Archive for März, 2007

Mär 29 2007

Publizieren mit Weblogs

Warum publizieren Sie in einem Fachblog

Abb. 15: Frage 1: Warum publizieren Sie in einem Fachblog und nicht in einem anderen Kommunikations- oder Publikationsmedium

Die Diplomarbeit von Heidi Stieger: Fachblogs von und für Bibliothekarinnen: Nutzen und Tendenzen. Mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum (Chur März 2007) in endlich erschienen in den Churer Schriften. Viele Kollegen der “Bloggerszene” haben ja mitgewirkt und mit Spannung auf die zitierfähige Ausgabe gewartet. Leider ist natürlich die Print- oder Quasiprintausgabe etwas im Zeitverzug. Die konkreten Überblicke und empirischen Darstellungen sind deswegen vielleicht nicht mehr ganz valide für das Frühjahr 2007 (die Diplomarbeit wurde im Spätsommer 2006 geschrieben). Dennoch ist es erfrischend, einmal einen systematischen Blick von außen geliefert zu bekommen. Hier gibt es eine Reihe von interessanten Literaturaufarbeitungen aus dem anglo-amerikanischen Raum, die wieder die Differenz spüren lassen.

Interessant die empirische Feststellung, dass die Bloggerinformation inzestuös ist, d.h. sich vornehmlich Quellen aus Blogs und online Medienseiten bedient und nicht aus der Printwelt zitiert. Mit dem vermuteten Ergebnis, dass damit keine neuen Inhalte produziert werden. Die Arbeit selbst belegt an einem Netbib-Beispiel, dass dennoch “neue Inhalte” - allerdings in den Kommentaren - zustande kommen. Hier könnte aber noch analytischer nachgefragt werden.

In der Abbildung oben (Auswertung der Frage: “Warum publizieren Sie in einem Weblog”) wird deutlich, dass Blogs als eine “einfache Publikationsform” verstanden und genutzt werden. Häufig noch in der Freizeit, woraus Heidi Stieger schließt, dass Web2.0 noch als Spielerei und Zeitverschwendung empfunden wird. Deutlich wird aber auch gemacht, dass Weblogs spezifische Publikationsmedien sind, die andere nicht ersetzen, sondern nur ergänzen können. Wesentliche Spezifika sind (ganz Web2.0) die größere Personalisierung: ” ‘Ich’ ist vollkommen normal”

Das Wort „ich“ ist vollkommen normal und keine Ausnahme. Der Autor ist an keine politischen oder wirtschaftlichen Zwänge gebunden und kann sich als Individuum einbringen. Im Gegensatz zur Fachzeitschrift […] sind die Diskussionen im Fachblog […] kontrovers, authentisch und subjektiv. (59)

Für den Fach-Blog spezifisch ist jedoch:

Der Autor ist in der Regel im Hintergrund spürbar […]. Der Grad der Subjektivität ist jedoch verschieden stark. Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Autoren unter ihrem echten Namen agiert. (43)

Damit ist auch im Fachblog eine Autorschaft gewahrt, aber die strenge Verpflichtung zu Objektivität und Seriosität eines Fachartikels gemindert. Das erleichtert mit Sicherheit die öffentliche fachliche Äusserung zusammen mit der Geschwindigkeit des Erscheinens der Publikation.

Das andere wichtige Charakteristikum des Blogs ist die hieran beobachtbare Wiederkehr des Hypertexts und die dazu notwendige Atomisierung der Publikationsthemen. Blogs sind nicht mehr “Inselmedien” der Verlagsprodukte, in denen Hypertextelemente lediglich zur Navigation dienen, sondern Oszillationsmedien.

Bei Weblogs handelt es sich aber um Informations- und Medienseiten, die nicht als Inselmedien, sondern als „Oszillationsmedien“ auftreten […]. Die Inhalte stehen nicht mehr allein für sich da, sondern „entfalten sich um einen Link“, der auf eine andere Seite verweist. Das Netz wird somit als Netz genutzt. Der Link wird zu einem Bestandteil des Beitrages. Es entstehen Texte, die unbegrenzt sind und kein Ende mehr haben. Links sind ein Ausgangspunkt des Schreibens und ergänzen nicht mehr bloss die fertigen Artikel […]. Der Text alleine ist nicht brauchbar, erst das „Aussenrum“ verhilft dem Text zu Wert […]. Durch die Links stehen Nachrichten, Texte und Kommentare in enger Beziehung. Dadurch kann ein neuer Kontext entstehen. (51)

Eben: Weinbergers Theorie des Webs: “Small Things Loosely Joined”.

Lucian Weisel, FIZ Karlsruhe (Vorstandsmitglied der DGI, auf Urlaub in Leipzig), fragte auf dem BID Kongress im Zusammenhang mit der schönen Diplomarbeit von Julia Hinz zu Open Access im LIS Bereich in Deutschland nach der Reputation informationswissenschaftlichen Publizierens in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es ja bei uns (in unseren Fächern) noch nicht einmal eine Verpflichtung für Hochschullehrer zur (wissenschaftlichen) Publikation. Der Anreiz ist ja auch gering: IWP und BFP sind nicht mehr bei ISI im Journal Citation Report und auf JASIS Niveau kommen wir sicher auch wegen der Sprache nicht. Da bleibt eben nur der Blog. ;-) Aber ob dieses Medium der deutschen LIS tatsächlich weiterhilft?

Einerseits. Andererseits ist es aber eben auch die zeitgemäße Form des Publizierens. Warum an der Metapher der gedruckten (und damit zitierfähigen) Seite festhalten, wenn man Blogeinträge mit Permalinks hat? Die Gefahr ist - und darauf weist implizit die Diplomarbeit hin - wenn ein Blog eine unspezifische Themenausrichtung erhält. Je höher die fachliche Spezialisierung, desto erfolgreicher die Blogs. Im klassischen Marketing : die USP. Es handelt sich also bei Blogs auch darum, das schulmeisterliche “Thema verfehlt” zu vermeiden!? Wieder auf der Gradwanderung zwischen Personen- und Sachorientierung.

Nach dem schönen Vortrag von Edlef Stabenau auf dem BID Kongress nun eine weitere fundierte Analyse zu Fachblogs.

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Mär 29 2007

Weizenbaum. Rebel at Work

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5


Film über Joseph Weizenbaum und anschließende Diskussion mit Joseph Weizenbaum und den Filmemachern

Zu einer Potsdampremiere laden der Fachbereich Informationswissenschaften und die Bibliothek der Fachhochschule Potsdam am 10. April 2007 um 17.30 Uhr in das Filmmuseum Potsdam ein. Gezeigt wird der Film „Weizenbaum.Rebel at Work“ über den Grand Old Man der Medienkritik und Kultfigur unter den Informatikern.

In Berlin geboren und in die USA emigriert, wurde Joseph Weizenbaum als Professor am Massachusetts Institute of Technology in den 60ern weltbekannt. Ein verschmitzter Geschichtenerzähler fügt im Film unzählige Anekdoten, Erinnerungen und Einfälle zu einem Gemälde zusammen, das er sein Leben nennt. Wesentliche Szenen des Filmes entstanden in der Fachhochschule Potsdam anlässlich eines Vortrages von Joseph Weizenbaum zum Thema „Die Verantwortung des Einzelnen“ im Oktober 2005.

Joseph Weizenbaum und die in Wien lebenden Filmschaffenden, Silvia Holzinger und Peter Haas, werden sich nach der Vorführung des Films der Diskussion stellen.

Ansprechpartner ist Prof. Dr. Rolf Däßler, Tel: 0331 580-1512, daessler@fh-potsdam.de

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Mär 23 2007

BID Kongress Nachlese

“Information und Ethik”

war das schöne Motto des 3. Leipziger Kongresses für Information und Bibliothek der Bundesvereinigung der deutschen Bibliotheks- und Informationsverbände.

Einzelne eher persönliche Highlights, da man ja auch nicht in allen Sitzungen dabei sein kann.

  • Schirmherr des Kongresses war zum ersten Mal der Bundespräsident
  • mit 2700 Besuchern eine der größten deutschen Informationskonferenzen überhaupt (nach der Cebit natürlich)
  • viele, auch neue Aussteller
  • zum ersten Mal gab es das Konzept eines Gastlandes auf dem Kongress: Dänemark wirkte in der Tat vielfach als Vorbild auch in den Diskusionen am Rande. Lesenswert: der Beitrag von Jens Thorhauge (BuB)
  • das Projekt Bibliothek2007 scheint Erfolge zu zeitigen, aber keiner darf drüber reden, weil der Bundestag (im November) erst darüber debatieren muss: die Enquêtekommission Kultur gibt indirekt die Empfehlung, die kommende Bundestagsdebatte zu unterfüttern mit öffentlicher Unterstützung seitens der Medien
  • Bibliotheken sind beteiligt am Jahr der Geisteswissenschaften!
  • die deutschen Bibliothekare geben sich einen “Code of ethics” (endlich)
  • DBV und BID geben sich ein neues Corporate Design. Blau ist jetzt die Farbe und “Mercedes Benz” die Schrift (letzteres zumindest beim DBV)
  • die Potsdamer Honorarprofessorin Dr. Gabriele Beger wurde zur neuen Vorsitzenden des Deutschen Bibliotheksverbandes gewählt
  • die meist besuchten Veranstaltungen waren Social Software, Nationalizenzen und die Urheberrechtsdebatten
  • eine Reihe von Veranstaltungen waren wegen Überfüllung nicht zugänglich: erstaunlicherweise alle innovativen Themen
  • auf dem zentralen deutschen Informationskongress gab es keinen Internetanschluss: Deutschland Offline
  • die “Neue”: b2i stellt sich unter den Virtuellen Fachbibliotheken zum ersten Mal den Bibliothekaren vor (nach dem ersten öffentlichen Auftritt auf der DGI-Online Tagung im Herbst 2006)
  • der “Neue” hält eine programatische Rede: Michael Seadle, der neue Lehrstuhlinhaber des einzigen deutschen Lehrstuhls für Bibliothekswissenschaft (Humboldt Universität): er nimmt die School of Information Michigan (die Erfinder der IPL) als Vorbild und die Anthroplogie als Leitwissenschaft
  • das “Neue” Buch in der Reihe Bibliotheken der Welt: Vereinigte Staaten ist erstmals am Stand von Bock+Herchen zu sehen und findet reissenden Absatz
  • das zweite Potsdamer Alumni Treffen ist so gut besucht, dass wir uns in der Moritzbastei weitere Tische “requirieren” müssen
  • die FHP Studenten auf Exkursion (gemeinsam mit Kommilitonen der Humboldt Universität) sind aktiv auf allen Ständen der Ausstellung und in allen Vortragssessions dabei: Ergebnisse demnächst in Wikispaces

Mehr Fließtext auf den Seiten des Fachbereichs bzw. im Bildungsklick.

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Mär 23 2007

b2i auf dem BID Kongress

b2i Logo

Das “Wissenschaftsportal” b2i (sprich: bi-tuh-ei) war mit zwei Veranstaltungen auf dem BID Kongress diese Woche vertreten. In der Großveranstaltung am Mittwoch nachmittag, auf der sich eine Reihe mehr oder weniger neuer virtueller Fachbibliotheken aus dem DFG Programm mit Vorträgen präsentierten und mit einem Workshop am Montag, zu dem b2i ca. 20 Bibliotheks- und Informationswissenschaftler eingeladen hatte.

Während ihres Vortrags erwähnte Kristine Hillenkötter, dass die SUB Göttingen sich von dem die ViFa betreuenden SSG veranschiedet, was für die meisten Anwesenden offensichtlich so sehr wie ein Schock wirkte, dass es nach dem Vortrag zu keiner Diskussion kam.

Viel mehr Diskussion gab es während des Workshops, der in erster Linie zu eruieren versuchte, welches konkrete Anforderungen der anvisierten Zielgruppe sein könnten, die über die klassischen DFG-ViFa Angebote hinausgehen. Eine Quintessenz war, dass die anwesenden Wissenschaftler deutlich formulierten, dass sie: - immer - alles - sofort und - im Volltext - kostenlos - haben wollen - und Prioritäten keine gesetzt werden können, da es “jeweils darauf ankommt”…

Scherz beiseite: Jürgen Krause (IZ Sozialwissenschaften) beschrieb die Situation einer “ViFa” “Informationswissenschaften” in seiner charmanten Art:

Da sitzt ihr aber ganz schön in der Klemme…

Die Ergebnissse des ersten Workshops werden auf der Kommunikationsplattfom des Portals präsentiert und diskutiert. Gleichzeitig ist für eine begrenzte Zeit ein erster Testzugang zum Portal freigeschaltet, bei dem Sie in einem Rückmeldeformular dem Projektteam in Potsdam, Berlin, Erlangen und Göttingen Ihre Eindrücke vermitteln können.

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Mär 22 2007

E-Learning bei innoVisions

Das noch recht junge “Zukunftsmagazin der Fraunhofer-IuK-Gruppe” greift in der aktuellen Ausgabe neben IT Sicherheit und E-Energy das Thema E-Learning unter dem Motto “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans am PC” auf.

Zwei Texte, die allerdings nur in der Druckausgabe vorhanden sind, fand ich lesenswert.

Zum einen eine Kolumne von Gunter Dueck, dem Chief Technologist der IBM, bekannt geworden durch seine Kultbücher zur “Empirischen Philosophie der Mensch-Maschine Kommunikation” (vgl. www.omnisophie.com): “Der Ingenieur weiß 90%, E-Learning gibt ihm den Rest” meint er dort durchaus zynisch. E-Learning ist für ihn etwas, das werbemäßig eingepackt ist “Werbeprospekt mit kindhafter Begeisterung vorgelesen”, gespickt mit “langen Erklärungen, wie lange es dauert (geht ganz schnell - Lüge)”, vor allem: “dann kommt der Content, etwas ziemlich Flaches, und schließt mit dümmlichen Kontrollfragen ab, die ich auch vorher hätte beantworten können. Aber auf Grund dieser Trivialantworten bekomme ich nun ein Diplom. Da steh ich nun, ich armer Tor - hier war ich E schon.” Wichtig wäre vielmehr, seiner Meinung nach:

Techies wollen Inspiration, Erkenntnis, Dialog, den neuesten Stand, die Meisterreden, neue Kollegen im Fach und Netzwerkpflege. Sie wollen Zukunftsprognosen diskutieren…

Ein Bericht vom Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart war der zweite Text, der mich begeistert hat. Von dieser Schule wird berichtet, wie dort ein Webportal den Unterricht ergänzt und als virtuelle Schule begleitend eingesetzt wird. Allerdings nicht als klassisches Unterrichtsinstrument: “wir wollen unsere Kinder nicht überfordern. Die sollen neben dem vielen Schulunterricht auch noch spielen können. Die Lehrer haben zwar dadurch ca. 25% Zusatzaufwand …” berichtet der Direktor der Schule. Wichtig ist vor allem die gute Ausstattung mit PCs an der Schule - und die ist ja nach einigen internationalen Studien (bei PISA angefangen) in Deutschland nicht gut. Das Gottlieb-Daimler-Gymnasium weiß allerdings von einer eigenartigen und unerwarteten Erfolgstory zu berichten:

Man kann jedoch nicht verlangen, dass der PC zusätzlich zum Lernerfolg beiträgt. Das kann man noch nicht verlangen.

Aha: Aber was hat sich denn dann durch den massiven Einsatz von PCs und Webportal als Effekt ergeben?

“Die Kinder sitzen sogar Freitag nachnittags noch hier am PC und reden. Die Kinder sind jetzt immer da!” lacht der Direktor

Wieder ein faszinierendens Beispiel für analoge Auswirkungen der Digitalen Welt. Nicht nur, dass kein medium ein anderes ersetzt (Riepls Gesetz), keine “Realität” ersetzt eine andere: vielleicht brauchen digitale Welten den realen Ausgleich am Ort des PC-Pools bzw. der Bibliothek.

innoVisions: Das Magazin erinnert zunächst an das alte GMD Journal - und macht wehmütig. Etwas irritiert schon bald die sehr systematische Aufteilung. Jede Seite ist streng gleichmäßig aufgeteilt und enthält immer einen gleich großen Kasten mit einzelnen Innovationen, die mit einem visuellen Bewertungssystem “Technologie-Radar” von der Redaktion zu Innovationsgrad und Marktreife eingeschätzt werden - daraus wird dann also ein Katalog der Fraunhofer Produkte. Über einen Webkey kann man sich mehr Informationen abrufen von der Magazin Website und landet auf den Sites der beteiligten Institute. So findet man z.B. im Thementeil E-Learning einen viel versprechenden Kasten mit der Überschrift “Ontologische Systeme - Das System denkt mit - wie passive Information zu aktiven Wissen wird”. Der angegebene Webkey leitet den Nutzer schließlich zum Fraunhofer Produkt WebGenesis und dessen Website aus dem Jahre 2003.

Einzelne Features bzw. Kolumnen wie die oben erwähnten lockern den Katalog auf - machen ihn aber dann doch nicht abonnierenswert. Erstaunlich ist allerdings, dass das Magazin sehr breit verbreitet wird und an jedem “gut sortierten” Bahnhofsbuchhandel zu haben ist - manchmal bei Photo manchmal bei Wissenschaft einsortiert….

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Mär 21 2007

Universität 1.0 - Post aus Punjab

Published by Hans-Christoph Hobohm under LIS

Paket aus Pakistan

Ziemlich genau einen Monat hat das Paket mit Bewerbungsunterlagen auf eine LIS Professur an der renommierten University of the Punjab, Lahore, Pakistan gebraucht, um an die FH Potsdam zu gelangen. Leinentuch als Packpapier, genäht und mit schwarzem Siegellack verschlossen. Verbunden mit der freundlichen und ehrenvollen Aufforderung, die beigefügten ca. 1200 Seiten kondensierte Veröffentlichungen eines Pakistanischen Kollegen zu evaluieren im Hinblick auf seine Befähigung die Bibliothekswissenschaft im Professorenamt angemessen zu vertreten. Rückantwort unbedingt nur per Einschreiben als Snailmail. Fax und E-Mail gilt nicht.

Ich danke dem Registrar der University of the Punjab für das entgegengebrachte Vertrauen (und beginne gleich mit der Lektüre, danach darf man das Material der Bibliothek übergeben - “if you so desire”).

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Mär 14 2007

Richtfest Hochschulbibliothek FH Potsdam

der Richtkranz wir gehisst

Volle Ministerriege (Wissenschafts- und Finanz- ) zum Richtfest des neuen Zentralgebäudes der Fachhochschule Potsdam. Es geht voran auf dem Campus. Zunehmend domieren nicht mehr die alten Kasernengebäude, sondern moderne Großbauten. Neben dem Labor- und Werkstattgebäude (zum Betonzertrümmern für die Bauingenieure) entsteht jetzt sichtbar das Zentralgebäude mit Senatssaal, Theater, Foyer, Mensa, zwei Hörsälen und Hochschulbibliothek.

Die Bibliothek zeichnet sich durch verschiedene neue Konzepte aus, die hoffentlich in der Ausführung (trotz Geldmangel) dann doch realisiert - bzw. - zum Leben erweckt - werden können.

  • Integration von Bibliothek und Lernen: Hörsaal in der Mitte der Bibliothek
  • “Integration” von Mitarbeitern und Nutzern: offener Mitarbeitertrakt im Zentrum der Bibliothek
  • Integration von ruhigem Arbeiten und aktiven Zonen

erkennbar die Integration von Hörsälen und Bibliotheksfläche

Der Rektor, als bekennender Bibliotheksnichtbenutzer (Bauingenieur), stellte vor allem das letztere Konzept in seiner Rede anläßlich des Richtfests in Frage. Dem kann man allerdings nur hinzufügen, dass dies in der Tat eine Frage der jetzt offensichtlich von der Hochschule zusätzlich zu finanzierenden Innenaussattung sein wird… und gerade die aktiven Zonen hierbei teuerer werden könnten. Offensichtlich hat es hier auch noch nicht genügend Kommunikation gegeben. Am 18.4. wird es denn ein erstes hochschulinternes Kolloquium der Bibliothekskommission zum Thema geben.

Das Gebäude soll Ende 2008 so langsam fertig werden. Der Umzug der ‘bibliothekslastigen’ Fachbereiche (Sozialwesen und Informationswissenschaften) von bisherigen Standort in Potsdam Mitte - wo sich noch die Bibliothek der FH und die Bibliothek des Informationszentrums Informationswissenschaften befinden - ist frühestens zwei Jahre später möglich, da auf die dem Campus eigentlich vorgesehenen “Annexgebäude” für die verbleibenden Fachbereiche noch nicht in Sicht sind (der Finanzminster hat aber dazu ganz besondere Vorstellungen). Auf dem Campus untergebracht sind schon die Fachbereiche Architektur und Städtebau, Bauingenieurwesen und Design, die lange fast ohne Bibliothek auskommen mussten (und konnten).

Die Lokalpresse berichtet darüber.

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Mär 06 2007

Zum Tode von Jean Baudrillard

Published by Hans-Christoph Hobohm under Allgemeines

Jean Baudrillard, 2001 in Stuttgart

Heute ist Jean Baudrillard gestorben. Einer der letzten großen französischen Philosophen aus den Reihen der in Deutschland von manchen so verschrieenen “Poststrukturalisten”. Eigentlich wie viele seiner philospohischen Zeitgenossen von ganz links kommend, wurde auch er wie z.B. Foucault oder Derrida zunehmend schillernd - im doppelten Wortsinn.

Berühmt und wichtig wurde früh auch bei uns das Bändchen 81 des merve Verlags: “Agonie des Realen” (1978), an das man unter ganz anderer Perspektive heute immer wieder denken kann. In Vielem ist er nicht nur Philosoph und Soziologe gewesen, sondern oft eher Medienwissenschaftler und Semiotiker und insofern für uns interessant.

Das ganze Szenario der öffentlichen Information und alle Medien haben keine andere Aufgabe als die Illusion einer Ereignishaftigkeit bzw. die Illusion der Realität von Einsätzen und der Objektivität von Fakten aufrechtzuerhalten. All diese Ereignisse müssen gegen den Strich gelesen werden oder man muss sich darüber klar werden, dass diese Geschichten […] immer in einer Geschichte der Verzögerung, in einer retardierenden Spirale zu spät ans Licht kommen. Schon lange bevor sie auftauchen, ist ihr Pulver verschossen und ihr Sinn verbraucht. Sie können nur auf dem künstlichen Nährboden der Zeichen gedeihen. In völliger Äquivalenz von größten Widersprüchlichkeiten entbehrt die Abfolge dieser Ereignisse jeder Logik. Sogar ihren Konsequenzen gegenüber verhalten sie sich völlig indifferent […] - auf diese Weise vermittelt jeder aktuelle Film mit einem Schlag den zwielichtig-kitschigen Eindruck eines Oldies und Pornos zugleich - obwohl es jeder weiß, ist niemand bereit es zu akzeptieren. Die Realität der Simulation ist unerträglich […] S. 62f

Diese allgemeine Medienschelte konnte er noch vor relativ genau 30 Jahren so schreiben (”La lutte enchantée ou la flute finale” in: Utopie, n° 15, April 1977). Ob er dies angesichts von YouTube, MySpace und Weblogs auch heute noch mal so geschrieben hätte, kann ich nicht beurteilen. Wenn man versucht, dieses Zitat aus seinem historischen Kontext in unsere Zeit zu beamen, so wirft es noch immer ein Licht auf unsere anders gewordene Medienwelt und auf andere Medien.

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Mär 03 2007

Trendforschung für Bibliotheken

Für mich immer wieder unverständlich, wie man in Zeiten des Umbruchs sich nicht um die Entwicklungen bei der Nutzer- und Kundschaft kümmern kann. Auf einer Exkursion in die Niederlande erfuhren wir schon vor Jahren von der Abteilung Trendforschung der Stadtbibliothek Amsterdam und 2004 legte OCLC seinen in Deutschland kaum rezipierten Environmental Scan 2003 vor. Wo in der Wirtschaft z.B. mit dem Stichwort “Schwache Signale” oder in der Dokumentation in Frankreich mit veille technologique schon lange Umfeld und Zukunftsforschung Thema sind, kommt dies im Bibliothekswesen in Deutschland erst langsam zum Zug: dank Mark Buzinkay mit seinem Marketing Handbuch. Ein Auszug daraus in seinem Blog.

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Mär 02 2007

Neue Professorin am Fachbereich

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Photo von Prof. Dr. Angela Schreyer
Frau Dr. Angela Schreyer ist soeben auf die neugeschaffene Professur für Contentmanagement und Elektronisches Publizieren am Fachbereich Informationswissenschaften berufen worden. Herzlichen Glückwunsch!

Sie war der Hochschule und vor allem auch dem Fachbereich schon seit einigen Jahren verbunden als Leiterin des Informationsmanagements der Hochschule.

Die nun endlich besetzte Professur ist die zweite von drei Professuren, aus einem Sonderprogramm des Landes Brandenburg, um innovative Bereiche im Land besonders zu fördern. Die erste Professur war die von Prof. Dr. Günther Neher mit der Denomination Semantic Web und Webtechnologie. Die dritte zum Bereich Metadaten befindet sich zur Zeit im Berufungsverfahren. Zusammen mit der Heinz-Nixdorf Stiftungsprofessur für Datenvisualisierung, die der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Rolf Däßler bekleidet, sind dann bald die “integativen” Professuren bei uns in der Überzahl.

Aus dem genannten Landesprogramm sind schon eine Reihe spannender Dinge entstanden: der Fachbereich Design hat hier mit sechs neuen Professuren gleich den neuen Studiengang Interface Design geschaffen und das Interaction Design Lab gegründet. (En passant: Hinweis auf die Tagung “Innovationsforum Interaktionsdesign” am 30. und 31. März 2007)

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