibliotheksmanagement könnte diese These belegen: von der reinen Input-Orientierung zur Qualitätsdiskussion zur jetzigen Diskussion um den Wert und das richtige Maß der Informationseinrichtung. Ansonsten nur ein Plädoyer für “small is beautiful”? Und was machen wir mit dem Power Law und Weinbergers These “Everything is miscellaneous”, die ja gerade der Vielfältigkeit das Wort redet?

Nicht “Schlachtschiffe und Supertanker”, sondern “kleine Boote, die wissen, wohin sie steuern”, sagt er, sind die Sieger der neuen Wirtschaft. Keine Perser also, keine große Armee und auch keine Helden, nur Menschen, die wissen, was sie tun, sind nötig.

David Weinberger kommt in diesem Heft dann auch selbst in einem Interview zu Wort und plädiert ebenfalls (radikal) für “weniger” - in diesem Fall “weniger an Bildung” (Pardon) Exzellenz:

Besitzen wir überhaupt die geistige Fähigkeit und die technischen Werkzeuge, um diesen ständig wachsenden Berg zu durchsuchen? Wie viel Unordnung kann das Hirn verkraften?
WeinbergerWir werden immer mehr Informationen haben, als neu geschaffene Werkzeuge bewältigen können. Das liegt in der Natur der Sache, denn jedes neue Werkzeug, jede Suchmaschine schafft im Zuge ihrer Arbeit automatisch mehr Informationen. Aber das ist kein Nachteil - je mehr, umso besser. Das hat auch eine wirtschaftliche Komponente: Wo Menschen etwas suchen und damit einen Bedarf ausdrücken, sehen Unternehmen eine Chance und schaffen neue Mittel und Wege, etwas zu finden. Es besteht außerdem ein großer Unterschied, wie wir heute nach Informationen suchen und wie uns das Suchen beigebracht wurde. Das fängt in der Schule an, wo wir Kinder immer noch dazu anhalten, Fragen im Alleingang zu beantworten. Dabei ist die Suche nach Antworten ein sozialer Prozess. Man muss sich nur ansehen, wie Kinder und Jugendliche heute mehrere Instant-Messaging-Fenster aufhaben und sich unterhalten und austauschen, während sie ihre Hausaufgaben machen.

Früher hieß das Schummeln oder Schwätzen und nicht gemeinsames Lernen. Bleibt dabei nicht die Bildung auf der Strecke?

Der Gedanke mag viele Menschen beunruhigen, aber im Großen und Ganzen brauchen wir gar nicht immer die besten, perfekten Informationen. Es reicht, wenn sie gut genug sind. Bei einem Arzt, der die Nebenwirkungen eines Medikaments sucht, oder einem Anwalt, der Präzedenzfälle finden muss, kommt es auf die besten Daten an - aber das sind Sonderfälle. Der Rest der Welt kommt mit Informationen aus, die gut genug sind. Für einige Leute klingt das nach dem drohenden Ende der Zivilisation: Wir werden nachlässig und begnügen uns mit dem Mittelmaß. Aber ich sehe diese Gefahr nicht.

Ebenfalls lesenswert der schöne Text “Sie haben Ablenkung” von Thomas Ramge:

Mit E-Mail, Mobiltelefon und Pocket-PC ist die elektronische Kommunikation binnen weniger Jahre explodiert. Der Mensch liebt seine neuen Spielzeuge. Leider hat er noch nicht gelernt, sie effizient einzusetzen.

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Aug 15 2007

Archivar sein ist spannend: nicht nur beim Finden von Schießbefehlen, sondern auch als Podcast

Archivar sein ist spannend

MAZ Video traf am Ende des Sommersemesters zum Thema “Jahr der Wissenschaften” auf zwei Kolleginnen (Karin Schwarz und Susanne Freund) unseres Fachbereichs und machte ein recht nettes Video auch zum Berufsbild.

Angesichts der aktuellen Debatte zu den Stasi-Unterlagen sei hier noch einmal daran erinnert:

Zum achten Mal in Folge wurde vom Bundesbildungsministerium ein Kalenderjahr zu einem Wissenschaftsjahr erklärt. 2007 sollen sich die Geisteswissenschaften unter dem Motto “ABC der Menschheit” für die Allgemeinheit öffnen.

Für MAZvideo allemal Grund genug nachzufragen, womit sich die Damen und Herren Wissenschaftler im Augenblick und überhaupt beschäftigen.

Heute: die Archivwissenschaft.

MAZvideo-Reporter Daniel Maile traf Professorin Susanne Freund und Karin Schwarz vom Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam, um sie über die faszinierende Welt der Archivare zu befragen. Stimmt das Klischee nie hervorgeholter Aktenberge, die von verstaubten Sachverwaltern griesgrämig durch abgedunkelte Abstelllager geschoben werden? Was ist ein Archiv überhaupt? Was unterscheidet es von profanen Museumssammlungen? Und warum sind Archivare viel wichtiger als Historiker?

Das Drei-Minutenvideo entstand aus über einer Stunde Filmmaterial. Filmisch gut gemacht m.E.

am Set in der FH

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Jul 04 2007

Wert von Bibliotheken bei ekz-Skripte

Anlässlich des Festaktes zum 60 jährigen Jubiläum der ekz hatte ich letzte Woche das Vergnügen in Reutlingen den Stakeholdern der ekz und anderen wichtigen Personen des deutschen Bibliothekswesens wieder einmal deutlich zu machen, warum Bibliotheken so viel Wert sind für ihre Träger und dass man hier den Grundgedanken des Wissensmanagements wiederfinden kann.

Alle Anwesenden waren begeistert, dies so deutlich gesagt zu bekommen. Selten habe ich so viel direktes positives Feedback bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass diesen Text gerade auch die Personen lesen, die nicht da waren, weil sie Bibliotheken nicht genügend Wert beimessen, sich nach Reutlingen zu bemühen … und es fehlten in der Tat einige sogar aus den Reihen der Gesellschafter der ekz.

Der Vortrag ist erschienen in der Reihe ekz-Skripte unter dem Titel: Rechnen sich Bibliotheken? Vom Nutzen und Wert ihrer Leistungen.

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Mai 28 2007

Business Intelligence als Herausforderung für Bologna

Víctor Cavaller von der Universitat Oberta de Catalunya sprach in Kanada auf der Konferenz der ‘professionellen’ Bibliothekare vorletzte Woche ein wichtiges und spannendes Problem an, das ich schon seit einiger Zeit verfolge. Im frankophonen Bereich der Welt spricht man gerne und oft von der “veille” oder von: “veille technologique” , “intélligence économique“, wo aber die englischen Äquivalente zwischen den Wikipedia Fassungen oder schon gar LEO nicht in die richtige Richtung führen. Es handelt sich eben um mehr als um SWOT, controlling oder business, ja competitive intelligence. Und ein wirkliches Fachwörterbuch zur bibliothéconomie - oder wie es jetzt heißt, den Sciences de l’information et des bibliothèques (dt./engl./frz) ist mir nicht bekannt (man korrigiere mich!).

Víctor legte dar, dass eigentlich das, was ein professionnel en vielle technologique macht, eben nicht nur klassisches LIS ist, sondern weit darüber hinaus geht, ohne jedoch einen informationswissenschaftlichen Kern zu verlassen. Er definiert veille technologique folgendermaßen (roh übersetzt von seinen Folien):

Die veille technologie ist das systematische Vorgehen zum Sammeln, Analysieren, Verbeiten und Anwenden von Informationen aus dem technischen Bereich, welche notwendig sind für das Überleben und das Wachstum von Unternehmen oder Organisationen allgemein.

Die Kompetenzen, die er einer solchen Person zuschreibt und gerne in einem europäischen (Bologna machts möglich!?) Curriculum, bzw. Modulkonglomerat realisiert sehen möchte sind:

  • Daten(bank)analyse
  • Scientometrie
  • Ökonometrie
  • Patentrecherche und Schutzrechtanalyse
  • Urheberrrecht und geistiges Eigentum
  • Projektmanagement im Ingenieurbereich
  • Marketing, strategisches Management

Ob ihn die Hoffnung trügt, dass der Bologna Prozess hier Abhilfe schaffen und zu “Modulmobilität”, aber auch zur Anerkennung eines neuen Berufsbildes beitragen kann? Dank aber für den Ansatz! (vgl. Posting zu CBPQ)

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Apr 13 2007

Leih Dir ein lebendes Buch

z.B. eine Bezirksbürgermeisterin, eine Greenpeace Aktivistin, einen Globetrotter oder einen Müller. Nach Vorbildern zunächst in Skandinavien aber mittlerweile nicht mehr ganz so selten: in einem Aktionstag organisiert im Zusammenhang mit einer Diplomarbeit am Fachbereich Informationswissenschaften, probiert die Stadtbibliothek Marzahn-Hellerdorf die Auslotung des Begriffs Medium in einer Bibliothek. Jedes (klassische) Medium in einer Bibliothek beginnt primär einen Monolog mit der ‘Nutzer’ - die ‘Nutzer’ lebender Medien können in einen Dialog mit ihrem Medium treten, der mehr ist als die organisierte Interaktivität moderner AV Medien. In unserer rezeptiven Welt eine große Herausforderung, sowohl für die Medien als auch für die Entleiher. Nicht zu vergessen die vermittelnden Bibliothekare - hier geht es noch ganz ohne Selbstverbuchung und es ist eine nicht für jeden sofort einsichtige Zusatzaktivität…

Ich danke den Beteiligten für den Mut dieser Operation am lebenden Objekt. Wir brauchen mehr Experimente dieser Art um zu verstehen, welche Aufgaben und Funktionen die Bibliothek2.0 haben könnte!

Ich wünsche viel Erfolg und gute Dialoge mit den Medien; gute Exemplare und aufmerksame Zuhörer!

vgl. Stadtbibliothek Marzahn-Hellerdorf und PR FH-Potsdam

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Jan 03 2007

Best Practice: NYPL als Businessplan Pate

Zum Jahresbeginn wieder die gleiche Botschaft: die Angebote von Bibliotheken zahlen sich aus! Die New Times berichtete in ihrer Ausgabe vom 16. April 2006 von einer Geschäftidee, die mit Hilfe der New York Public Library nun den Weltmarkt erobert. In der Weihnachtsausgabe 2006 meldet dies der österreichische Standard, was wiederum auch die deutschsprachige Blogosphäre heute erreicht (Library Misstress und ASpB Erfolgsnachweis Liste, Dank und Gruß an Kollegen Plieninger).

Es dreht sich aber nicht nur um den erneuten Nachweis des Werts von Bibliotheken, sondern vor allem um eine wichtige neue Angebotsstrecke bibliothekarischer Dienstleistungen, mit der die Business Zweigstelle SIBL der NYPL offensichtlich viel Erfolg hat. Vor allem das Small Business Resource Centre bietet wichtige Hilfen für Gründer und Geschäftsideen vom Muster Businessplan bis zum Online Tutorial und zum Podcast.

Könnte hier in Potsdam die eine oder andere Businessplan Gruppe im Seminar M9 interessieren!

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Dez 06 2006

D-NB Ort im Land der Ideen 2007

Gestern wurden die Orte im Land der Ideen für das Jahr 2007 bekannt gegeben. Interessant war vor allem das geringe Presseecho. Einzig das Potsdamer Hasso Plattner Institut meldete dies von sich. Musste aber wohl auch wegen des IT Gipfels.

Zum zweiten Mal in Folge ist das Hasso-Plattner-Institut (HPI) im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgewählt geworden. Im kommenden Jahr wird das Institut zusammen mit dem Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ), dem Exploratorium Potsdam, der Katjes Fassin GmbH und der Landesregierung Brandenburg ausgzeichnet. Die Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“ findet im Auftrag von Bundesregierung und Wirtschaft statt. Beworben hatten sich mehr als 1500 Institutionen, Vereine, Verbände und Initiativen aus ganz Deutschland. Das HPI, am 18. Dezember auch Gastgeber des IT-Gipfels der Bundesregierung, wird mit einer Veranstaltung im Herbst 2007 ausgewählter Ort sein. „ Nur etwa drei weitere Einrichtungen, die sich zum zweiten Mal beworben hatten, konnten die Jury ebenfalls überzeugen“, so HPI-Direktor Christoph Meinel. (PNN Campus Seite)

Ein erstes Überfliegen der Liste der für interessant und innovativ gehaltenen Orte in Deutschland zeigt eine zunächst weit weniger spannende Auswahl als in diesem Jahr - zumindest, was Einrichtungen aus dem weiten Bereich LIS angeht. Soweit ich sehe einzige Bibliothek ist die Deutsche Nationalbibliothek. (Aber auf deren Website ist dazu bis jetzt auch noch nichts vermerkt.)

Ein paar interessante Institute aus dem Informatikbereich sind dabei (DFKI, OFFIS, IDG) und zwei Initiativen zum Wissensmanagement (Wissensfabrik, und WiMip), eine Reihe von Innovations- und Gründerinitiativen, z.B. die FH Brandenburg mit ihrem Gründerservice, die ja Teil, bzw. Partner von BIEM, Lotsendienst, EXIST SEED und BPW sind, in dem unsere Wirtschaftsvorlesung (M9) auch angesiedelt ist.

Beachtenswert m.E. auch die Initiativen My-Life (Sammlung von Lebensschicksalen als Archiv), die Lesewelt München, oder das World Lecture Projekt (Sammlung von Videovorlesungen). Die Orte 2007, die mich auf den ersten Blick interessieren würden, habe ich bei del.icio.us zusammengetragen. (Pech für die, die nicht online sind)

2006 war bekanntlich der Studiengang Interface Design der FH Potsdam einer der Preisträger, das IKMZ Cottbus, die EZB Regensburg, das Philologicum der FU Berlin, die Herzog August Bibliothek, die TIB, die Salzmann Sammlung, die Internationale Jugendbibliothek, das Heinz Nixdorf Computer Musuem, oder der Fraunhofer Standort der ehemaligen GMD.

Sind schon jetzt die Ideen ausgegangen?

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