Category Archives: Lehre & Studium

Masterday 2017

Die Verabschiedung des letzten Masterstudiengangs (nach altem Curriculum) war wieder ein Höhepunkt im akademischen Jahr: es war nun schon der sechste Masterday.

Hütewerfen auf dem Masterday 2017 (Photo: Hobohm)

Im Gegensatz zum letzten Jahr war die Zahl der Absolventen kleiner, weil diesmal nur der konsekutiver Master Informationswissenschaften die Prüfungen abgelegt hatte und nicht auch der berufsbegleitende Master Archivwissenschaft.

Dafür war das Fachprogramm wirklich sehr anregend. In seiner bekannten Art führte Manfred Thaller noch einmal vor, was es heißt, als Geisteswissenschaftler mit Information umzugehen. Er stellte – und das ist sein Projekt nach der Emeritierung in Köln – die Grundsatzfrage, die uns im Studiengang auch schon öfter beschäftigt hat: wie kann auch eine Informatik mit Informationen umgehen, die eben nicht nur aus Syntax besteht? Hierzu müsste man viel tiefer gehen und neue Grundkonzepte der Informationsverarbeitung entwickeln. Als erste Anregung gab er den Hinweis auf die Forschungen von Lackoff und Devlin (G. Lakoff, M. Johnson: Metaphors we Live by, Chicago 1980 – K. Devlin: Logic and Information, Cambridge 1991).

Prof. Dr. Manfred Thaller auf dem Masterday 2017 (Photo: Hobohm)

Auch das mit den Beiträgen der Studierenden aus Projekten und Masterarbeiten gestaltete Programm war nicht nur sehr anspruchsvoll, sondern auch brandaktuell: es ging von Data Science über Informationsvisualisierung bis zu Fake News und Desinformation.

Die akademische Feier selbst wurde diesmal nicht von Jazz Musik, sondern von der Berliner Impro Theatergruppe „Die Gorillas“ umrahmt. Anschließend gab es sogar noch eine von den Studierenden organisierte Party im frisch wiedereröffneten Casino.

Ob es eine Fortsetzung dieser Tradition gibt, hängt zunächst einmal von der Konstitution (und Motivation) der Studiengangleiter ab…

 

 

Mit der „Werkstatt“ bei Netzpolitik.org

Website des Blogs Netzpolitik

Website des Blogs Netzpolitik

Seit diesem Semester gibt es eine didaktische Neuerung im Curriculum unserer drei Bachelor-Studiengänge: gleich zu Beginn gibt es die Seminarform „Werkstatt“. Hier sind die Erstsemester gefordert, sich einem informationswissenschaftlichen Thema in großen Zügen selbstständig und forschend zu nähern: in meist studiengangübergreifenden Gruppen von ca 15 Personen unterstützt von einem Prof und einem Tutor, aber doch in großen Zügen im Modus des (er)forschenden Lernens.

Das Thema der ersten Werkstatt, die ich z.Zt. anbiete und begleitete ist „Informationsflüsse und Informationsorte für Studierende in der FH und in Potsdam“. Neben einer Befragung von Kommilitonen und einzelnen konkreten Projektideen begibt sich die Werkstatt auch auf Exkursion zu wichtigen Orten, an denen Information fließt. Gestern waren wir bei Markus Beckedahl und Netzpolitik.org – in einem Berliner Hinterhof und in der fünften Etage ohne Aufzug.

Werkstattgruppe vor dem Aufgang zu Netzpolitik.org

Werkstattgruppe vor dem Aufgang zu Netzpolitik.org

Dank unserer Tutorin Anna Lehman war es möglich, einen Gesprächstermin bei dieser ja in den aktuellen Zeiten so beschäftigten Redaktion und sogar mit Markus Beckedahl persönlich zu arrangieren. Die Studierenden hatten eine Reihe von Fragen vorbereitet und ließen auch nicht locker, wenn die Antworten nicht dem entsprachen, was sie sich vorgestellt hatten.

Es wurde jedoch schnell deutlich, wie sehr die Digitalisierung mittlerweile ins Zentrum des Lebens und der Politik gerückt ist. Markus Beckedahl berichtete von den Anfängen seines Blogs und wie sehr mittlerweile aus allem Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Informationen im Redaktionsbüro in der Sonnenallee täglich zusammenfließen: von Whistleblowern über Fernsehteams bis hin zu „Verwirrten“ – alles liefert Informationen und will Informationen und Aktionen von diesem Ort der virtuellen und digitalen Kommunikation. Wichtiges Thema war auch, was jeder einzelne in der Informations- und Datenflut vor allem auch zur eigenen Datenintegrität und zu seinem Schutz tun kann: als Rezept nannte er „Datensparsamkeit“ – und vielleicht mal eher Opensource Tools wie OSM oder Metager statt Google zu nutzen. Continue reading

Studienprojekte mit der Eye-Tracking-Brille an der FH Potsdam

SMI Eye Tracking Brille

SMI Eye Tracking Brille

Eine kleine Rückschau anlässlich unserer Aktivitäten zum Aufbau des Usability-Labors und der Informationsverhaltensforschung am Fachbereich. Viele haben dies ja schon z.B. auf dem Bremer Bibliothekartag im Rahmen der Zukunftswerkstatt oder auf anderen öffentlichen Veranstaltungen des Fachbereichs mitbekommen: wir nutzen seit 2013 ein mobiles Eye-Tracking System von SMI.

Aus anderen, „echten“ Projektmitteln konnte die recht komplexe (und vor allem teure) Eye-Tracking Brille von SMI angeschafft werden. Seitdem werden regelmäßig Masterprojekte und Masterarbeiten damit durchgeführt. Continue reading

Bücher haben mich immer schon interessiert

Fachbereichswebsite

Fachbereichswebsite

In diesem Semester habe ich mal wieder das Vergnügen einer Lehrveranstaltung im ersten Semester. Ich wünsche allen „Erstis“ einen guten Start in das Studium der verschiedenen Informationswissenschaften!

In unserer kleinen Befragung während der Einführungswoche kam heraus, dass unsere neuen Studierenden immer noch stark Buch affin sind und trotz Internet nur eine schwache Vorstellung von dem haben, welchen Weg sie da eingeschlagen haben. Mehrere gaben tatsächlich als Motivation für die Aufnahme eines Bibliotheksmanagement-Studiums an:

„Bücher haben mich schon immer interessiert“.

Aber auch die Tendenz „IMM“ („Irgendwas mit Medien“) ist stark und differenziert vertreten: Continue reading

VFI Förderpreis an FHP Absolventin!

Domänen des Themas

Domänen des Themas

Der diesjährige Förderpreis des Vereins zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI) mit Sitz in Wien geht an zwei Arbeiten im Bereich der Informationsvisualisierung. Eine davon ist die Masterarbeit von Janine Lantzsch: „Bestandsvisualisierung in Bibliotheken„. Der Preis wird alljährlich vergeben an herausragende Abschlussarbeiten der deutschsprachigen Informationswissenschaft. In der Reihe der prämierten Arbeiten finden sich im Laufe der Jahre (der Preis wird seit 2006 vergeben) immer wieder bedeutende Doktorarbeiten und andere Hochschulschriften, die wichtige neue Entwicklungen und Themen der Informationswissenschaft aufgreifen und überzeugend präsentieren. Zu den Preisträgern gehören so bekannte Namen wie Philipp Mayr, Isabella Peters, Elke Greifeneder, Sarah Dudek etc.

Die Jury begründete Ihre Entscheidung für die Arbeit von Frau Lantzsch: Continue reading