Archive for Januar, 2007

Jan 25 2007

OCLC beleuchtet soziale Netzdienste

Der “Membership Report” 2007 von OCLC wird sich mit dem Thema Privacy and Trust beschäftigen, anhand vom MySpace, Facebook oder Xing ähnlichen Diensten. Interessant ist vor allem, dass diesmal in der Erhebung auch Deutschland dabei ist.

The purpose of the research is twofold: to assist librarians in understanding the values and social-networking habits of the people they serve; and to present the origins and history of “privacy” as a core professional value in librarianship.

Die Reihe der “Membership Reports” begann 2004 mit der Furore machenden Studie “Environmental Scan 2003 – pattern recognition” und wurde fortgesetzt mit Themen wie der Gaming Generation oder konkreten (weltweiten) Nutzerbefragungen, zuletzt: College Students’ Persceptions of Library and Information Resources”.

Man kann sich über den Erscheinungstermin der neuen Studie informieren lassen bzw. selber Vorschläge machen oder Anregungen geben. Auf der diesjährigen ALA Midwinter Tagung gab es dazu auch wieder ein Symposium von OCLC, mit dem schönen Titel “Who is watching Your Space“, dessen Beiträge bisher nur als mp3 downloadbar sind. Einer der Sprecher war der unvermeidliche Howard Rheingold:

Howard Rheingold

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Jan 24 2007

Informationsverhaltensstudien in “Information Research”

Information Research liefert nun den dritten Teil der Proceedings der ISIC 2006: the 6th Information Seeking in Context Conference, Sydney, Australia, 19-21 July, 2006. Es ist zwar immer etwas mühselig, die auf verschiedene Hefte verteilten Beiträge in der Zusammenschau zu lesen – aber es lohnt sich. Wie immer sind diesmal auch wieder sehr spannende Fallstudien und Einzelanalysen – z.B. zu Schulbibliotheken, öffentlichen Biblioteheken in Japan oder zu Gesundheitsinformation dabei.

Von den übergreifenden informationswissenschaftlichen Aufsätzen seien hervorgehoben:

Karen Fisher ist eine der Protaginistinnen der ISIC-Forschungstradition – früher unter dem Namen Pettigrew publizierend. Sie ist zusammen mit Sandra Erdelez und Lynne McKechnie die Herausgeberin des allseits überschwenglich gelobten Kompendiums “Theories of Information Behavior” Medford: Information Today, 2005.

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Jan 23 2007

Geisteswissenschaftliche Positionen zur “digitalen Wissensrevolution”

Das geschichtswissenschaftliche Online Journal Zeitenblicke befasst sich in der letzten Ausgabe mit der neuen Praxis digitaler Medien in den und für die Geisteswissenschaften.

Das Stichwort ‘Medien’ hat viele Facetten. Neben der theoretischen Reflexion über die Entwicklung moderner Mediengesellschaften und die Folgen des medialen Umbruchs hat sich in den vergangenen Jahren ein ganz praktischer Umgang mit den digitalen Medien entwickelt, der für unsere traditionellen geisteswissenschaftlichen Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten nicht ohne Folgen geblieben ist.

Neben einem (nicht ganz so überzeugenden) Interview mit dem Bielefelder Wissenschaftssoziologen Peter Weingart und einer Reihe von sehr lesenswerten Analysen, enthält die Ausgabe auch Berichte zu aktuellen Projekten, wie z.B. die folgenden drei, die hier besonders interessieren können:

  • Heike Neuroth / Ralf Stockmann: Kooperative Arbeitsprozesse in Digitalen Bibliotheken am Beispiel des deutsch-russischen Projektes RusDML
  • Susanne Kurz: Evaluierung des bisherigen Verlaufs des Förderschwerpunktes “Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen”
  • Henning Lobin / Claus Leggewie: Der Projektverbund “Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien” am Zentrum für Medien und Interaktivität, Justus-Liebig-Universität Gießen

Von den medienwissenschaftlchen Beiträgen seien hervorgehoben:

  • Michael Schetsche: Die digitale Wissensrevolution – Netzwerkmedien, kultureller Wandel und die neue soziale Wirklichkeit
  • Ulrich Riehm: Elektronisches Publizieren revisited! Anmerkungen zur Verbreitung elektronischer Publikationen, zur Konkurrenz gedruckter und elektronischer Medien sowie zu den strukturellen Veränderungen im Publikationswesen
  • Thomas Stöber: Der Wandel in der wissenschaftlichen Informationsvermittlung: das Beispiel Google Book Search
  • Jakob Voß: Was Wikipedia und die Wissenschaft voneinander lernen können
  • Irmela Schneider: Konzepte von Autorschaft im Übergang von der ‘Gutenberg-’ zur ‘Turing-Galaxis’
  • Stefan Haas: Vom Schreiben in Bildern. Visualität, Narrativität und digitale Medien in den historischen Wissenschaften

Die Texte gehen auf eine Tagung im März 2006 in Köln zurück. Insgesamt nicht nur ein gelungenes Beispiel einer wissenschaftlichen Online Zeitschrift, sondern vor allem auch wirklich wichtige Beiträge zur Diskussion um die “digitale Wissensrevolution”. Gerade in Zeiten des Umbruchs tut genaue Reflexion not. Die Geisteswissenschaftler sind zwar manchmal etwas langsamer, dafür aber intensiver ;-) .

In diesem Zusammenhang sei auf die wunderbare Ausgabe 5,2006 von LIBREAS hingewiesen, die eben falls eher von geisteswissenschaftlicher Seite her das Thema Bibliothekskultur behandelt. (Leider auf der Titelseite falsch verlinkt.) Hier sei vor allem auf die Beiträge von Uwe Jochum und von Claudia Schölders hingewiesen.

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Jan 22 2007

Deutsche Wissenschaftler können plötzlich Chinesisch!

In der InetBib berichtet heute Peter Ahrens von Ex Libris über eine Auswertung der Nutzung im Bereich der Angebote über die DFG Nationallizenzen – im vorliegenden Fall an der UB Düsseldorf. Herausragend ist hierbei die “überaschend” hohe Nutzung der großen chinesischen Volltextdatenbank “China Academic Journals”.

Besonders erwähnenswert unter den NatLis [Nationallizenzen] scheint das “Abschneiden” der Archive “China Academic Journals” (CAJ), die nach Elsevier und ACS (etwa gleichauf mit SPRINGER und WILEY) an Platz drei der absoluten Zahl der OpenURL-Link-requests der ULB Düsseldorf lagen. Insgesamt entfiel etwa 1/6 aller NatLi OpenURL-requests auf die CAJ.

Ebenfalls erstaunt Peter Ahrens die große Nutzung innerhalb der Naturwissenschaften (97% der Nutzung). Die CAJ werden dabei im Übrigen als naturwissenschaftliche Quelle gewertet, obwohl sie beispielsweise auch die “Serie” Informationswissenschaften:

Serie I: Informationswissenschaften
Radio-electronics, Telecommunication Technology, Computer Technology, Automation Technology, Journalism and Media, Publishing Cause, Library and Information Science, Museology, Archive Science

beinhalten, die aber wohl nicht überall im Angebot ist.

Zu bedenken ist aber vor allem, dass es sich vorwiegend um Texte in chinesischer Sprache (teilwiese mit englischem Titel bzw. Abstract) handelt. Nicht der große Anstieg der Nutzung ist m.E. also verwunderlich, sondern die Tatsache, dass deutsche Wissenschaftler plötzlich so sprachbegabt geworden sind.

Die in InetBib von Peter Ahrens aufgeworfenen Fragen, die auch Matthias Kaun von crossasia/Stabi nicht beantworten kann, sind deshalb nur teilweise zielführend.

  • Wie erklärt sich diese unerwartet hohe Nutzung und welche Schlüsse sind daraus zu ziehen ?
  • in wie weit handelt es sich hierbei nur um einmalige Neugier von Nutzern oder feste Titel- und Zugriffs-Muster (z.B. bei Verfügbarkeit englischer Keywords, Abstracts und ggf. Abbildungen) ?
  • Aus welchem Kontext (Datenbank-Sourcen) werden die Angebote am meisten genutzt?
  • Ist die Nutzung an anderen Hochschulen ähnlich hoch und verteilt?
  • Entspricht die Nutzungsverteilung der allgemeinen nach Fakultäten oder gibt es spezifische Abweichungen?
  • Welchen unmittelbaren und nachhaltigen Einfluß hat eine Ankündigung der Verfügbarkeit und Verlinkung?
  • Wie geeignet und praktikabel ist das hier genannte Verfahren für weitere verlags- und institutions-übergreifende Zugriffs-und Trendanalysen?

Müsste nicht vor einer Lizenzierung die Frage stehen, was die Wissenschaftler brauchen? Dass sie, wenn sie bei einer Suche auf “interessante” Titel stoßen, diese auch mal anschauen wollen, ist m.E. verständlich. Die Verantwortung der Bibliothekare und Informationseinkäufer müsste aber doch die sein, dass sie nicht noch weiter zur Informationsflut ihrer Nutzer beitragen. Zumindest sollte vor Einstieg in die Suche deutlich gemacht werden, dass man mit dem was man bekommt nix anfangen kann. (Das Abstract hilft da aber wie wir wissen nur in den seltensten Fällen.)

Also nicht zunächst die Frage, “was bewirkt Open Access”, sondern, “welche Art der Information ist notwendig”. Bitte nicht mehr so viel just in case Bibliothek! Mehr in time oder on demand.

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Jan 22 2007

Petition zu Open Access an die EU Kommission

Published by Hans-Christoph Hobohm under Politik

Die Unterstützer der Budapest Erklärung haben heute eine Mail folgenden Inhalts bekommen:

We are writing to you because you are a signatory to the Budapest Open Access Initiative. As you supported that initiative we are now asking you to support a further one that will encourage the European Commission to take action that will secure vastly increased access to publicly-funded science output.

In the wake of the publication of the report from the “EU Study on the Economic and Technical Evolution of the Scientific Publication Markets of Europe” a consortium of organisations working in the scholarly communication arena is sponsoring a petition to the European Commission to demonstrate support for Open Access and for the recommendations in the report.

Im Folgenden wurde ja die Initiative auch unter dem Stichwort “Berlin declaration” bekannt. Also sollten vielleicht doch recht viele Deutsche Unterstützer unter den Unterschriften sein. Bisher sieht das – nach einem ersten überfliegen – nicht so aus. Zentral ist weiterhin das Argument, dass öffentliche finanzierte Publikationen auch öffentlich zugänglich sein müssen.

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Jan 11 2007

Die Welt bookmarken: MyTagO

Eine prima Geschäftsidee: eigene Barcodes kreieren und auf reale Objekte kleben, um deren Metadaten online zur Verfügung zu stellen: z.B. für Veranstaltungen, Angebote oder Suchanzeigen am Schwarzenbrett der Uni. Und umgekehrt: wer einen MyTagO Tag irgendwo sieht, photographiert ihn einfach und schaut sich dann später im Netz an, was er da eigentlich gesehen hat. So wie man beim Stöbern im Buchladen das Cover schnell photographiert statt sich den Titel oder die ISBN Aufzuschreiben.

Einen Schritt mehr zur Verlagerung von ‘Gedächtnis’ und anderen physischen, ortsgebundenen Aktivitäten in die virtelle Welt: Welt2.0? Bisher sind da noch zuviele Zwischenschritte, aber auch das läßt sich sicher automatiseren. Schönes Beispiel aber für den Einsatz von Metadaten.
Es bleibt zu beobachten, ob sich so etwas durchsetzt.

via LibraryClips

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Jan 09 2007

Informationsgesellschaft Deutschland 2010

iD2010

Endlich wissen wirs: das Ergebnis des IT Gipfels in Potsdam am 18.12.2006 war die seit Anfang 2006 “in Aufbau” befindliche Initiative iD2010. Eine kleine Anfrage im Bundestag hat es kurz vor Weihnachten (also nach dem IT Gipfel) herausgebracht. Die Antwort der Bundesregierung weist keine Spur von informationswissenschaftlicher Trübung auf, trotz Kunz/Rittel, Tauss, Kuhlen u.v.a. Auch die Zivilgesellschaft hat (trotz WSIS und Unterschriftenlisten) keinen Eingang gefunden in das Potsdamer Hasso Plattner Institut im Dezember.
Wie oft wird das Wort Informationsgesellschaft noch missbraucht? Auch hier stimmt weder der Gebrauch von Information (gemeint ist IT) noch der Umgang mit Gesellschaft. Das “hörte” sich damals zu Bangemanns EU Zeiten) zumindest noch besser an. Draus geworden ist ja in Deutschland auch nix.

Interessant bei iD2010 vor allem die jetzt schon (seit 17. März 2006!) dort angegebenen Links und das ausformulierte Mission Statement:

Informationsgesellschaft Deutschland 2010
Ideen, die begeistern.

In Kürze erhalten Sie hier ausführliche Informationen rund um die IKT-Branche.

via Netzpolitik.org

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Jan 05 2007

Ein Viertel der Bibliotheksbenutzer arbeitet nachts

RFID machts möglich

meldet Heise in einem Bericht über die 24 Stunden geöffnete Universitätsbibliothek Karlsruhe. Insgesamt ermöglicht RFID einen Besucherzuwachs um das dreifache.

Die neue 24-Stundenbibliothek der Universität Karlsruhe wird von den Benutzern offenbar sehr geschätzt. Nach Angaben der Schweizer Bibliotheca RFID Library Systems AG ist die Zahl der Besucher im Vergleich zum Vorjahr auf das Dreifache angestiegen. Ein Viertel der Nutzer arbeite inzwischen nachts zwischen 19 und 9 Uhr, zehn Prozent der Nutzung falle auf das Wochenende. Insbesondere am Sonntag würden die zusätzlichen Arbeitsstunden bis spät abends wahrgenommen. Im Vergleich zu samstags gebe es sogar doppelt so viele Besucher. Die jährliche Ausleihzahl von 600.000 Medien ist indes nahezu gleich geblieben.

Seit April vergangenen Jahres ist die Universitätsbibliothek Karlsruhe mit einem RFID-Selbstverbuchungssystem ausgestattet, das sowohl Ausleih- als auch Rückgabevorgänge automatisiert. Inhaber einer Bibliothekskarte können die Bibliothek rund um die Uhr betreten und unter anderem die Fachlesesäle sowie alle elektronischen Dienste nutzen. Mit Büchern verlassen kann man das Gebäude erst, wenn diese zuvor auf dem eigenen Bibliothekskonto verbucht wurden. Damit aus der Bibliothek kein Ort für Studenten-Partys wird, hat die Universität die Campus-Nachtwache inzwischen in das Bibliotheksgebäude verlegt.

Carsten Raddatz meint bei Netzpolitik dazu:

Simple Regel: die Nutzung steigt, wenn man länger öffnet. Anderswo macht man das so, ohne mehr Technik.

Richtig: das ist wirklich wieder ein Problem der missverstandenen Informationsgesellschaft, in der nur die IT als Komponente der Informationsgesellschaft ausgemacht wird.

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Jan 03 2007

Best Practice: NYPL als Businessplan Pate

Zum Jahresbeginn wieder die gleiche Botschaft: die Angebote von Bibliotheken zahlen sich aus! Die New Times berichtete in ihrer Ausgabe vom 16. April 2006 von einer Geschäftidee, die mit Hilfe der New York Public Library nun den Weltmarkt erobert. In der Weihnachtsausgabe 2006 meldet dies der österreichische Standard, was wiederum auch die deutschsprachige Blogosphäre heute erreicht (Library Misstress und ASpB Erfolgsnachweis Liste, Dank und Gruß an Kollegen Plieninger).

Es dreht sich aber nicht nur um den erneuten Nachweis des Werts von Bibliotheken, sondern vor allem um eine wichtige neue Angebotsstrecke bibliothekarischer Dienstleistungen, mit der die Business Zweigstelle SIBL der NYPL offensichtlich viel Erfolg hat. Vor allem das Small Business Resource Centre bietet wichtige Hilfen für Gründer und Geschäftsideen vom Muster Businessplan bis zum Online Tutorial und zum Podcast.

Könnte hier in Potsdam die eine oder andere Businessplan Gruppe im Seminar M9 interessieren!

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