Archive for the 'Politik' Category

Mär 07 2008

Aktionsrat Bildung: alles ist gut!

Wunderbar. Endlich erklärt uns ein gewichtiges Expertengremium, dass es eigentlich alles gut läuft mit der Reform der tertiären Bildung in Deutschland. Der Bolognaprozess sei in erster Linie eine Markenbildung (verstehe), bei der es darauf ankomme, die Sozialkompetenzen zu erhöhen z.B. durch Alteritätserfahrung (mmh, verstehe ich das?).

Der Bologna-Prozess impliziert auch ein verändertes Modell des Lernens, dem zufolge kompetenzorientierte, aktivierende Lehr- und Lernformen in den neuen Studiengängen gestärkt werden sollen. Hinsichtlich des Erwerbs globalisierungsrelevanter Kompetenzen müssen eine Reform der Studiengänge in Richtung eines veränderten Grundverständnisses erfolgen und solche Kompetenzen gestärkt werden, die in einer globalisierten Welt erforderlich sind: Ambiguitätstoleranz, Entscheidungsfähigkeit und Transferfähigkeit. Aber auch unmittelbar globalisierungsrelevante Kompetenzen wie Fremdsprachenkenntnisse oder interkulturelle Kompetenz gewinnen an Bedeutung.

Die neuen Studiengänge müssten sich nur mehr nach dem Arbeitsmarkt richten, dann würde alles gut. Das verstehe ich allerdings dann nicht mehr: wie kann durch das aktuelle zunehmend verschulte und sich zusammenziehende (verkürzende) Bildungssystem “Transferfähigkeit” und “Ambiguitätstoleranz” (übrigens ein ganz wichtiges Schlagwort in der Bibliothekarsausbildung) gelernt werden, wenn noch nicht mal die Zeit reicht für ein Auslandssemester? Und was ist “Transferfähigkeit” nichts anders als “abstraktes Denken”. Lernt man das durch Auswendiglernen und Creditpunkte sammeln?

Interessant vor allem, dass der zweite von der Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegebene Bericht unter dem Titel “Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess“erscheint und unter anderem den “sprunghaften Fortschritt neuer Informations- und Kommunikationstechnologien” als Motor notwendiger Veränderungen im Bildungssystem benennt. Natürlich stelle ich mir dabei dann die Frage, was denn die verstärkte Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt im Hinblick auf “neue Marktsegmente” für neue Studiengänge bedeutet: brauchen wir also mehr MOS’ (Microsoft Office Specialists, da hat ja MS einen Markt geschaffen!) oder mehr Spezialisten zur Sichtung und Bewertung der Informationsfluten?

Wir in Potsdam versuchen - Don Quichotte ähnlich - der technokratischen Bildungsfront immer noch die Stirn zu bieten: vgl. die Pressemeldung von heute.

Vgl. auch die schöne Einschätzung des “Expertengremiums” bei Telepolis.

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Feb 20 2008

IKT Branche unzufrieden mit Hochschulen

Der Berlin-Brandenburger Verband der Informations- und Kommunikationsindustrie (SIBB) ist unzufrieden mit der Kooperation mit den Hochschulen! In seinem Report zur Entwicklung der IT-Branche ist er recht optimistisch, was die Auftragslage angeht, konstatiert aber einen Rückgang der Zufriedenheit seiner Mitglieder mit den Hochschulen.

Die Informations- und Kommunikationsindustrie in Berlin und Brandenburg – IKT – ist im Jahr 2008 weiter auf Erfolgskurs. Der erstmals veröffentlichte SIBB-Branchenindex der führenden Querschnittsindustrie steigt im Vergleich zum Vorjahreswert um 3 auf über 60 Punkte. Damit setzt sich der Aufschwung in der regionalen
IT-Industrie mit noch positiveren Vorzeichen fort.
Der Geschäftsklimaindex würde noch positiver ausfallen, hätten die befragten IT-Anbieter aus der Hauptstadtregion die Zusammenarbeit mit Hochschulen nicht deutlich negativer bewertet. Der Wert zu Kooperationen mit Wissenschaft und Forschung sank im Vergleich zu 2006 und 2007 nochmals deutlich ab. Damit werden zunehmend gegenläufige Interessen von regionaler Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar.

Während auch das BMWi in der IKT Branche den Wachstumsmotor für Deutschland sieht (vgl. die Studien „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“), scheint auf der Hochschulseite eher Selbstbeschäftigung mit “Studienreformen” an der Tagesordnung zu sein.

Besonders in der reichen Hochschullandschaft in Berlin-Brandenburg erstaunt die Aussage der SIBB-Branchenmitglieder zunächst. Denken wir aber an die Bachelorisierung und die zersplitterte Projektförderung so kann man die Entwicklung schon verstehen. Es hat also nicht wirklich etwas mit den Hochschulen zu tun, sondern mit der Hochschulpolitik!

Heise zitiert dazu Norbert Gronau, den Potsdamer Wissensmanagament-Guru, mit ähnlicher, aber eher interner Problemeinschätzung, ja Entschuldigung:

Der Potsdamer Wirtschaftsinformatiker Norbert Gronau machte dafür unter anderem einen Generationswechsel im Lehrpersonal an den Unis verantwortlich, durch den aufgebaute Beziehungen zur Industrie zunächst gekappt würden. Zudem würden die Zyklen der Ausbildung in beiden Sektoren nicht mehr so gut miteinander harmonieren.

Hier der Report2008 der SIBB (verspätet auf der Website).

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Feb 19 2008

Maschine Bibliothek

Die Welt von vorgestern und die Berliner Morgenpost von gestern sind begeistert über die Einführung der Selbstbedienung in Bibliotheken. Ausgerechnet Marzahn-Hellersdorf ist der Berliner “Pilotbezirk” zur Einführung von RFID “bis 2013″.

Kulturstadtrat Stefan Komoß (SPD): “Mit diesen neuen Stationen wollen wir unsere Bibliotheken kostengünstiger machen und dem eigentlichen Service wie qualifizierte Beratung der Nutzer viel besser nachkommen.”

Interessant ist an der Meldung - neben dem Bildaufmacher - vor allem, dass dies immer noch als so wichtig empfunden werden kann, dass sogar überregionale Zeitungen dazu Stellung nehmen. Der Tenor hätte eher sein sollen:

Im RFID-Konzept des Senats steht, dass für 2009 bis 2013 EU-Mittel im Rahmen des Förderprogramms “Innovation in Bibliotheken” beantragt worden sind. Berlin steht unter Zeitdruck, kommt doch der gerade veröffentlichte Bibliotheks-Jahresbericht 2006 zu der Erkenntnis: Von den Bemühungen, Berlin an bundesweit erreichte Leistungs- und Ausstattungsstandards heranzuführen, sei man genau so weit entfernt wie vor Jahren, heißt es.

Bei dem Artikeltitel “Maschinen ersetzen Bibliothekare” habe ich natürlich zunächst an andere Maschinen gedacht… Das zeigt nur wie wenig Bibliotheken mittlerweile in Deutschland bekannt sind.

Aber 2013 ist noch lange hin.

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Sep 17 2007

SLB Potsdam: Weichen auf Innovation gestellt

Blick in den neugestalteten Bibliotheksbau

Am Wochenende gab es die “erste Bibliotheksnacht” in der Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam. Gleichzeitig wurde Jubiläum gefeiert: 85 Jahre Landesbibliothek und 15 Jahre “SLB”. Die anwesende höchsprominente Politik feierte dies würdig und betonte die gesellschaftliche und wirtschaftliche (!) Bedeutung der Bibliothek für Potsdam und für Brandenburg. Als Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung stellte Bibliotheksleiterin Marion Mattekatt die neu erarbeiteten 10 Leitlinien der Bibliothek vor (verkürzt):

  1. Kulturelles Gedächtnis
  2. Bildung und Wissen für alle
  3. Generationen übergreifend, kommunikativ und einladend
  4. Kooperativ
  5. Leseförderung
  6. Lebenslanges Lernen
  7. Medien und Medienkompetenz
  8. 24 Std. Bibliothek
  9. Architektur für das Medienzeitalter
  10. Kondenorientiert und kostenbewusst

Passend zu Punkt 9 zeigte dann das Architekturbüro Reiner Becker den Entwurf zur Umgestaltung des Gebäudes. Wer das jetzige Gebäude (und die bisherige Potsdamer Bibliothekspolitik) kennt, wagt es kaum zu glauben, wie die Bibliothek im Jahre 2011 aussehen soll. Becker machte deutlich, wie der genius loci im Zentrum Potsdam gewahrt bleiben kann unter Beibehaltung der Assoziationen des Gebäudes an Mies van der Rohe (!). Mich erinnert der Entwurf auf den ersten Blick an das Gebäude der Stadtbibliothek Gütersloh. Das dort zentrale Café ist auch geplant, allerdings naturgemäß mit Öffnung zum “Platz der Einheit”. Im Erdgeschoss ist außerdem ein Bürgersaal vorgesehen und eine akustisch abgrenzte Kinderbibliothek. Eine ganze Etage ist den Brandenburgica vorbehalten und es gibt Gespräche über einen Umzug der Volkshochschule in das Gebäude. Die Innengestaltung (Medienpräsentation) auf den Computeranimationen sind bisher bloße Platzhalter, versicherten mir Frau Mattekatt und der Bauherr (KIS).

Die Besucher der Ausstellung konnten es sich kaum vorstellen: das bisherige Eingangsfoyer hat lediglich die Tiefe eines der Raster des Skelettbaus: es soll jetzt die ganze Fläche umfassen. Eine Großzügigkeit, die eigentlich gar nicht zu Preußen passt, die aber dem gesellschaftlichen Raum Bibliothek sicher angemessen ist.

Interessanterweise führt der auf der Website der Bibliothek angegebene Link zum Beschluss der SVV ins Leere. Und in den offiziellen Niederschriften der Stadtverordnetenversammlungen ist bisher kein Beschluss dieser Art zu verzeichnet. So dass ich bei aller Euphorie bezüglich der allmählichen Realisierung neuer Bibliothekskonzepte in Deutschland doch dem Beitrag ein Fragezeichen hinzufügen müsste. Kultusministerin Wanka machte allerdings deutlich, dass es keine finanziellen Auseinandersetzungen mit dem Land diesbezüglich gebe….

vgl. auch meinen früheren Beitrag.

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Jul 12 2007

Bibliothekswissenschaft und Medienwissenschaft: Meinung des Wissenschaftsrates

Am 25. Mai publizierte der Wissenschaftsrat seine “Empfehlung zur Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften in Deutschland“. Zunächst nichts besonderes, wäre da nicht Methode, Anhang und ein blinder Fleck.

Aber erst einmal der Inhalt: der WR konstatiert, dass von den Kommunikations- und Medienwissenschaften

wesentliche Impulse für ökonomische, technische und kulturelle Entwicklungen unserer Gesellschaft ausgehen und dass umgekehrt der Bedarf seitens Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, vermehrt auf diese Forschungen zurückgreifen [zu] müssen, steigen wird. (S. 10)

weiter wird festgestellt, dass

  • die Zahl der Studierenden in diesem Fachgebiet kontinuierlich steigt
  • das disziplinäre Feld sich zwar anhand der “Methoden, Gegenstände, Paradigmen, Terminologien und Traditionen” deutlich in drei Hauptrichtungen (Kommunikationswissenschaft, Medientechnologie, Medialitätsforschung) differenzieren lässt, die sich stark gegeneinander abschotten, es aber in der Lehre und im Studienangebot “eine bisweilen sorglose Kombinatorik herrscht” (8).
  • “Der Wissenschaftsrat ermutigt die genannten Wissenschaften, gezielt Kooperationen zwischen den drei Ausrichtungen, aber auch mit den jeweiligen Ursprungsdisziplinen, anzustreben.”
  • Der WR schlägt Modellcurricula vor (hat es das schon jemals gegeben, dass sich der WR in die Lehre so konkret einmischt?) und empfiehlt neben der stärkeren Integration technologischer Komponenten, den “medialitätswissenschaftlichen” Themenbereich dem Masterabschnitt vorzubehalten [Hoppla: Wolfgang Ernst (s.o.) und Friedrich Kittler ab in den Elfenbeinturm!?]
  • Der WR betont, dass medientechnologische Studiengänge teuer sind
  • dass der wissenschaftliche Nachwuchs fehlt
  • und erinnert an seine Empfehlung, die Durchlässigkeit zwischen den Hochschularten zu erhöhen.
  • Er empfiehlt den Internationalisierungsgrad zu erhöhen und
  • die Bedeutung dieser Fächer in der Politikberatung ernst zunehmen.
  • Als letztes wird sehr intensiv auf die Langzeitarchivierung audiovisueller Quellen für die Disziplinen eingegangen, die Deutsche Nationalbibliothek bemüht und die RVK kritisiert.

Wie gesagt, an sich für den WR nichts besonderes, bis auf zwei, drei “Kleinigkeiten, die konkret mit LIS zu tun haben.

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Feb 24 2007

SLB Potsdam - Durchbruch?

Gleich zweimal war die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam in den letzten Tagen in der Presse mit positiven Nachrichten:

Am 17.2. kam eine freudige - wenn auch knappe - Meldung in den Potsdamer Neusten Nachrichten:

Die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam soll bis spätestens 2011 saniert sein. Dies gaben Bibliotheksdirektorin Marion Mattekat und Potsdams Kulturbeigeordnete Gabriele Fischer gestern bekannt. Danach erhält das marode Gebäude unter anderem einen Fahrstuhl, der Innenhof wird zu einem Lichthof umgestaltet. Rund neun Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. Die Bauarbeiten sollen in drei Abschnitten parallel zum laufenden Betrieb durchgeführt werden.

Gleichzeitig wird bis 2010 das jetzige Etat für die Anschaffung neuer Medien von jetzt 141 000 Euro auf dann 320 000 Euro mehr als verdoppelt. Beigeordnete Fischer sagte, dass sich auch in den Folgejahren die Summe des Etats in dieser Höhe bewegen solle. Jedoch werden ab 2009 acht Personalstellen abgebaut. Jedoch werde niemand entlassen, so Mattekat. Modernere Technik soll die fehlenden Mitarbeiter ersetzen.

Eine Woche später stellt der Architekt auch schon einen Entwurf für den Umbau vor:

Wirtschaftlichkeit kann gut aussehen. Das zeigte der Potsdamer Architekt Jürgen Becker am Donnerstag im Kulturausschuss. Vorgestellt wurden hier die Ergebnisse der Vorplanungen für die Sanierung der Stadt- und Landesbibliothek am Platz der Einheit. Wie Bibliotheksdirektorin Marion Mattekat den Ausschussmitgliedern erklärte, ging es in den Gesprächen zu dieser Vorplanung darum, „Rahmenbedingungen für eine zeitgenössische Bibliothek zu schaffen, bei denen auch die wirtschaftliche Variante“ berücksichtigt werden musste. Wirtschaftlich soll in diesem Zusammenhang heißen – kostengünstig. Und Becker zeigte, dass kostengünstig nicht zwingend billig aussehen muss.

Das online nicht vorhandene Photo der Print Ausgabe ließ in der Tat eine interessante Planung vermuten. (PNN 24.2.)

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Feb 22 2007

Abschaffung des Neuköllner Bücherbusses im TV

In den Nachrichten des Kinderkanal (KIKA) Logo berichten Kinder über die Abschaffung des Bücherbusses in Berlin-Neukölln. Das ZDF verhilft ihnen in der “Redezeit” zu einem Gespräch mit dem entsprechenden Kommunalpolitiker, und danach finden die Kinder es gut, dass der Bücherbus bald nicht mehr fährt. Man könne doch über die Schulen Bücher bestellen, so Herr Schimmang…

Celina, Marcel und Mirjana wohnen alle in Berlin-Neukölln und sind richtige Leseratten. Am liebsten lesen die drei Schüler Detektivgeschichten, zum Beispiel von TKKG. Aber wie kommt man immer an die neuesten, spannenden Abenteuer? “Viele haben ja auch nicht so viel Geld und können sich die Sachen nicht immer neu kaufen”, sagt Celina

In Berlin-Neukölln gibt es dafür eine tolle Lösung: den Bücherbus. Der fährt quer durch Neukölln und hält auch an Celinas Schule. Marcel findet toll, dass man in der rollenden Bibliothek so viel ausleihen kann, wie man will: Bücher, Kassetten, DVDs und Zeitschriften.

Jetzt soll der Bücherbus abgeschafft werden! Er ist einfacht zu alt. Angeblich hat der Stadtteil Neukölln zu wenig Geld, um einen neuen Bus zu kaufen. Celina, Marcel und Mirjana sind sauer. Mit ihren Freunden haben sie Unterschriften gesammelt, um gegen die Abschaffung vom Bücherbus zu protestieren. Geholfen hat es nichts. Ein klarer Fall für die logo!-Redezeit.

Herr Schimmang ist Politiker und verantwortlich für die Abschaffung des Bücherbusses. Er kam zum Redezeitgespräch, hatte aber keine richtige Lösung für das Problem. Herr Schimmang sagt, dass es ja auch noch vier andere Bibliotheken in der Stadt gibt. Dabei hat er wohl vergessen, dass die alle viel zu weit weg sind. Celina, Marcel und Mirjana kämpfen aber weiter für ihren Bücherbus. Sie wollen schließlich auch in Zukunft wissen, wie die Abenteuer ihrer Helden weitergehen.

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Jan 22 2007

Petition zu Open Access an die EU Kommission

Published by Hans-Christoph Hobohm under Politik

Die Unterstützer der Budapest Erklärung haben heute eine Mail folgenden Inhalts bekommen:

We are writing to you because you are a signatory to the Budapest Open Access Initiative. As you supported that initiative we are now asking you to support a further one that will encourage the European Commission to take action that will secure vastly increased access to publicly-funded science output.

In the wake of the publication of the report from the “EU Study on the Economic and Technical Evolution of the Scientific Publication Markets of Europe” a consortium of organisations working in the scholarly communication arena is sponsoring a petition to the European Commission to demonstrate support for Open Access and for the recommendations in the report.

Im Folgenden wurde ja die Initiative auch unter dem Stichwort “Berlin declaration” bekannt. Also sollten vielleicht doch recht viele Deutsche Unterstützer unter den Unterschriften sein. Bisher sieht das - nach einem ersten überfliegen - nicht so aus. Zentral ist weiterhin das Argument, dass öffentliche finanzierte Publikationen auch öffentlich zugänglich sein müssen.

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Dez 10 2006

Wert von Bibliotheken: erneut 1 zu 4

Neun Stadtbibliothekssysteme im Südwesten Ohios haben sich zusammen getan und eine Beratungsfirma beauftragt, nachzurechnen was sie jeweils wert sind: “Southwest Ohio Public Library Return From Investment Study”.

A new study released November 29, 2006 shows that nine public library systems in Butler, Clermont, Hamilton, and Warren counties in Southwest Ohio create an annual economic impact of nearly four times the amount invested in their operations. The report from Levin, Driscoll & Fleeter in Columbus concludes that, using a conservative measure of value the libraries’ cumulative expenditure of about $74 million returned a quantifiable direct economic benefit of $238.6 million, or $3.81 for each dollar expended in 2005. The study also recognizes that these libraries add significant value to their users and communities that cannot be assigned a dollar value including, “improved economic prospects and an enhanced quality of life.”

Das Ergebnis ist so deutlich wie mittlerweile langweilig. Die Methoden sind nicht immer die gleichen, die Werte belegen aber immer ein ROI (return on ivestment) von über 1 zu 3 (ein investierter Dollar bringt drei an wirtschaftlichem Wert für den Träger.) In manchen Fällen ja sogar bis zu 1 zu 40 (!). Von den ausführlichen Studien zu den einzelnen Bibliotheken berichtet der Weblog von OPLIN. Interessant sind solche Studien gerade in den USA, wo es doch dort den Bibliotheken eigentlich recht gut geht von ihrem Rückhalt in Bevölkerung und Politik her.
Andere Hinweise dazu u.a. auf der IFLA in Oslo bzw. in LIS in Potsdam.

Schön auch die Anzeigenkampagne von OCLC:

YOUR PUBLIC LIBRARY IS A SMALL BUSINESS INCUBATOR

mit dem Beispiel des Weinlabels Gallo.

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Dez 05 2006

Nationaler IT Gipfel braucht Ihre Unterschrift

Published by Hans-Christoph Hobohm under LIS, Politik

IT Gipfel

Potsdam/Berlin. Ihren ersten nationalen IT-Gipfel wird die Bundesregierung am Montag, 18. Dezember, am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam veranstalten. Unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen acht hochrangig besetzte Arbeitsgruppen Vorschläge dafür entwickeln, wie die Qualität des Informationstechnologie -Standorts Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter verbessert werden kann. Merkel will auch mit Studenten und Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Instituts diskutieren. Deutschlands einziges vollständig privat finanziertes Uni-Institut bildet hoch talentierte Informatikstudenten zu IT-Ingenieuren aus. Mit dem Potsdamer Arbeits- und Diskussionsforum für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik findet erstmals ein Gipfel der jetzigen Bundesregierung außerhalb des Bundeskanzleramts statt.
… soweit die Presseerklärung des HPI.

Politik Digital, Heise, InetBib, Netzpolitik u.v.a.m. finden, dass das nicht reicht. Es werden wesentliche Argumente in der Diskussion in denm kleinen Hörsaal im Hasso-Plattner Institut fehlen! In Deutschland reproduziert sich das Problem des WSIS, dass die Informationswissenschaft zu schüchtern ist. Viel zu häufig fehlt doch eindeutig die konkrete Kunden- und Nutzerorientierung bei reinen EDV Projekten. So auch hier, obwohl der Anteil Wirtschaft sehr groß geschrieben wird. Aber Marketing ist ja gerade für Technikfreaks eine besonders schwierige Lektion.

Bitte beteiligen Sie sich an der Unterschriftenaktion.

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