18 hatten über Doodle ihr Kommen angesagt. Letztlich reichte der reservierte große Tisch im Gasthaus am Fluss (Rheinterrassen) in Mannheim bei weitem nicht. Es ist schon eine gute Tradition geworden, dass der Alumniverein DABEI ein Treffen organisiert. Schön ist auch, dass wir es immer wieder hinbekommen, dass auch eine Reihe von aktuell studierenden Kommilitonen dazu stoßen kann. Diesmal war das vierte Semester gut vertreten. Leider bleibt es auf dem Bibliothekartag natürlich stark auf diejenigen beschränkt, die im Bibliotheksbereich untergekommen sind. Man könnte sich aber auch angesichts der Themenbreite der Tagung auch vorstellen, dass die Absolventen der anderen Studiengänge auch dabei sind – vielleicht je nach regionalem Einzugsbereich.
Für viele war es ein herzliches Wiedersehen und die drängende Frage, welche Stelle hast Du jetzt und welche die oder die? Gibt es bei Euch bald eine freie Stelle? Macht der Job Spaß? Die anregenden Gespräche verändern sich aber mittlerweile: war bei den ersten Treffen noch vor allem die Stellensuche das zentrale Thema, kommen jetzt immer mehr inhaltliche Diskussionen hinzu. Es kommt auch zu dem für eine Fortbildungsveranstaltung wichtigen inhaltlichen Austausch. Und die anwesenden Profs berichten aus dem Nähkästchen des Fachbereichs und alte Schoten werden ausgekramt.
Das Treffen dauerte wie üblich recht lange, es floss recht viel Bier und der nächste Tag ist dann erfahrungsgemäß schwieriger durchzustehen. Ganz persönlich finde ich es schade, dass der Alumniverein auf den offiziellen Eröffnungsabend (der ja auch eine wichtige Vernetzungsfunktion hat) verzichtet – und auf die dort gereichten Häppchen…. Vielleicht kann man bei den nächsten Treffen eher den zweiten Tag nehmen.
Nächsten Dienstag (3.6.) habe ich in Mannheim die Gelegenheit, einmal aus dem Nähkästchen der Bibliotheksmanagementlehre zu berichten. Zusammen mit Herrn Dr. Werner von der Philologie-Bibliothek der FU Berlin, berichte ich über ein Nutzerbefragungsprojekt, das eine Studierendengruppe mit mir im Wintersemester 2006/07 im Berlin Brain durchgeführt hat. Es kamen interessante Ergebnisse für die Bibliothek heraus und für die Nutzer änderte sich in der Tat einiges danach. Auch die Bibliothek profitierte von den Ergebnissen im Hinblick auf die Verhandlungen mit dem Unterhaltsträger. Die Studierenden haben - denke ich - ein Nutzerforschungsprojekt hautnah erlebt (stöhn) und viel gelernt. Für den Dozenten war es vor allem aufwändiger als gedacht. Und man muss dann immer doch Abstriche machen…. Bei der Bearbeitung des Vortrags merkte ich dann, dass das Projektmanagement vor allem am Schluss doch sehr zu wünschen übrig ließ. Da waren nur alle froh, dass es abgeschlossen und präsentiert worden war.
Kaum zu glauben, dies ist mein erster Vortrag auf dem Deutschen Bibliothekartag. Nach IFLA; ASpB, Online-Tagungen etc. bin ich doch noch dort angekommen. Enormer bürokratischer Aufwand! Und eine riesige Ehre angenommen zu werden. Habe ich noch bei keiner anderen Tagung erlebt. Und so groß ist dieses Familientreffen ja nun doch nicht.
Ein schönes Interview mit der Jose-Marie Griffiths von der School of Information and Library Science der University of North Carolina. Sie ist eine der führenden BibliothekswissenschaftlerInnen weltweit und gibt aus der Sicht der Dekanin einen guten Überblick über die Rolle der aktuellen Ausbildung und Forschung für die Bibliotheks- und Informationsprofession allgemein. Deutlich wird, wie sehr sich die verschiedenen Ansätze und Forschungsrichtungen letztlich zusammenfügen und zur Bedeutung und Wertschätzung von Informationswissenschaftlern beitragen. Gut verständlich auch für Nicht-Amerikaner, und sehenswert für alle, die mit unserer Zukunft beschäftigt sind.
Das Hochschulmagazin der FH Brandenburg berichtet in der aktuellen Ausgabe über die Jubiläumstagung der Hochschulbibliothek am 13.11.2007. Es war eine interesante Tagung mit spannender Diskussion, in der ich die Ehre hatte, von Martin Grötschel persönlich als Romantiker abgekanzelt zu werden. Die Jaron-Lanier-Debatte vom Anfang des Jahrtausends scheint in Deutschland noch nicht wirklich angekommen zu sein.
Spätestens jetzt ist es Zeit, den Vortrag via Slideshare zur Verfügung zu stellen:
Der Berlin-Brandenburger Verband der Informations- und Kommunikationsindustrie (SIBB) ist unzufrieden mit der Kooperation mit den Hochschulen! In seinem Report zur Entwicklung der IT-Branche ist er recht optimistisch, was die Auftragslage angeht, konstatiert aber einen Rückgang der Zufriedenheit seiner Mitglieder mit den Hochschulen.
Die Informations- und Kommunikationsindustrie in Berlin und Brandenburg – IKT – ist im Jahr 2008 weiter auf Erfolgskurs. Der erstmals veröffentlichte SIBB-Branchenindex der führenden Querschnittsindustrie steigt im Vergleich zum Vorjahreswert um 3 auf über 60 Punkte. Damit setzt sich der Aufschwung in der regionalen
IT-Industrie mit noch positiveren Vorzeichen fort.
Der Geschäftsklimaindex würde noch positiver ausfallen, hätten die befragten IT-Anbieter aus der Hauptstadtregion die Zusammenarbeit mit Hochschulen nicht deutlich negativer bewertet. Der Wert zu Kooperationen mit Wissenschaft und Forschung sank im Vergleich zu 2006 und 2007 nochmals deutlich ab. Damit werden zunehmend gegenläufige Interessen von regionaler Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar.
Während auch das BMWi in der IKT Branche den Wachstumsmotor für Deutschland sieht (vgl. die Studien „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“), scheint auf der Hochschulseite eher Selbstbeschäftigung mit “Studienreformen” an der Tagesordnung zu sein.
Besonders in der reichen Hochschullandschaft in Berlin-Brandenburg erstaunt die Aussage der SIBB-Branchenmitglieder zunächst. Denken wir aber an die Bachelorisierung und die zersplitterte Projektförderung so kann man die Entwicklung schon verstehen. Es hat also nicht wirklich etwas mit den Hochschulen zu tun, sondern mit der Hochschulpolitik!
Heise zitiert dazu Norbert Gronau, den Potsdamer Wissensmanagament-Guru, mit ähnlicher, aber eher interner Problemeinschätzung, ja Entschuldigung:
Der Potsdamer Wirtschaftsinformatiker Norbert Gronau machte dafür unter anderem einen Generationswechsel im Lehrpersonal an den Unis verantwortlich, durch den aufgebaute Beziehungen zur Industrie zunächst gekappt würden. Zudem würden die Zyklen der Ausbildung in beiden Sektoren nicht mehr so gut miteinander harmonieren.
Turnusgemäß wurden am Fachbereich Informationswissenschaften vom neukonstituierten Fachbereichsrat auch neue Funktionsträger gewählt. Ich konnte mich lange Jahre dagegen wehren; jetzt hat es mich doch erwischt! Schon die Funktion als Prodekan seit letztem Semester hat sich ja deutlich im Blog ablesen lassen.
In meiner Interpretation: neben der dafür notwendigen Technik ist vor allem der Antrieb die zunehmende Erkenntnis, dass Information etwas soziales ist. Vor dem Hintergrund der Brockhaus Entscheidung letzte Woche, nur noch online zu publizieren (also der Wikipedia das Feld zu überlassen) erstaunt die Einschätzung der Collective Intelligence als einer erst in fünf Jahren reifen Entwicklung. Auch die anderen “Time-to-Adoption” sind vergleichsweise konservativ gesehen. Könnte dies eine amerikanische Entwicklung sein und Europa holt auf?
Nach dem IKMZ in Cottbus und dem IKMZ in Wildau (Eröffnung letzten September) beginnt nun der Bau eines weiteren IKMZ. Diesmal vor meiner Haustür in Golm. Obwohl die Ministerialbürokratie an diesem Begirff festhält, setzt sich das Akronym-Ungetüm nicht durch. Normale Nutzer wie auch Bibliothekare nennen ihre Institution immer noch “Bibliothek” - komisch? (update: vgl. auch die Februar 2008 Ausgabe von BuB, in der die neue Bibliothek in Wildau beschrieben wird, ohne dass sie “IKMZ” genannt wird.)
Gleich neben dem Haus der Physiker entsteht das neue Informations-,Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ). Die Bauarbeiten hierfür beginnen voraussichtlich schon im November und sollen bis 2010 dauern. Das IKMZ wird unter anderem Sitz der Bibliotheksverwaltung, der Abteilung Medienbearbeitung und des Uni-Verlages. Unter seinem Dach finden die Leser später die Buchbestände der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Humanwissenschaftlichen Fakultäten, ein Magazin für weitere Literaturbestände der verschiedenen Standorte und bibliophile Raritäten. Das Zentrum soll insgesamt Platz für eine Million Bände bieten. Und nicht nur das. Geplant sind darüber hinaus ein Multimedia-Bereich, je ein Vortrags- und Schulungsraum sowie mehrere Gruppen- und Arbeitsräume.
Das Foto habe ich am 1. Dezember gemacht, einem regnerischen Samstag. Es sah so aus, also ob der arbeitende Bagger versinkt. Voraussichtliche Fertigstellung 2010.
Passend zur neuen Ausgabe von BuB mit dem Schwerpunkt “Bachelor, Master, Berufsstart” machten sich letzte Woche unsere Erstsemester Gedanken darüber, was sie erwartet in Studium und späterem Beruf. In einer der moderierten Arbeitsgruppen entstand dieses Kartenbild zu den Bereichen “Kompetenz”, “Studium”, “Abschluss”, “Arbeitsort”, “Technik” und “Zukunft”. Interessant für uns Dozenten war vor allem, wie bewusst die “Neuen” die richtigen kritischen Fragen stellten, wie sehr das Ausland als Perspektive erwähnt wurde und wie ernst man/frau der Zukunft ins Auge blickt. (Die Button “Spaß” und “Entfaltung” mussten extra noch zusätzlich suggeriert werden.)
Zum Studium lauten die Karten:
Diplom vs B.A.
Stellenwert des “-management” [in der Studiengangsbezeichnung "Bibliotheksmanagement"]
Auslandssemester?
sinnvolle Projekte
Studium und Arbeiten [Jobben]
Persönliche Atmosphäre
Als Kompetenzen im bibliothekarischen Berufsleben werden definiert und dementsprechend vom Studium verlangt:
Organisationstalent
Recherchekompetenz
Informatik?
Lehrkompetenz [sic]
Komunikationskompetenz (Fremdsprachen)
Eins wurde aber bald schon klar: die Räume platzen jetzt aus allen Nähten und die Tische reichen nicht mehr.
Zur Potsdamer “Fernweiterbildung Bibliothek” konnte am Wochenende in einem Organ der MSM (”mainstream media”), in DIE WELT (Karrierewelt) Interessantes nachgelesen werden. Was die Journalistin so alles notiert hat in dem Interview…. zu den zukünftigen Absolventen der Weiterbildung schreibt sie:
Die jungen, gut ausgebildeten und engagierten Wissenschaftler sind [in der Praxis] begehrt [...].
Ihr Wort (mein Wort?) in Gottes und der Bildungspolitiker Ohr! Erstaunlich wie leicht ihr die Bezeichnung Bibliothekswissenschaftler über die Tastatur ging. Trotz der (sonst mäßigen) Presseklitterung wird deutlich, wie spannend gerade an Fachhochschulen Fernstudium sein kann. Der Fachbereich Sozialwesen an unserer Hochschule macht es uns ja vor.
Leider wird die “Fernweiterbildung Archiv” gar nicht erwähnt, obwohl sie ja eigentlich der Ausgangspunkt auch für die bibliothekarische “Strecke” war.