Bücher haben mich immer schon interessiert

Fachbereichswebsite

Fachbereichswebsite

In diesem Semester habe ich mal wieder das Vergnügen einer Lehrveranstaltung im ersten Semester. Ich wünsche allen „Erstis“ einen guten Start in das Studium der verschiedenen Informationswissenschaften!

In unserer kleinen Befragung während der Einführungswoche kam heraus, dass unsere neuen Studierenden immer noch stark Buch affin sind und trotz Internet nur eine schwache Vorstellung von dem haben, welchen Weg sie da eingeschlagen haben. Mehrere gaben tatsächlich als Motivation für die Aufnahme eines Bibliotheksmanagement-Studiums an:

„Bücher haben mich schon immer interessiert“.

Aber auch die Tendenz „IMM“ („Irgendwas mit Medien“) ist stark und differenziert vertreten:

„Ich wollte schon immer mit Büchern arbeiten und die Digitalen Medien interessieren mich auch sehr. Die Verbindung zwischen Büchern aus Papier und im Digitalen fasziniert mich sehr.“

Die soziale Komponente der Bibliotheksarbeit z.B. in der Stadtbibliothek scheint bei keiner der Aussagen durch. Allerdings gibt es auch einige, die eine Ausbildung bzw. Praxiserfahrung im Bibliotheksbereich haben. Im Archivstudiengang ist historisches Interesse aber auch ein geschichtswissenschaftliches Vorstudium zu konstatieren. Aber auch hier ist gewisse Buchorientierung vorhanden, obwohl offensichtlich das Berufsfeld Archiv konkreter eingeschätzt wird. Auffallend ist der Wunsch nach Praxis und Anwendung im Studium.

Interessant ist ein Kommentar im IuD – Studiengang:

„Mir sagte das Wort ‚Informationswissenschaften‘ erstmal gar nichts“

Der leichte Zugang („kein 1er Abi nötig“), aber auch die Breite und Zukunftsorientierung des Faches IuD wurden (berechtigterweise) als Motivation angeführt:

„Relevanz des Fachbereichs nimmt im Zuge der Digitalisierung zu. Interesse an Datenmanagement und optimierten Informationsflüssen in Organisationen/ Unternehmen … . Viele Einsatzmöglichkeiten des Wissens.“

Nach anderen Studien wird der Dokumentations-Studiengang als „etwas konkreteres“ gewählt, manchmal als Zweitwahl, weil man nicht im Bibliotheksmanagement-Studiengang aufgenommen werden konnte. Mehrere sehen eine Verbindung zum Radio. Oft gibt es ein diffuses Interesse am Recherchieren oder am Gestalten von Information:

„Ich gestalte gerne Powerpointpräsentationen.“

Hier sind also in den ersten Wochen viele Grundsatzdiskussionen zu führen. Nicht nur zu der Frage, was Studieren allgemein bedeutet, sondern mit Sicherheit eben auch zur Schärfung der eigenen Vorstellung zum gewählten Beruf.

Insofern ist es wirklich spannend, dass ich mit unseren Neuen mit der Vorlesung „Einführung in die Wissens- und Informationsgesellschaft“ einsteigen kann, in der ich mit einiger Wahrscheinlichkeit völlig andere Aspekte der Informationswissenschaften anspreche als erwartet, wie z.B.: „Was macht die Digitalisierung mit uns?“, „Warum ist Informationsmanagement so wichtig für Unternehmen?“ oder „Warum haben information professionals eine globale gesellschaftliche Verantwortung?“

Zugegeben: eine Herausforderung für beide Seiten des Katheders.

 

Mein Dank an Frau Dr. Röder, die die Befragung durchgeführt und mir zeitnah Auszüge aus den Ergebnissen zur Verfügung gestellt hat. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *