Jun 04 2007

Und wieder: Bibliotheken rechnen sich

Published by Hans-Christoph Hobohm at 20:51 under Wirtschaft, outcome

Eigentlich ist es unglaublich, wenn es nicht so oft bestätigt würde: der “return on investment” (ROI) in Bibliotheken ist enorm hoch. Ängstlich habe ich die neue Studie, auf die Andreas Mittrowann hinweist, gelesen, und bis jetzt kaum einen ROI-Wert gefunden, der außerhalb der Bereiche 3:1 bis 6:1 wäre.

A benefit-to-cost ratio of 3:1 or better is common among the library valuation studies ALC reviewed. Because this type of economic analysis is commonly used across industries and businesses, it puts libraries into an evaluative framework that permits comparisons with other types of organizations. When this occurs, public ibraries consistently outpace other sectors, such as transportation, health, and education, on the efficient use of tax dollars.

Die Urväter der Outcome-Analyse (Griffiths/King: vgl. mein Themenwiki) bringen ihre Ergebnisse noch deutlicher (mit anderen Methoden) auf den Punkt:

For every $6,448 spent on public libraries from public funding sources (federal, state and local) in Florida, one job was created. For every dollar of public support spent on public libraries in Florida, GRP increased by $9.08. For every dollar of public support for public libraries, income (wages) increased statewide by $12.66.

In ihrer Studie von 1993 hatten sie für Spezialbibliotheken Werte von bis zu 48:1 gefunden, zu lesen: “ein in die Unternehmensbibliothek investierter Dollar bringt dem Unternehmen 48 Dollar Gewinn”.

Die Studie “Worth Their Weight” des Americans for Libraries Council ist aber nicht nur als Sammlung von Ergebnissen von Outcome-Studien zu Öffentlichen Bibliotheken wichtig und lesbar, sondern beinhaltet vielmehr eine wertvolle methodische Analyse, wie denn die For-Profit-Methodologie der Unternehmensberatungen auf den Non-Profit-Sektor der (öffentlichen) Bibliotheken übertragen werden kann. Dazu gibt es eine Reihe von spannenden neuen Ansätzen. Nicht nur von Griffiths und King.

4 responses so far


Create a free edublog to get your own comment avatar (and more!)

4 Responses to “Und wieder: Bibliotheken rechnen sich”

  1.   Meinbrodton 05 Jun 2007 at 8:22

    Bei aller Faszination dieser Erkentnisse und auch in Anbetracht dessen, dass man gegenüber seinen Geldgebern neue und wichtige Argumente für die eigene Einrichtung anbringen kann, frage ich mich manchmal trotzdem manchmal wohin das alles führt, wenn man Bibliotheken nur anhand einer monetären Größe (ROI) bewertet.

    Denn die Daseinsberechtigung von Bibliotheken ergiebt sich hoffentlich nicht nur alleinig daraus.

    Matthias Einbrodt

  2.   Hans-Christoph Hobohmon 05 Jun 2007 at 11:17

    Bitte schauen Sie doch mal in die Studie selber. Dort wird genau das gleiche gesagt und entsprechende Konsequenzen gezogen. In meinem Blogbeitrag ist es natürlich verkürzt. Es ist eben gerade nicht das klassische ROI sondern das SROI (Social …)

  3.   Matthias Einbrodton 05 Jun 2007 at 21:40

    Hallo Herr Hobohm,
    die Maßnahmen und Methoden, um die Wirkungen von pädagogischen, sozialen oder anderen idealistischen oder politischen Zwecke von Bibliotheken zu quantifizieren und in einen Social-ROI umzurechnen, wollte ich nicht unterschlagen. Dennoch fällt mir auf, dass in der Berichterstattung über diese neuen Evaluationsmethoden der Fokus immer auf der monetären Größe liegt und sei es auch nur, dass dieser S-ROI wieder dahin zurück oder umgerechnet wird.

    Daraus und aus anderen Erfahrungen schliesse ich für mich, dass gegenüber dem Unterhaltsträger eine faktische Argumentation pro gewisser sozialer oder pädagogischer Ziele “ganz nett” ist, aber nur dann auch wirklich Überzeugungskraft entwickeln kann, wenn damit verknüpft auch nachgewiesen werden kann, dass derjenige der alles bezahlen muss finanziell gesehen günstig oder günstiger dabei weg kommt. Der Fokus bei der Finanzierung von Einrichtungen der öffentlichen Hand, wird also auch zusehens ein Unternehmerischer. Wenn man ganz hart argumentieren will, könnte man auch sagen, dass dadurch die Idee, solche Einrichtungen aus Gründen des “Allgemeinwohls” (

  4.   Hans-Christoph Hobohmon 06 Jun 2007 at 0:13

    Lieber Herr einbrodt,

    schauen Sie doch bitte mal in die zitierte Studie selber. Dort finden Sie genau die von Ihnen diskutierten Argumente. Sowie den Lösungsansatz dazu.

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply

*
To prove you're a person (not a spam script), type the security word shown in the picture.
Anti-Spam Image