Jul 12 2007
Bibliothekswissenschaft und Medienwissenschaft: Meinung des Wissenschaftsrates
Am 25. Mai publizierte der Wissenschaftsrat seine “Empfehlung zur Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften in Deutschland“. Zunächst nichts besonderes, wäre da nicht Methode, Anhang und ein blinder Fleck.
Aber erst einmal der Inhalt: der WR konstatiert, dass von den Kommunikations- und Medienwissenschaften
wesentliche Impulse für ökonomische, technische und kulturelle Entwicklungen unserer Gesellschaft ausgehen und dass umgekehrt der Bedarf seitens Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, vermehrt auf diese Forschungen zurückgreifen [zu] müssen, steigen wird. (S. 10)
weiter wird festgestellt, dass
- die Zahl der Studierenden in diesem Fachgebiet kontinuierlich steigt
- das disziplinäre Feld sich zwar anhand der “Methoden, Gegenstände, Paradigmen, Terminologien und Traditionen” deutlich in drei Hauptrichtungen (Kommunikationswissenschaft, Medientechnologie, Medialitätsforschung) differenzieren lässt, die sich stark gegeneinander abschotten, es aber in der Lehre und im Studienangebot “eine bisweilen sorglose Kombinatorik herrscht” (8).
- “Der Wissenschaftsrat ermutigt die genannten Wissenschaften, gezielt Kooperationen zwischen den drei Ausrichtungen, aber auch mit den jeweiligen Ursprungsdisziplinen, anzustreben.”
- Der WR schlägt Modellcurricula vor (hat es das schon jemals gegeben, dass sich der WR in die Lehre so konkret einmischt?) und empfiehlt neben der stärkeren Integration technologischer Komponenten, den “medialitätswissenschaftlichen” Themenbereich dem Masterabschnitt vorzubehalten [Hoppla: Wolfgang Ernst (s.o.) und Friedrich Kittler ab in den Elfenbeinturm!?]
- Der WR betont, dass medientechnologische Studiengänge teuer sind
- dass der wissenschaftliche Nachwuchs fehlt
- und erinnert an seine Empfehlung, die Durchlässigkeit zwischen den Hochschularten zu erhöhen.
- Er empfiehlt den Internationalisierungsgrad zu erhöhen und
- die Bedeutung dieser Fächer in der Politikberatung ernst zunehmen.
- Als letztes wird sehr intensiv auf die Langzeitarchivierung audiovisueller Quellen für die Disziplinen eingegangen, die Deutsche Nationalbibliothek bemüht und die RVK kritisiert.
Wie gesagt, an sich für den WR nichts besonderes, bis auf zwei, drei “Kleinigkeiten, die konkret mit LIS zu tun haben.



