Archive for März, 2009

Mär 31 2009

Tagung zur Zukunft der Informationsberufe in Potsdam

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5, LIS, Zukunft

Der Fachbereich Informationswissenschaften der FH Potsdam veranstaltet am 24. April eine Tagung zur Entwicklung der informationswissenschaftlichen Berufsfelder. Praxisvertreter aller Sparten (A-B-I) sind eingeladen.

Als Referenten werden sprechen: Marc Rittberger (HI, DIPF), Matthias Ballod (Koblenz) und Ulrich Kampffmeier (Hamburg). In Workshops sollen anschließend aus unterschiedlichen Handlungszusammenhängen die zukünftig notwendigen Kompetenzen zusammengetragen werden.

Gleichzeitig bietet die Tagung die erste Gelegenheit die neue Bibliothek der Fh Potsdam zu besichtigen.

Mehr Info auf der Website des Fachbereichs. Vgl. auch die Pressemeldung der Hochschule.

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Mär 26 2009

Bewegte Bilder in Medienarchiven: wo bleibt die Nachfrage?

Das CineArchiv Digital hat gestern eine sehr gut besuchte Tagung als BMBF unterstützes “Innovationsforum” veranstaltet mit einiger Beteiligung von HPI und FHP. Unter dem Thema Multimedia/AV kommen die Grundbedingungen der Informationsarbeit gut zum Vorschein: wichtig ist immer noch die Trias: Sammeln – Erschließen – Vermitteln, aber das Hauptproblem ist das Geschäftsmodell und die (ausbleibende) Nachfrage der Nutzer. Oder ist 10% viel?

Schön nachzulesen bei “Hello – My Barcode is” von Andreas Klisch.

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Mär 25 2009

Berlin bekommt Flugplatz-Bibliothek!

Auch wenn es BSU schon gemeldet hat: es muss hier noch mal gepostet werden (kommt einem eher vor wie 1. April). Bild meldet:

Mittwoch, 25. März 2009, 19:12 Uhr

Berlin (dpa/bb) – Der Berliner Senat plant laut RBB-Abendschau einen Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auf dem Gelände des früheren Flughafens Tempelhof. Nach Informationen des Senders haben sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die Fraktionschefs von SPD und Linkspartei im Abgeordnetenhaus, Michael Müller und Carola Bluhm, auf dieses Vorhaben verständigt. Die ZLB ist bisher an zwei Standorten in der Breite Straße und in der Amerika-Gedenkbibliothek untergebracht und leidet seit Jahrzehnten unter baulichen Mängeln und massiver Raumnot. Für den Neubau am Rande des Tempelhofer Damms werden rund 270 Millionen Euro kalkuliert.

Es wurde wirklich Zeit! Herzlichen Glückwunsch Claudia Lux!

Was wird jetzt aus dem Centre Pompidou auf dem Schlossplatz? Und warum wird die Berliner Zentralbibliothek aufs Abstellgleis äh.. Flugfeld gestellt? (ZLB –> RLB) Gibt es dann wenigsten eine neue U-Bahn und eine eigene Station wie in Paris? Und ist die Summe vielleicht nicht doch etwas gering für die Bedeutung dieser Bibliothek?

Himmelhochjauchzend zu Tod betrübt.

Auf der ZLB Seite ist dazu noch nichts.

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Mär 18 2009

Raum: der dritte Pädagoge (Konvent)

Loris Malaguzzi sprach vom Raum als dritten Pädagogen – nach dem ersten (den Mitschülern) und dem zweiten (dem Lehrer). Bei der Suche nach seinen Spuren treffe ich auf die Ankündigung einer Tagung des “Netzwerkes ‘Archiv der Zukunft’ – die Intelligenz der pädagogischen Praxis“. Die Diskussion um die zunehmende Bedeutung des Ortes der Bibliothek und der Bibliothek als Bildungseinrichtung treffen hier m.E. sehr fruchtbar aufeinander – allerdings wissen beide Berufsgruppen, die Bibliothekare und die Pädagogen, (noch) nicht voneinander.

Die Schule hat die Bedeutung der (Innen-)Architektur explizit entdeckt. Die Praxis der neuen Bibliotheksbauten von Middlefart bis Ulm macht dies zumindest implizit deutlich. Es muss nur noch der Politik klar gemacht werden, dass die Bibliothek ein wichtiger Raum gerade für informelles Lernen in der Stadt ist.

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Mär 17 2009

Bibliothekare als Middleware

Die ARL hatte im Herbst letzten Jahres eine Tagung zum Thema “Re-Inventing Science Libraianship: Models for the Future” mit einer Reihe von führenden Vertretern der Fachwelt, von Clifford Lynch bis Liz Lyon. In der aktuellen Ausgabe der Research Library Issues (dem e-only-Bulletin der ARL) findet sich ein sehr gut geschriebener und multimedial gestalteter Bericht dazu mit Audioexzerpten und und zusammenfassenden Statements.

Es wurde auf der Tagung mehr als deutlich, wohin die Reise geht – zumindest bei wissenschaftlichen Spezialbibliotheken: Elisabeth Jones: Reinventing Science Librarianship – Themes from the ARL-CNI Forum. RLI 262, febr. 2009. Drei Bereiche, die sich ergeben ähneln sich sehr. Da ist zum Einen der data librarian: in der Cyberinfrastructure (vulgo: “E-Science”)

Many of the roles that science librarians will be called upon to play focus on data, as science becomes more data-driven itself. Science librarians will need to become data consultants, data distributors, data service providers, data analysts, data miners, and data curators. They will be called upon to enforce data quality, aid in data retrieval, construct data applications, and ensure that data collections are properly annotated and preserved.

Zum zweiten das Thema der Nachhaltigkeit, gerade auch von Daten:

A second recurring theme of the forum was the need to create sustainable models for data preservation and reuse. The explosion in the volume of scientific data entails a need to both determine data selection and preservation procedures and find ways of maintaining access and usability as data management systems change.

Schließlich wurde auf besonders eindringliche Weise die zukünftig noch wichtiger werdende Vermittlungskompetenz der Bibliothekare hingewiesen:

A third theme — the librarian as middleware — was pervasive at the forum. … For the panelists, librarians became “bridges,” “facilitators,” “trusted arbiters,” and “relationship builders,” negotiating not just between people and systems, but also between systems and systems, and between people and people.

Obwohl “Middleware” aus dem Bereich der Grid-Technologie stammt wird es in Sinn einer modernen Informationswissenschaft übertragen gemeint:

Arguably the most important role for librarians as middleware in the escience context, however, is mediation between people and people. (…) “human interoperability is more difficult than technical interoperability.” It requires trust, common vocabulary, and negotiation of values.

Clifford Lynch fasst es treffend zusammen:

In the near future, however, librarians’ support for e-science will most likely be defined by their “middleware” role.

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Mär 11 2009

FH Potsdam hilft Stadtarchiv Köln: Medienreaktionen

Bild aus Archivalia

Ein Lehrstück in praktischer Medienwissenschaft ist die Reaktion auf die kleine Pressemeldung von gestern. Zunächst war die Fachbereichseite im Internet und und das Dekanat per Telefon nicht mehr zu erreichen. Dann gab es Auftrieb der Medienvertreter: Radio (RBB) , Text und Bild (MAZ) interviewten Herrn Post und mich zu unseren Hilfsaktionen.

Es wird wohl heute nachmittag auf Antenne Brandenburg und im InfoRadio des RBB gesendet. Ggf. gibt es den Podocast dazu. Märkische Allgemeine Zeitung wird morgen berichten mit Photo.

Es ist schon beeindruckend, welche Reaktionen ein konkret “fühlbarer” Informationskollaps hervorrufen kann. Der alltägliche Kollaps von Informations-, Bildungs- und Wissensstrukturen ruft bewirkt ja leider nicht so viel. Selbst wenn Wirtschaftsweise gravierende Zahlen warnend veröffentlichen: Deutschland erst auf Platz 15 der internationalen Innovationsskala im Bildungsbereich – trotz des Hypes aller Innovationsförderung. Tendenz fallend. Es fehlen eben die Grundstrukturen des Wissens, das zu Innovation führen kann. Diesen täglichen Einsturz sieht kaum jemand. Es muss erst so symbolische Einstürze geben wie in Weimar und Köln. Dass der Konjunktureinbruch in Amerika auch in Deutschland zu einem Ansturm auf die Bibliotheken führt, ist wohl kaum zu erwarten, weil das deutsche Bibliothekswesen ja schon am Boden liegt.

vgl. letzten Blogeintrag hier.

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Mär 10 2009

Stadtarchiv Köln: FH Potsdam hilft

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Bild: AdHocNews

Pressemeldung der FH Potsdam: (aus dem Web0.0 bzw. 1.0)

Studierende der Fachhochschule Potsdam helfen bei Sicherung der bedrohten Kölner Archivalien

Studierende des Fachbereichs Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam werden in den kommenden Tagen in Köln bei der Rettung der Archivalien des eingestürzten Stadtarchivs behilflich sein. Trotz Semesterferien folgten 30 Studierende umgehend dem Aufruf von Dr. Karin Schwarz, Professorenstellvertreterin im Fachbereich Informationswissenschaften. Zwölf von ihnen werden jetzt nach Köln fahren und die geborgenen Archivalien sichten, sortieren und die entstandenen Schäden feststellen. Sie werden in einem Dreischichtbetrieb rund um die Uhr gemeinsam mit anderen Archivaren und Auszubildenden arbeiten.

Die Archivalien werden von der Einsturzstelle in größere Hallen in Köln transportiert und dort von zahlreichen fachlich versierten Kräften begutachtet. Durchnässte Archivalien lassen sich mittels Gefriertrocknung sichern, andere müssen von Staub befreit werden, manche sind durch die Aufbewahrung in Archivkartons beinahe unversehrt. Es muss jedoch auch mit zerrissenen und zerknüllten Schriftstücken gerechnet werden, deren Zusammenhänge die Studierenden wiederherstellen können.

Der Einsturz des Stadtarchivs Köln hat unter den Lehrenden und Studierenden der Fachhochschule Potsdam persönliche Betroffenheit und Entsetzen ausgelöst. “Wir sind erleichtert darüber, dass zwei Absolventen der FH Potsdam, die im Historischen Archiv der Stadt Köln arbeiten, unversehrt blieben. Aber unsere Trauer und Anteilnahme gilt den Angehörigen des Toten und des Vermissten”, erklärt Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Dekan des Fachbereichs Informationswissenschaften. “Umso mehr hofft der Fachbereich”, so Hobohm weiter, “mit seiner Initiative zur Rettung der Kölner Stadtgeschichte, zur Bewahrung einmaliger, unersetzbarer Dokumente beitragen zu können.”

Ansprechpartnerin für weitergehende Informationen ist Dr. Karin Schwarz (Tel: 0331 580-1528 bzw. E-Mail: ›schwarz(AT)fh-potsdam.de).

In der Presse am 10.3.: Ad Hoc News, am 11.3.: dpa/Potsdamer Neueste Nachrichten S.8 print-Version, Märkische Allgemeine Zeitung.

vgl. auch die Beiträge in diesen Blog am 8.3., am 6.3., am 4.3..

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Mär 08 2009

Köln: Heimsuchung von biblischem Ausmaß

Published by Hans-Christoph Hobohm under Gesellschaft

Bild: Stadt Köln/Feuerwehr

In der Financial Times Deutschland ist heute zu lesen, dass einer der zwei Vermissten Jugendlichen tot geborgen wurde.

In der Fortsetzung des Textes wird Michael Knoche (via dpa) zitiert:

Für Michael Knoche, Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, ist der Verlust des Archivguts in Köln eine “Heimsuchung von biblischem Ausmaß”. Es sei nach dem Elbe-Hochwasser in Dresden und dem Brand seiner Bibliothek innerhalb weniger Jahre ein neuer dramatischer Verlust unserer nationaler Überlieferung, sagte Knoche in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. “Ich habe so das Gefühl, dass die Öffentlichkeit die Katastrophe zwar wahrnimmt, aber noch nicht die Dimension.” Das Unglück sei um ein vielfaches Größer als in Weimar.

Ich kenne Michael Knoche ganz gut (war einer seiner Studenten an der Uni Köln) und schätze ihn als jemanden, der sehr realistisch bleibt und normalerweise nicht zu Übertreibungen neigt. Wenn das Zitat stimmt macht dies tatsächlich bedenklich…

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Mär 06 2009

Blue Shield Statement in support of the Cologne Archives

(Sicher nicht nur) aufgrund meiner Intervention bei IFLA wird es ein Statement des Blue Shield Netzwerkes zum weltweiten Schutz des kulturellen Erbes zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs geben. Dank an Sjoerd Koopman und Claudia Lux!

Laufende Meldungen gehen dort schon ein. Hier ein Auszug des Textes der in Kürze (rückdatiert auf den 5.3.) auf der ICBS Website veröffentlicht wird:

ICBS Statement in support of the Cologne Archives
March 5, 2009

On the afternoon of Tuesday 3 March, the building of the Historic Archive of the city of Cologne in Germany collapsed along with two neighboring buildings. According to news reports, rescue workers are searching for people believed to be missing after the collapse. The building dated from the 1970s and contained some 65,000 original charters as well as valuable collections of maps, images, posters and files.

The International Committee of the Blue Shield conveys its sympathy and support for all those at the Historic Archive of the city of Cologne following this tragic incident.

A selection of News reports on the incident is included below:

In English:
•    CNN
•    BBC

En français:
•    Le Monde
•    Bluewin.ch

Auf Deutsch:
•    Kölner Stadtanzeiger
•    Köln Nachrichten.de

On behalf of the Blue Shield Organization,

Julien Anfruns,
President
International Committee of the Blue Shield (ICBS)

Contact Information: secretariat@icom.museum

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Mär 06 2009

Sixtus zu Recommender Systemen

Der neueste Film des elektrischen Reporters nimmt kritisch und sehr informativ Stellung zu Recommender Systemen: Ende des Mainstreams!? Oder Empfehleritis? Trend zum Großen Empfehlungsbruder und Zustandsmessung a la Twitter? Spannend wie immer.

Der Klappentext zu dem Film

Die Urlaubslektüre, die genau den eigenen Geschmack trifft, das Lied, das perfekt zur augenblicklichen Stimmung passt: Können solche persönlichen Tipps von Computerprogrammen kommen? So genannte Empfehlungsmaschinen wollen für Internetnutzer die Hinweise von Freunden und die Beratung durch Fachhändler ersetzen. Bekanntes Beispiel ist das Online-Kaufhaus Amazon. Musik-Websites kommen kaum noch ohne Empfehlungsmaschinen aus. Solche Software beobachtet das Einkaufs- oder Hörverhalten genau und merkt sich die Vorlieben und Abneigungen der Nutzer. Wie funktioniert das? Die Macher der Musikplattformen Last.fm und Pandora erzählen, wie sie jedem ihrer Nutzer das perfekte persönliche Radio erschaffen wollen.

In eigener Sache: Jakob Voß hatte unlängst einen schön lesbaren Überblickstext zu Empfehlungsdiensten im Handbuch “Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen” (Hgs. Hobohm/Umlauf) geschrieben. (Kap. 9.4.4)

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