Archive for the 'FHP Fb5' Category

Okt 25 2008

Symbolisch: kein Lesen mehr im ZDF, dafür aber in Bibliotheken?

In Zeiten der Krise wird vieles symbolisch: der gestrige Tag der Bibliotheken bietet sich an: in allen Zeitungen wurde fleißig bieder über die Kampagne “Deutschland liest” berichtet und gleichzeitig (am Rande) noch Nachlese betrieben zum Bildungsgipfel. Einhellig ist die Meinung, dass es kein Gipfel war, sondern eine Schlucht. Auf dem “Gipfel” wurden die eigentlichen Probleme der Bildung gar nicht angesprochen: genauso wenig wie man in der Berichterstattung zum Tag der Bibliotheken: “Deutschland liest” mit dem Phänomen Bildung in der deutschen Gesellschaft umgehen kann. Was Bildung heißt und wo diese heute wirklich stattfindet machen unsere zwei Bildungsmatadore deutlich: Elke Heidenreich und Marcel Reich-Ranicki. Das Ergebnis: im ZDF findet künftig kein “Lesen” mehr statt.

Aus persönlicher Perspektive kann ich noch hinzu fügen, dass auch die Bibliothekswissenschaft sich nicht am Tag der Bibliotheken beteiligt. Bildung ist nicht wirklich gefragtes Thema: wir beschäftigen uns (gezwungenermaßen) im Studiengang Bibliotheksmanagement eher mit E-Science und Datenmanagement als mit so gesellschaftlich komplizierten Dingen wie Bildung und Lesen. Von der Wissenschaftspolitik wird nur Schickes und Cooles gefördert. Auch wenn keiner es versteht, denn Lesen kann ja schließlich jeder - vor allem Minister - da braucht man weder Förderung noch Forschung - und schon gar nicht Professuren.

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Okt 11 2008

Honorarprofessorin im Porträt

Prof. Beger

Prof. Dr. Beger wie sie leibt und lebt und wie wir Sie manchmal bei uns in Hörsaal und Fluren erleben: ganz authentisch wird sie interviewt im Hamburger Abendblatt vom 11.10.2008. mit der passenden Überschrift: “Die Peppige”.

Wirklich schön zu lesen!

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Sep 15 2008

Pause?

Kooperation mit Deutschen Adelsarchiv

ad personam - und ganz einem Weblog-Tagebuch entsprechend: eine Zwischenmeldung:

Manche erleben es im persönlichen Kontakt: meine Dekanatstätigkeit frißt mich etwas auf. Es gibt zwar nur 50% Ermäßigung bei der Zahl der Lehrveranstaltungen, aber das Rektorat erwartet eine mindetens 100% Reaktionsfähigkeit auf die meist sehr spontanen Anforderungen der Hochschulpolitik: hier mal eben schnell einen Antrag, hier mal eben schnell eine Projektsteuereung, hier mal eben schnell neue Kooperationsgespräche, hier mal eben schnell ein Arbeitsvertrag. Ganz zu Schweigen davon, dass der Fachbereich in diesem Semester seine dann fünf Studiengänge (davon zwei neue Master) akkreditieren lassen will (muss).

Für solche eher administrativen Tätigkeiten muss man allerdings genauso fachlich auf dem Laufenden sein wie für Seminare und Vorlesungen. Allerdings komme ich wie man sieht zu keiner inhaltlichen Arbeit mehr. Mein abgestürztes Wiki konnte ich noch nicht wieder aufbauen, den Weblog nicht weiterpflegen, und schon gar nicht Artikel lesen, auf Tagungen gehen, oder Texte schreiben.

Ich frage mich, wie das weitergehen soll. Interessant ist dabei zu wissen, dass meine Vorgänger im Amt stets nach mehr oder weniger kurzer Zeit mit teilweise dramatischen) Gesundheitsprobleme vorzeitig ausgeschieden sind. Es gibt eine Tendenz dazu, an solchen Stellen ehr ausgebildete Wissenschaftsmanagement einzusetzen und eben keine Fachwissenschaftler. Der Humboldtschen Idealhochschule entspräche dieses nicht, aber die aktuelle Hochschulpraxis scheint dies zu begünstigen.

Aktuelle Themen heißen für mich z.Zt. eher eCampus, eScience oder eCompetence und leider nicht wirklich LIS und betreffen oft mehr die Hochschule als Ganzes und nicht den Fachbereich.

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Jun 06 2008

Alumnitreffen der FH-Potsdam in Mannheim

Eröffnungsabend in Mannheim

18 hatten über Doodle ihr Kommen angesagt. Letztlich reichte der reservierte große Tisch im Gasthaus am Fluss (Rheinterrassen) in Mannheim bei weitem nicht. Es ist schon eine gute Tradition geworden, dass der Alumniverein DABEI ein Treffen organisiert. Schön ist auch, dass wir es immer wieder hinbekommen, dass auch eine Reihe von aktuell studierenden Kommilitonen dazu stoßen kann. Diesmal war das vierte Semester gut vertreten. Leider bleibt es auf dem Bibliothekartag natürlich stark auf diejenigen beschränkt, die im Bibliotheksbereich untergekommen sind. Man könnte sich aber auch angesichts der Themenbreite der Tagung auch vorstellen, dass die Absolventen der anderen Studiengänge auch dabei sind – vielleicht je nach regionalem Einzugsbereich.

Für viele war es ein herzliches Wiedersehen und die drängende Frage, welche Stelle hast Du jetzt und welche die oder die? Gibt es bei Euch bald eine freie Stelle? Macht der Job Spaß? Die anregenden Gespräche verändern sich aber mittlerweile: war bei den ersten Treffen noch vor allem die Stellensuche das zentrale Thema, kommen jetzt immer mehr inhaltliche Diskussionen hinzu. Es kommt auch zu dem für eine Fortbildungsveranstaltung wichtigen inhaltlichen Austausch. Und die anwesenden Profs berichten aus dem Nähkästchen des Fachbereichs und alte Schoten werden ausgekramt.

Das Treffen dauerte wie üblich recht lange, es floss recht viel Bier und der nächste Tag ist dann erfahrungsgemäß schwieriger durchzustehen. Ganz persönlich finde ich es schade, dass der Alumniverein auf den offiziellen Eröffnungsabend (der ja auch eine wichtige Vernetzungsfunktion hat) verzichtet – und auf die dort gereichten Häppchen…. Vielleicht kann man bei den nächsten Treffen eher den zweiten Tag nehmen.

(Die Bilder gibt es über die facebook group.)

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Mai 17 2008

Bibcamp in Potsdam und Berlin

Bibcamp im FHP Schaufenster

Erste bibliothekarische Unkonferenz in Deutschland im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam!

Die zweite Inetbib-Tagung war vor 10 Jahren in Potsdam. Damals war das “Internet in Bibliotheken” und deren Mailinglisten noch recht revolutionär. An diesem Wochenende fand in Potsdam die erste Unkonferenz statt zum Thema Web2.0 in Bibliotheken. Vom Thema her gesehen auch wieder mit der gleichen Verspätung: in der Außenwelt ist es längst schon nicht mehr hype.

Die Tagung machte aber auch deutlich, dass die jungen und alten Wilden der Bibliothek2.0 Bewegung, den Paradigmenwechsel doch schon weitergehend verstehen: es dreht sich nicht bloß um eine neue Technik, sondern ganz einfach um einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel. Neben technischen Details wurde deshalb vorwiegend diskutiert, wie die Informationsinfrastruktur, die die Bibliotheken mit Steuergeldern aufrecht erhalten, den aktuellen Nutzergewohnheiten angepasst werden können. Hauptproblem scheinen die starren bürokratischen Verkrustungen in Deutschland zu sein: die passen ganz und gar nicht zu der neuen Welt der multiplen spielerischen Möglichkeiten des Web2.0.

Ca. 80 bis 100 “Innovatoren” der Bibliotheks- und IT-Welt trafen sich in Potsdam am Freitag und debattierten am Samstag in der HU Berlin weiter. Ein paar Bilder davon haben Dierk Eichel und ich geschossen; vielleicht gibt es auch einen Film. Mehr dazu auf bibcamp.de und in den News des Fachbereichs Informationswissenschaften der FHP.

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Apr 22 2008

Informationswissenschaften als Mittel gegen Bildungsschwund

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Zur Zeit wird beklagt, die Jugend wüsste nicht mehr, was die DDR gewesen sei. Hier bieten sich informationswissenschaftliche Fachvorträge an, um zu zeigen, wie das kulturelle Erbe dokumentiert werden kann und aufgehoben wurde. Aus der Pressemitteilung der Fachhochschule Potsdam:

Kein Telefon, keine Ausreise - das alles scheint für heutige Generationen unvorstellbar. Das reale Leben in der DDR gerät immer mehr in Vergessenheit. Aber Kenntnis der Vergangenheit ist Grundlage für Veränderungen in der Zukunft. „Die informationswissenschaftliche Aufarbeitung der unmittelbaren Vergangenheit ist Voraussetzung für das historische Gedächtnis der Gesellschaft. In diesem Semester haben wir uns die DDR-Zeitgeschichte zum Thema gemacht“, erklärt Prof. Dr. Susanne Freund, Archivwissenschaftlerin an der Fachhochschule Potsdam, die hinter der Vortragsreihe liegende Idee. Und Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, der neue Dekan des Fachbereichs Informationswissenschaften und Mitinitiator der Vortragsreihe ergänzt: „Die Vortragsreihe soll anhand von Beispielen konkreter Aktivitäten von prominenten Archivaren, Dokumentaren und Bibliothekswissenschaftlern die fundamentale Rolle der Informationswissenschaften in der Gesellschaft plastisch machen.“
Höhepunkt der Reihe in diesem Semester wird der Vortrag von Joachim Gauck sein, der mit der nach ihm benannten Behörde als Pionier der ersten Stunde die Stasiunterlagen archivisch sicherte und zugänglich machte.

Die Reihe eröffnen zwei Kolleginnen aus der GESIS zum Thema Dokumentation der Sozialforschung am Dienstag, 29. April 2008 im Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte am Neuen Markt Potsdam. Eintritt ist frei - nicht nur für Archivare und Dokumentare!

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Mär 25 2008

Professur für Metadaten und Standards in der Erschließung

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam ist eine Professur (W2) ausgeschrieben zum Lehrgebiet: “Metadaten und Standards mit dem Schwerpunkt Inhaltliche Erschließung”

Es sollen alle Aspekte der Erschließung und Beschreibung analoger und digitaler Informationsobjekte mit internationalen Metadaten-Standards fachübergreifend und praxisnah in Lehre und Forschung vertreten werden.

Hier befindet sich der Wortlaut der Auschreibung.

Ich würde mich ganz persönlich über viele Bewerbungen aus der Blogosphäre freuen!

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Mär 07 2008

Joseph Weizenbaum (1923-2008)

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Joseph Weizenbaum in der FHP am 19.10.2005

Joseph Weizenbaum ist am Mittwoch gestorben! Der Fachbereich Informationswissenschaften der FHP ist tief betroffen. Wir haben ihm viel zu verdanken in den letzten zwei Jahren.

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Mär 07 2008

Aktionsrat Bildung: alles ist gut!

Wunderbar. Endlich erklärt uns ein gewichtiges Expertengremium, dass es eigentlich alles gut läuft mit der Reform der tertiären Bildung in Deutschland. Der Bolognaprozess sei in erster Linie eine Markenbildung (verstehe), bei der es darauf ankomme, die Sozialkompetenzen zu erhöhen z.B. durch Alteritätserfahrung (mmh, verstehe ich das?).

Der Bologna-Prozess impliziert auch ein verändertes Modell des Lernens, dem zufolge kompetenzorientierte, aktivierende Lehr- und Lernformen in den neuen Studiengängen gestärkt werden sollen. Hinsichtlich des Erwerbs globalisierungsrelevanter Kompetenzen müssen eine Reform der Studiengänge in Richtung eines veränderten Grundverständnisses erfolgen und solche Kompetenzen gestärkt werden, die in einer globalisierten Welt erforderlich sind: Ambiguitätstoleranz, Entscheidungsfähigkeit und Transferfähigkeit. Aber auch unmittelbar globalisierungsrelevante Kompetenzen wie Fremdsprachenkenntnisse oder interkulturelle Kompetenz gewinnen an Bedeutung.

Die neuen Studiengänge müssten sich nur mehr nach dem Arbeitsmarkt richten, dann würde alles gut. Das verstehe ich allerdings dann nicht mehr: wie kann durch das aktuelle zunehmend verschulte und sich zusammenziehende (verkürzende) Bildungssystem “Transferfähigkeit” und “Ambiguitätstoleranz” (übrigens ein ganz wichtiges Schlagwort in der Bibliothekarsausbildung) gelernt werden, wenn noch nicht mal die Zeit reicht für ein Auslandssemester? Und was ist “Transferfähigkeit” nichts anders als “abstraktes Denken”. Lernt man das durch Auswendiglernen und Creditpunkte sammeln?

Interessant vor allem, dass der zweite von der Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegebene Bericht unter dem Titel “Bildungsrisiken und -chancen im Globalisierungsprozess“erscheint und unter anderem den “sprunghaften Fortschritt neuer Informations- und Kommunikationstechnologien” als Motor notwendiger Veränderungen im Bildungssystem benennt. Natürlich stelle ich mir dabei dann die Frage, was denn die verstärkte Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt im Hinblick auf “neue Marktsegmente” für neue Studiengänge bedeutet: brauchen wir also mehr MOS’ (Microsoft Office Specialists, da hat ja MS einen Markt geschaffen!) oder mehr Spezialisten zur Sichtung und Bewertung der Informationsfluten?

Wir in Potsdam versuchen - Don Quichotte ähnlich - der technokratischen Bildungsfront immer noch die Stirn zu bieten: vgl. die Pressemeldung von heute.

Vgl. auch die schöne Einschätzung des “Expertengremiums” bei Telepolis.

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Feb 15 2008

Neue Dekane in Potsdam

Leider etwas pro domo:

Turnusgemäß wurden am Fachbereich Informationswissenschaften vom neukonstituierten Fachbereichsrat auch neue Funktionsträger gewählt. Ich konnte mich lange Jahre dagegen wehren; jetzt hat es mich doch erwischt! Schon die Funktion als Prodekan seit letztem Semester hat sich ja deutlich im Blog ablesen lassen.

Hier geht es zur Pressemeldung der Hochschule und zur Webnews des Fachbereichs.

Also ab jetzt bitte: “Spectabilis!”

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