Archive for the 'Wirtschaft' Category

Apr 28 2009

Wert von Informationsarbeit: nützlicher Hinweis zur Messung des ROI von Bibliotheken

Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen: der Wert von Information wird stets unterschätzt. Der aktuelle Boom von Bibliotheken (international) kann auch auf die Krise zurückgeführt werden, aber der Nutzennachweis von Bibliotheken ist als Methode schon recht lange bekannt und erreicht immer wieder schöne Ergebnisse. Auf eine sehr gute Zusammenfassung von Methode und Ergebnissen wies Jürgen Plieniger schon Anfang April in der ASpB-Liste “Erfolgsnachweis von Bibliotheken”: ASPB-ERFOLGSNACHWEIS-BIBLIOTHEKEN-L@LISTSERV.DFN.DE.

Der Blog: “Library with the Leadpipe” hat den umfangreichen Beitrag über das ROI
von Bibliotheken unter dem Titel: “Are You Worth It? What Return on Investment Can and Can’t Tell You About Your Library“. Hier findet man auch viele weiterführende Literaturhinweise.

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Apr 16 2009

Gates Stiftung finanziert Bibliothekskampagne mit 5 Mio $

Die Bill&Melinda Gates foundation, die schon die Cable Book Library und die Information Gas Station in Helsinki angeschoben hatte, investiert erneut massiv in Bibliotheken. OCLC erhält 5 Millionen USD für eine “Awareness Campagne” zur Unterstützung von öffentlichen Bibliotheken.

The value and relevance of libraries is especially clear in a difficult economy. However, few people are aware of how their libraries are funded and of the increasingly fragile state of library funding,” said Cathy De Rosa, global vice president of marketing for OCLC. (OCLC Pressemitteilung)

Aufgrund der oft sehr bürgernahen Finanzierung (über Bürgerhaushalte) von Bibliotheken in den USA ergibt sich hier aktuell ein besonderes Problem. Dennoch würde eine vergleichbare Kampagne auch Deutschland gut tun. Oder?

(via Globolibro)

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Apr 07 2009

Bibliotheken hoch im Kurs (von Potsdam bis Chicago)

Leser in der SLB Potsdam (Photo Rainald Gohr)

Während die Stadtbibliothek in Potsdam zum ersten Mal seit zehn Jahren steigende Benutzerzahlen meldet (Auswertung der Ausleihstatistik 2008 ergibt Modellnutzer: “Krimifan mit Modemacke“), wird aus den Vereinigten Staaten berichtet, dass dort Bibliotheken eine zunehmend wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise spielen. Der amerikanische Bibliotheksverband wies schon mehrfach auf die dramatisch gestiegenen Nutzerzahlen hin, die direkt auf Weiterbildungs- und Jobsuche zurückgeführt werden. (Nachtrag 14.4. auch MAZ hat dies am 4.4. gemeldet, via Netbib: “Aufschwung durch bessere Ausstattung”)

Hierfür sind die amerikanischen Bibliotheken ja auch gut aufgestellt, da sie immer schon den praktischen Nutzenaspekt in den Vordergrund gestellt haben. Eine neue Funktion bereitet den Bibliotheken allerdings Sorgen. So beschreibt die International Herald Tribune am 4. April 2009 aus der Arlington Heights Memorial Library, nicht nur die zunehmende Zahl der Jobsuchenden in der Bibliothek, sondern schildert auch drastisch die psychologischen und sozialen Konsequenzen der Arbeitslosigkeit. Bibliothekare werden hier immer mehr zu Sozialarbeitern, die abends die Obdachlosen betreuen müssen und immer öfter auch mit Gewalt konfrontiert werden, die sich in den Freiraum der Bibliotheken ausbreitet. Sie sind zwar “Häfen im Sturm” der Wirtschaftskrise, aber die Menschen bringen ihre Depression und Aggression mit in diesen Hort. Die Bibliothekarinnen fühlen sich überfordert in dieser neuen Rolle:

Bibliothekarin in Arlington Heights (Vorstadt von Chicago)

“I guess I’m not really used to people with tears in their eyes,” said Rosalie Bork, a reference librarian in Arlington Heights, a well-to-do suburb of Chicago. “It has been unexpectedly stressful. We feel so anxious to help these people, and it’s been so emotional for them.”

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Mär 11 2009

FH Potsdam hilft Stadtarchiv Köln: Medienreaktionen

Bild aus Archivalia

Ein Lehrstück in praktischer Medienwissenschaft ist die Reaktion auf die kleine Pressemeldung von gestern. Zunächst war die Fachbereichseite im Internet und und das Dekanat per Telefon nicht mehr zu erreichen. Dann gab es Auftrieb der Medienvertreter: Radio (RBB) , Text und Bild (MAZ) interviewten Herrn Post und mich zu unseren Hilfsaktionen.

Es wird wohl heute nachmittag auf Antenne Brandenburg und im InfoRadio des RBB gesendet. Ggf. gibt es den Podocast dazu. Märkische Allgemeine Zeitung wird morgen berichten mit Photo.

Es ist schon beeindruckend, welche Reaktionen ein konkret “fühlbarer” Informationskollaps hervorrufen kann. Der alltägliche Kollaps von Informations-, Bildungs- und Wissensstrukturen ruft bewirkt ja leider nicht so viel. Selbst wenn Wirtschaftsweise gravierende Zahlen warnend veröffentlichen: Deutschland erst auf Platz 15 der internationalen Innovationsskala im Bildungsbereich – trotz des Hypes aller Innovationsförderung. Tendenz fallend. Es fehlen eben die Grundstrukturen des Wissens, das zu Innovation führen kann. Diesen täglichen Einsturz sieht kaum jemand. Es muss erst so symbolische Einstürze geben wie in Weimar und Köln. Dass der Konjunktureinbruch in Amerika auch in Deutschland zu einem Ansturm auf die Bibliotheken führt, ist wohl kaum zu erwarten, weil das deutsche Bibliothekswesen ja schon am Boden liegt.

vgl. letzten Blogeintrag hier.

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Dez 09 2008

Bürgerhaushalte: eGovernment, Basisdemokratie oder Wissensmanagement

Rathaus Potsdam

Ich bitte alle Potsdamer Leser dieses Blogs, sich aktiv am Potsdamer Bürgerhaushalt zu beteiligen und für Vorschlag Nr. 17 zu votieren!

Vielleicht nicht ganz nach amerikanischem Vorbild zieht in Deutschland so langsam die Kultur der Bürgerhaushalte ein. Auch in Potsdam gibt es jetzt schon mehrere Bürgerbeteiligungsverfahren an Haushalten (der Stadt und der Ortsbeiräte z.B. Golm). Ich habe die Gelegenheit genutzt und als Bürger entsprechende Vorschläge eingereicht. In beiden Fällen bisher mit einigem Erfolg. Für die Stadt Potsdam habe ich angesichts der fast dramatisch zu nennenden Situation der (fehlenden) Jugendkulturarbeit folgenden Vorschlag eingereicht:

Ausbau von Kultur- und Medienarbeit für Jugendliche
Förderung der Medienkompetenz (durch kooperative Schulungen) von Erziehern, Lehrern, Eltern und interessierten Jugendlichen bei gleichzeitigem Aufbau eines interessanten und ausreichendenMedienbestandes in der mit der Stadt- und Landesbibliothek korrespondierenden Volkshochschule. Themengebiete: anspruchsvolle Filme, kreative Computerspiele, rechtssichere und gefahrlose Nutzung des Web 2.0 für Jugendliche von 12 bis 16 Jahren, Informationskompetenz.

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Feb 20 2008

IKT Branche unzufrieden mit Hochschulen

Der Berlin-Brandenburger Verband der Informations- und Kommunikationsindustrie (SIBB) ist unzufrieden mit der Kooperation mit den Hochschulen! In seinem Report zur Entwicklung der IT-Branche ist er recht optimistisch, was die Auftragslage angeht, konstatiert aber einen Rückgang der Zufriedenheit seiner Mitglieder mit den Hochschulen.

Die Informations- und Kommunikationsindustrie in Berlin und Brandenburg – IKT – ist im Jahr 2008 weiter auf Erfolgskurs. Der erstmals veröffentlichte SIBB-Branchenindex der führenden Querschnittsindustrie steigt im Vergleich zum Vorjahreswert um 3 auf über 60 Punkte. Damit setzt sich der Aufschwung in der regionalen
IT-Industrie mit noch positiveren Vorzeichen fort.
Der Geschäftsklimaindex würde noch positiver ausfallen, hätten die befragten IT-Anbieter aus der Hauptstadtregion die Zusammenarbeit mit Hochschulen nicht deutlich negativer bewertet. Der Wert zu Kooperationen mit Wissenschaft und Forschung sank im Vergleich zu 2006 und 2007 nochmals deutlich ab. Damit werden zunehmend gegenläufige Interessen von regionaler Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar.

Während auch das BMWi in der IKT Branche den Wachstumsmotor für Deutschland sieht (vgl. die Studien „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“), scheint auf der Hochschulseite eher Selbstbeschäftigung mit “Studienreformen” an der Tagesordnung zu sein.

Besonders in der reichen Hochschullandschaft in Berlin-Brandenburg erstaunt die Aussage der SIBB-Branchenmitglieder zunächst. Denken wir aber an die Bachelorisierung und die zersplitterte Projektförderung so kann man die Entwicklung schon verstehen. Es hat also nicht wirklich etwas mit den Hochschulen zu tun, sondern mit der Hochschulpolitik!

Heise zitiert dazu Norbert Gronau, den Potsdamer Wissensmanagament-Guru, mit ähnlicher, aber eher interner Problemeinschätzung, ja Entschuldigung:

Der Potsdamer Wirtschaftsinformatiker Norbert Gronau machte dafür unter anderem einen Generationswechsel im Lehrpersonal an den Unis verantwortlich, durch den aufgebaute Beziehungen zur Industrie zunächst gekappt würden. Zudem würden die Zyklen der Ausbildung in beiden Sektoren nicht mehr so gut miteinander harmonieren.

Hier der Report2008 der SIBB (verspätet auf der Website).

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Feb 19 2008

Maschine Bibliothek

Die Welt von vorgestern und die Berliner Morgenpost von gestern sind begeistert über die Einführung der Selbstbedienung in Bibliotheken. Ausgerechnet Marzahn-Hellersdorf ist der Berliner “Pilotbezirk” zur Einführung von RFID “bis 2013″.

Kulturstadtrat Stefan Komoß (SPD): “Mit diesen neuen Stationen wollen wir unsere Bibliotheken kostengünstiger machen und dem eigentlichen Service wie qualifizierte Beratung der Nutzer viel besser nachkommen.”

Interessant ist an der Meldung – neben dem Bildaufmacher – vor allem, dass dies immer noch als so wichtig empfunden werden kann, dass sogar überregionale Zeitungen dazu Stellung nehmen. Der Tenor hätte eher sein sollen:

Im RFID-Konzept des Senats steht, dass für 2009 bis 2013 EU-Mittel im Rahmen des Förderprogramms “Innovation in Bibliotheken” beantragt worden sind. Berlin steht unter Zeitdruck, kommt doch der gerade veröffentlichte Bibliotheks-Jahresbericht 2006 zu der Erkenntnis: Von den Bemühungen, Berlin an bundesweit erreichte Leistungs- und Ausstattungsstandards heranzuführen, sei man genau so weit entfernt wie vor Jahren, heißt es.

Bei dem Artikeltitel “Maschinen ersetzen Bibliothekare” habe ich natürlich zunächst an andere Maschinen gedacht… Das zeigt nur wie wenig Bibliotheken mittlerweile in Deutschland bekannt sind.

Aber 2013 ist noch lange hin.

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Aug 16 2007

Bibliotheken bringen hohe Zinsen

… sagt die Märkische Allgemeine Zeitung heute. Und beschreibt, was Bibliothekswissenschaftler so machen:

Öffentliche Bibliotheken sind Wissensspeicher und kulturelles Gedächtnis, sind Werkstatt für Lernprozesse und Erkenntnisgewinn und erweisen sich als effiziente Suchmaschine für Informationen. Nutzer schätzen ihre Bibliothek als Ort der Begegnung und der Kommunikation, für gezielte Aus- und Weiterbildung, aber auch für eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung. Doch investieren Stadt und Land genügend in ihre Bibliothek?
[...]
Bibliothekswissenschaftler der ganzen Welt sind bemüht, vor allem den wirtschaftlichen Wert zu beweisen, den Bibliotheken auf dem Wege über die Wissensanreicherung in den Köpfen ihrer Nutzer letztlich als Gewinn einbringen.

Für die kleine Kolumne in der Lokalpresse eigentlich ein beachtlicher Text (vielen Dank Herr Klein. Dennoch ist es wieder ein Lehrstück in punkto Pressekontakt. Alle Hinweise darauf, dass diese Erkenntnis schon uralt ist und vor allem aus dem Unternehmensbereich stammt und dass die Methoden interessanterweise bei Umweltanalysen verwandt werden, waren wohl zu kompliziert für die Leser. (Eine Stunde Interview: 90 Zeilen Text aus den überreichten Materialien.)

Steter Tropfen höhlt den Stein…

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Jun 04 2007

Und wieder: Bibliotheken rechnen sich

Eigentlich ist es unglaublich, wenn es nicht so oft bestätigt würde: der “return on investment” (ROI) in Bibliotheken ist enorm hoch. Ängstlich habe ich die neue Studie, auf die Andreas Mittrowann hinweist, gelesen, und bis jetzt kaum einen ROI-Wert gefunden, der außerhalb der Bereiche 3:1 bis 6:1 wäre.

A benefit-to-cost ratio of 3:1 or better is common among the library valuation studies ALC reviewed. Because this type of economic analysis is commonly used across industries and businesses, it puts libraries into an evaluative framework that permits comparisons with other types of organizations. When this occurs, public ibraries consistently outpace other sectors, such as transportation, health, and education, on the efficient use of tax dollars.

Die Urväter der Outcome-Analyse (Griffiths/King: vgl. mein Themenwiki) bringen ihre Ergebnisse noch deutlicher (mit anderen Methoden) auf den Punkt:

For every $6,448 spent on public libraries from public funding sources (federal, state and local) in Florida, one job was created. For every dollar of public support spent on public libraries in Florida, GRP increased by $9.08. For every dollar of public support for public libraries, income (wages) increased statewide by $12.66.

In ihrer Studie von 1993 hatten sie für Spezialbibliotheken Werte von bis zu 48:1 gefunden, zu lesen: “ein in die Unternehmensbibliothek investierter Dollar bringt dem Unternehmen 48 Dollar Gewinn”.

Die Studie “Worth Their Weight” des Americans for Libraries Council ist aber nicht nur als Sammlung von Ergebnissen von Outcome-Studien zu Öffentlichen Bibliotheken wichtig und lesbar, sondern beinhaltet vielmehr eine wertvolle methodische Analyse, wie denn die For-Profit-Methodologie der Unternehmensberatungen auf den Non-Profit-Sektor der (öffentlichen) Bibliotheken übertragen werden kann. Dazu gibt es eine Reihe von spannenden neuen Ansätzen. Nicht nur von Griffiths und King.

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Mai 30 2007

Rechnungshöfe und Bibliotheken

Die Meldung ist zwar schon 14 Tage alt, aber sie erfordert doch noch eine Kommentierung, gerade unter dem Eindruck einer Auslandsreise. (Man mag ja kaum noch wieder nach Hause kommen oder deutsche Nachrichten lesen.)

Tagesspiegel und IB Weblog u.a. berichteten über die Jahrespressekonferenz des Berliner Landesrechnungshofes, in dem u.a. die Halbierung des Berliner Bibliotheksnetzes gefordert wird. (Da saß ich gerade im Flugzeug über dem Atlantik.)

Schon der 1995 vorgelegte Berliner Bibliotheksplan sah eine Modernisierung der Stadtbibliotheken durch Straffung des Bibliotheksnetzes und Ausbau der verbleibenden Standorte zu leistungsstarken Einrichtungen vor. Bisher ist es aber weder den Bezirksämtern noch dem für kulturelle Angelegenheiten zuständigen Senatsmitglied gelungen, die Bibliotheksstrukturen über den Verbund Öffentlicher Berliner Bibliotheken hinaus aus gesamtstädtischer Sicht konzeptionell weiterzuentwickeln und den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Die Berliner Stadtbibliotheken weisen vielmehr – mit wenigen Ausnahmen – eine hohe Kostenintensität auf. Allein durch eine Anpassung der Personalstruktur an die Standards der kommunalen Bibliotheken anderer bundesdeutscher Großstädte wären Einsparungen von bis zu 7,3 Mio. € jährlich zu erzielen. Darüber hinaus hält der Rechnungshof eine – bezirksübergreifend abgestimmte – Reduzierung der Standorte von jetzt 82 auf bis zu 42 für möglich und zumutbar. Dadurch würden finanzielle Ressourcen freigesetzt, die neben weiteren Einsparungen in Millionenhöhe auch zum Ausgleich von Flächenverlusten und zur qualitativen Verbesserung des Bibliotheksangebots und damit zur Steigerung der Attraktivität der öffentlichen Bibliotheken genutzt werden könnten (T 82 bis 98, s. Anlage). (Pressemitteilung des Landesrechnungshofes Berlin vom 14. Mai 2007)

Es erfordert dies ein erneutes Nachklappen (auch weil die Kommentarfunktion im Tagesspiegel geschlossen ist), weil ähnliche Argumente auch aus den Reihen des Brandenburgischen Rechnungshofes zu hören sind.

Dies ist m.E. recht unverständlich, habe ich doch immer vermutet, dass sich in diesen Institutionen vor allem Volkswirte befinden. Diese sollten z.B. auch im internationalen Vergleich wissen, wie sehr sich Investition in Wissen und Bildung “rechnet” (vgl. mein Themenwiki “Wert von Bibliotheken” bzw. der tag outcome hier im Blog). Sind denn für solche Überlegungen zur Förderung der Wirtschaft nicht Volkswirte da? Gut: vielleicht ist Herr Dr. Harms auch eher Betriebswirt (deutsche Prägung). Aber auch dann sollte der Rechnungshof sich einmal die Realität im Berliner Bibliothekssystem ansehen:

  • seit Jahren keine neuen Stellen für innovative Kompetenzen junger Mitarbeiter
  • damit eine Personalpolitik, die gar keine andere Kennzahlenergebnisse zeitigen kann (vgl. Anlage)
  • ein Kosten- und Leistungsrechnungssystem, von dem ich (unter vor gehaltenener Hand (!)) von den Berliner Kollegen immer nur höre, dass es demotivierend sei (kann ich nicht wirklich beurteilen, ich glaube aber den Teilnehmern meiner Managementweiterbildungen, die mir das berichten.)
  • marode und abschreckende Gebäude (weshalb die Nutzerzahlen unter “Standard” liegen (?))
  • versteckte, weit entfernte Bibliotheken
  • zu normalsterblichen Zeiten geschlossene Bibliotheken (d.h. dann wenn Bürger Zeit hätten dorthin zu gehen).
  • eine Bildungs- und Sozialpolitik, die Bibliotheksarbeit völlig ausklammert (im Gegensatz zu wirtschaftlich und “PISA-technisch” erfolgreichen Ländern wie Finnland, USA, Großbritannien)

Eine Reduzierung der Standorte wäre nur in dem Sinn eine Alternative, wenn es gleichzeit einen Umbau nach dem Modell z.B. der Idea Stores in London gäbe und in die verbleibenden Standorte viel investiert würde sowie zusätzlich tatsächlich in eine zentrale, große öffentliche Bibliothek wie in anderen Metropolen Wien, Paris, Montréal geschaffen würde.

Kostensparend ist die aktuelle Politik des Wenigtuns, kostenintensiv wäre eine Vernachlässigung der Bildungsinvestitionen mit Bibliotheken (das ist langfristig verheerender als die Klimakatastrophe), aber gewinnbringend wäre eine massive Investition in Bibliotheken als der zentralen Bildungs- und Wissensinstanz der demokratischen Gesellschaften. Nicht kurzsichtige Kürzungen.

Eine kleine historische Erinnerung: es war das Bundesrechnungshofgutachten 1962, das den massiven Ausbau der Fachinformation für die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft forderte.

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