Archive for the 'information behaviour' Category

Apr 28 2009

Wert von Informationsarbeit: nützlicher Hinweis zur Messung des ROI von Bibliotheken

Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen: der Wert von Information wird stets unterschätzt. Der aktuelle Boom von Bibliotheken (international) kann auch auf die Krise zurückgeführt werden, aber der Nutzennachweis von Bibliotheken ist als Methode schon recht lange bekannt und erreicht immer wieder schöne Ergebnisse. Auf eine sehr gute Zusammenfassung von Methode und Ergebnissen wies Jürgen Plieniger schon Anfang April in der ASpB-Liste “Erfolgsnachweis von Bibliotheken”: ASPB-ERFOLGSNACHWEIS-BIBLIOTHEKEN-L@LISTSERV.DFN.DE.

Der Blog: “Library with the Leadpipe” hat den umfangreichen Beitrag über das ROI
von Bibliotheken unter dem Titel: “Are You Worth It? What Return on Investment Can and Can’t Tell You About Your Library“. Hier findet man auch viele weiterführende Literaturhinweise.

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Mär 26 2009

Bewegte Bilder in Medienarchiven: wo bleibt die Nachfrage?

Das CineArchiv Digital hat gestern eine sehr gut besuchte Tagung als BMBF unterstützes “Innovationsforum” veranstaltet mit einiger Beteiligung von HPI und FHP. Unter dem Thema Multimedia/AV kommen die Grundbedingungen der Informationsarbeit gut zum Vorschein: wichtig ist immer noch die Trias: Sammeln – Erschließen – Vermitteln, aber das Hauptproblem ist das Geschäftsmodell und die (ausbleibende) Nachfrage der Nutzer. Oder ist 10% viel?

Schön nachzulesen bei “Hello – My Barcode is” von Andreas Klisch.

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Mär 06 2009

Sixtus zu Recommender Systemen

Der neueste Film des elektrischen Reporters nimmt kritisch und sehr informativ Stellung zu Recommender Systemen: Ende des Mainstreams!? Oder Empfehleritis? Trend zum Großen Empfehlungsbruder und Zustandsmessung a la Twitter? Spannend wie immer.

Der Klappentext zu dem Film

Die Urlaubslektüre, die genau den eigenen Geschmack trifft, das Lied, das perfekt zur augenblicklichen Stimmung passt: Können solche persönlichen Tipps von Computerprogrammen kommen? So genannte Empfehlungsmaschinen wollen für Internetnutzer die Hinweise von Freunden und die Beratung durch Fachhändler ersetzen. Bekanntes Beispiel ist das Online-Kaufhaus Amazon. Musik-Websites kommen kaum noch ohne Empfehlungsmaschinen aus. Solche Software beobachtet das Einkaufs- oder Hörverhalten genau und merkt sich die Vorlieben und Abneigungen der Nutzer. Wie funktioniert das? Die Macher der Musikplattformen Last.fm und Pandora erzählen, wie sie jedem ihrer Nutzer das perfekte persönliche Radio erschaffen wollen.

In eigener Sache: Jakob Voß hatte unlängst einen schön lesbaren Überblickstext zu Empfehlungsdiensten im Handbuch “Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen” (Hgs. Hobohm/Umlauf) geschrieben. (Kap. 9.4.4)

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Mär 05 2009

Alte Welt gegen neue Welt (Fall Tauss)

Mario Sixtus, der elektrische Reporter, weist bei Twitter darauf hin, dass gegen Jörg Tauss (MDB) Beschuldigungen wegen Kinderpornographie erhoben wurden, während Tauss selber zeitgleich im Bundestag über die neuen Medien Twitter und Facebook spricht. (vgl. Nachricht in der Presse.) Tauss ist bekannt geworden als ein Verfechter der Bedeutung der Informationswirtschaft und gilt als “Versteher der Neuen Medien”. Zumindest probiert er sie aus – wie seit einigen Wochen Twitter und Facebook. (wie ich finde professionell, erfolgreich und charmant…)

Regelrechte Verschwörung würde ich (im Gegensatz zu Sixtus) da nicht vermuten, sondern systemische Determination ;-) . Irgendwie war es ja zu erwarten, dass so jemand (post)modernes den anderen verdächtig wird. Dass es gleich so gewaltige Geschütze sein müssen, erstaunt allerdings etwas. Aber man erlebt es ja auch im Alltag, wie viel Angst die neue Welt auslöst (z.B. gestern der Bericht im Tagesspiegel über zunehmende Internetablehnung bei der Bevölkerung).

Das ist mehr als Digital Divide. Das ist eine tiefer liegende, problematischere Kluft, die immer dann entsteht, wenn ganze Weltbilder ins Wanken geraten.

Nachtrag 6.3.: Tauss ist von seinen Ämtern zurückgetreten, obwohl gleichzeitg bestätigt wird, dass der dienstlich mit Kinderpornographie betraut war.

Telepolis 8.3.: Mediale Hinrichtung eines Politikers – woher kannte die Presse so schnell die Details?

im Netz seit 9.3.: Solidaritätsplattform Causa Tauss.

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Feb 18 2009

Video-Vorlesung zu Semantic Web im Radio begutachtet

Auch das Radio interessiert sich für Semantic Web! Hat aber nicht so viel verstanden.

Vgl. auch den Beitrag von letzter Woche hier.

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Feb 12 2009

Hype vorbei! Nicht mehr bloggen: twittern, xingen, gesichtsbüchern

Benedikt Köhler (Viralmythen, furukama, ethority) erklärt, dass Twitter, Facebook, Linkedin und Xing Funktionen des früheren Bloggens übernommen haben. Er ist jetzt bei ethority, einem schicken Startup mit passendem Slogan! David Weinberger lässt grüßen.

Endlich bin ich wieder im Trend bei Twitter.

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Jun 06 2008

Nutzerforschung durch Weblog, Usability-Studien und Marktforschung

Eingangsfoyer des Bibliothekartages

Unergründlich waren auf dem Bibliothekartag in Mannheim die sicher tiefschürfenden Entscheidung über die Zusammenstellung der Themenkreissitzungen „Wissensvermittlung im Benutzerdialog“. So fand ich mich in einer Session mit einem Web2.0-Schwerpunkt und einigen Splittern Öffentlichkeitsarbeit und Nutzerforschung wieder. Lange habe ich (genau wie der Moderator der Sitzung) über den Sinn der Zusammenstellung gegrübelt (so ging es übrigens vielen Moderatoren der unterschiedlichen Sitzungen). Schließlich habe ich aber doch ein passendes Bild entwickelt: wir sind auf der Suche nach dem Nutzer – mit Studien und Konzepten oder mit neuen Technologien, die unsere Nutzer schon bedienen.

Sühl-Strohmenger (Freiburg) brachte es eingangs auf den Punkt: bisherige Nutzerstudien sind „Defizitstudien“, die immer wieder erstaunt feststellen, dass die Nutzer die professionellen Informationsarchitekturen nicht verstehen, geschweige denn nutzen. Er zeigte eine Reihe von Grundbedingungen auf, die die neuen Nutzergenerationen (vor allem an den Hochschulen) mitbringen bzw. die sich durch die Technologieentwicklung ergeben. Leider zog er dann aber nicht wirklich die Konsequenz, die Frage nach dem Nutzer ernsthaft anzupacken. „Züchten wir Erschließungsamateure?“ ist sein Monitum im Hinblick auf die Einbindung von Web2.0-Ansätzen in die professionellen Informationsarchitekturen und nicht: „der Nutzer läuft uns weg“.

Treffend fasste dies aber G. Richter aus Göttingen zusammen: „Wenn zwei Welten sich begegnen: Nutzer und Bibliothek“. Spannend war hier der konkrete Einblick in Usability-Studien. Er machte deutlich, dass wir z.B. bei der Suche nach dem Nutzer wissenschaftlich, z.B. theoriegeleitet vorgehen müssen. Usability Forschung lässt sich von der Handlungstheorie leiten, bei der die wissenschaftliche Detektivarbeit darin besteht, herauszufinden, welches die Fortsetzungserwartungen des Nutzers eines Informationssystems (z.B. einer Website) sind. Sein Demofilm aus einer Usability-Studie zeigte deutlich, dass der Nutzer anders tickt als Website-Konstrukteure dies denken, andere Erwartungen hat darüber, was sich hinter einem Button befindet: „Weiter“ auf einer Trefferseite einer Datenbank bedeutet z.B. nicht „nächste Seite in der Trefferliste“, sondern „weiter im Bestellvorgang auf dem Weg zur gewünschten Information“.

Den Hauptteil der langen Session bildeten mehrere Vorträge zu neuen Möglichkeiten des Nutzerkontaktes: über die Vorstellung des Relaunchs der Deutschen Internetbibliothek, zum PR mit neuen Medien oder der Auskunft mit Chatbots bis hin zu der Fallstudie der Einführung eines Corporate Blog der UB der TU Dortmund.

Gespräche am Rande der Veranstaltung zeigten, dass trotz der ermutigenden Beispiele der Suche nach dem Nutzer, die Methoden dafür noch extrem skeptisch eingeschätzt werden. Usability-Forschung wurde mir gegenüber von gestandenen Kollegen als exotische Spielerei abgetan und Weblogs als gefährliches Ding, dass man doch lieber nicht machen sollte.

Vortrag Werner / Hobohm in Mannheim

Wie gesagt, Herr Dr. Werner und ich fühlten uns mit unserem Vortrag zum strategischen Management etwas deplatziert. Im Kern handelte es sich bei unserem Beitrag darum, aufzuzeigen, wie projektorientierte Managementausbildung fruchtbar gemacht werden kann für die eigene Managementpraxis. In diesem Fall konnte die Philologische Bibliothek der FU Berlin aus einer mit Studierenden der FH Potsdam durchgeführten Marktforschung konkrete Argumente für die organisationsinterne Weiterentwicklung des Bibliotheksangebotes ziehen und erfolgreich in den Verhandlungen mit der Universitätsleitung einsetzen. Um Nutzerforschung handelte es sich dabei natürlich nicht. Eher um Marktsegmentierung.

Zum Vortrag.

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Mai 31 2008

Nutzerforschung auf dem Bibliothekartag

Nächsten Dienstag (3.6.) habe ich in Mannheim die Gelegenheit, einmal aus dem Nähkästchen der Bibliotheksmanagementlehre zu berichten. Zusammen mit Herrn Dr. Werner von der Philologie-Bibliothek der FU Berlin, berichte ich über ein Nutzerbefragungsprojekt, das eine Studierendengruppe mit mir im Wintersemester 2006/07 im Berlin Brain durchgeführt hat. Es kamen interessante Ergebnisse für die Bibliothek heraus und für die Nutzer änderte sich in der Tat einiges danach. Auch die Bibliothek profitierte von den Ergebnissen im Hinblick auf die Verhandlungen mit dem Unterhaltsträger. Die Studierenden haben – denke ich – ein Nutzerforschungsprojekt hautnah erlebt (stöhn) und viel gelernt. Für den Dozenten war es vor allem aufwändiger als gedacht. Und man muss dann immer doch Abstriche machen…. Bei der Bearbeitung des Vortrags merkte ich dann, dass das Projektmanagement vor allem am Schluss doch sehr zu wünschen übrig ließ. Da waren nur alle froh, dass es abgeschlossen und präsentiert worden war.

Kaum zu glauben, dies ist mein erster Vortrag auf dem Deutschen Bibliothekartag. Nach IFLA; ASpB, Online-Tagungen etc. bin ich doch noch dort angekommen. Enormer bürokratischer Aufwand! Und eine riesige Ehre angenommen zu werden. Habe ich noch bei keiner anderen Tagung erlebt. Und so groß ist dieses Familientreffen ja nun doch nicht.

… dieser Weg … über die Mennheimer Brück…

Sehen wir uns?

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Mai 20 2008

IuD Neuauflage? Dokumentare vor der Wende

Auf einem Workshop bei der GESIS hatte ich am Freitag (17.5.) und Montag (19.5.) die Gelegenheit über neuere Entwicklungen und Tendenzen in der Informationswissenschaft zu sprechen, speziell über den Kernbereich IuD/Retrieval/Informationsvermittlung. Es war deshalb so spannend, weil die Dokumentare des IZ Sozialwissenschaften und die dort forschenden Informationswissenschaftler ja unlängst von der BLK zur Speerspitze der informationswissenschaftlichen Entwicklung erhoben wurden (Arbeitsgruppe ‘Zukunft der Fachinformation’).

Marc Rittberger und Christa Womser-Hacker waren die beiden anderen Referenten, die insgesamt ein sehr differenziertes Bild von “Fachinformation aktuell” zeichneten. Marc Rittberger stellte die integrativen Dienstleistungen des IZ Bildung vor und Christa Womer-Hacker berichtete über die aktuellen Entwicklungen in der klassischen Retrieval Forschung. Mein Hauptthema war die von Ingwersen und Järvelin postulierte Wende in der Retrieval Forschung und der Neuansatz von Informationsverhaltensforschung, der sich in den letzten 15 Jahren herausgebildet hat:

Kombiniert mit der 2.0-Debatte, den Technologie-Hypes und einigen klassischen Erkenntnissen der Informationswissenschaft ergibt sich zunächst für mich ein erstes Bild einer gänzlich anderen Ausrichtung von Informationsarbeit generell. Wie diese konkret aussehen soll, kann ich allerdings auch noch nicht sagen: ich weiß nur, dass die Informationsnutzer, für die Dokumentare produzieren, auch schon (wo)anders sind. Und die Fachinformation muss diesen neuen Geschäftsmodellen folgen und nicht nur weiter an nutzerfernen Informationssystemen basteln.

Was ich vor Jahren im Bibliotheksbereich mit eingeführt habe – nämlich einmal über Dienstleistungsqualität nachzudenken – scheint im IuD-Bereich noch nicht sehr angekommen zu sein. Es gab im Auditorium Erstaunen darüber, dass der Nutzer bstimmt, was er für Qualität hält, selbst wenn die gelieferte Information schlecht oder falsch ist. Unsere tägliche Erfahrung mit Google zeigt es uns aber täglich am eigenen Leib, wie schnell wir mit Information zufrieden sind.

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Mai 17 2008

Bibcamp in Potsdam und Berlin

Bibcamp im FHP Schaufenster

Erste bibliothekarische Unkonferenz in Deutschland im Schaufenster der Fachhochschule Potsdam!

Die zweite Inetbib-Tagung war vor 10 Jahren in Potsdam. Damals war das “Internet in Bibliotheken” und deren Mailinglisten noch recht revolutionär. An diesem Wochenende fand in Potsdam die erste Unkonferenz statt zum Thema Web2.0 in Bibliotheken. Vom Thema her gesehen auch wieder mit der gleichen Verspätung: in der Außenwelt ist es längst schon nicht mehr hype.

Die Tagung machte aber auch deutlich, dass die jungen und alten Wilden der Bibliothek2.0 Bewegung, den Paradigmenwechsel doch schon weitergehend verstehen: es dreht sich nicht bloß um eine neue Technik, sondern ganz einfach um einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel. Neben technischen Details wurde deshalb vorwiegend diskutiert, wie die Informationsinfrastruktur, die die Bibliotheken mit Steuergeldern aufrecht erhalten, den aktuellen Nutzergewohnheiten angepasst werden können. Hauptproblem scheinen die starren bürokratischen Verkrustungen in Deutschland zu sein: die passen ganz und gar nicht zu der neuen Welt der multiplen spielerischen Möglichkeiten des Web2.0.

Ca. 80 bis 100 “Innovatoren” der Bibliotheks- und IT-Welt trafen sich in Potsdam am Freitag und debattierten am Samstag in der HU Berlin weiter. Ein paar Bilder davon haben Dierk Eichel und ich geschossen; vielleicht gibt es auch einen Film. Mehr dazu auf bibcamp.de und in den News des Fachbereichs Informationswissenschaften der FHP.

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