Archive for Oktober, 2006

Okt 17 2006

Potsdam bald Mehrheit im DGI Vorstand

Published by Hans-Christoph Hobohm under FHP Fb5

Die deutsche Dokumentation ist zunehmend in der Hand von Potsdamern :-)

Neben der Präsidentin, der Potsdamer Honorarprofessorin Dr. Gabriele Beger, sind nun mit der Neuwahl des Vorstands zwei weitere Potsdamer “Oberdokumentare”. Frau Karen Falke, Chefin des InformationsZentrums Informationswissenschaft und -praxis war schon seit einiger Zeit im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und -praxis. Neu hinzugekommen ist nun der Potsdamer Bibliothekswissenschaftler Prof. Dr. Stephan Büttner.

Herzlichen Glückwunsch!

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Okt 13 2006

Es werde Licht!

Die gerade gekürten drei Eliteuniversitäten beleuchten ausschließlich den Süden. Ok - im Norden und Osten ist die Sonnenscheindauer in der Tat höher. Da brauchen wir keine Leuchttürme.

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Okt 11 2006

Von Büchern und Bananen

Abschlusspodium der Tagung

Buchwissenschaftliche Forschung – Bestandsaufnahme und Perspektiven

… war das Thema der diesjährigen (14.) Jahrestagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte, die vom 9.-11.10.2006 in der Herzog August Bibliothek stattfand. Arbeitskreis und gastgebende Institution sind ganz ehrwürdige Einrichtungen und dementsprechend konnte man überrascht sein von der Aussage der Anwesenden, die Buchwissenschaft sei eine junge Disziplin.

Es wurde die Anekdote kolportiert, dass Buchwissenschaft von ehrwürdigen Dekanen einer großen deutschen Universität polemisch mit „Bananenwissenschaft“ verglichen wurde: warum sollte es Buchwissenschaft geben und keine Bananenwissenschaft? Das erinnert natürlich an den Vergleich der Bibliothekswissenschaft mit einer vermeintlich nicht existierenden „Krankenhauswissenschaft“, wie er vor Jahren heftig auf dem Kolloquium zur Aufstellung des Masterstudiengangs an der FH Köln diskutiert wurde.

Zu der Tagung mit dem Ziel den „state of the art“ eines Faches mit fünf universitären Standorten in Deutschland zu eruieren, hatten Ursula Rautenberg (Erlangen) und Monika Estermann (Börsenverein, Frankfurt) eingeladen. Weitere Teilnehmer der Tagung waren bekannte Namen aus dem Kontext des Arbeitskreises wie Werner Arnold (HAB), Peter Vodosek (Stuttgart), Thomas Stäcker (HAB), Siegfried Lukatis (Potsdam), Horst Meyer (BBB) und Erdmann Weyrauch (Leipzig) um nur wenige zu nennen. Grundtenor war schließlich, dass es in der Tat noch einer nicht geringen Anstrengung bedarf, bis die Buchwissenschaft als universitäres Fach ihren eigenständigen Diskurs gefunden und sich konsolidiert hat. Als Außenstehendem fiel einem besonders auf, dass nur wenige der Lehrstühle tatsächlich auch in der Diskussion vertreten, bzw. anwesend waren, und dass die Diskussionen sich sehr stark um Abgrenzungen bemühten. Es wurden Lücken identifiziert in der Darstellung des Mediums Buch in den eigenen Reihen, aber vor allem in den Nachbardisziplinen, allen voran den Medienwissenschaften: das Buch der blinde Fleck der Medienwelt? Das „Buch als Kulturgut“ zu zentral? Es konnten aber auch wesentliche konkrete Lücken thematisiert werden in der buchwissenschaftlichen Forschung in Deutschland generell und vor allem im internationalen Vergleich. So war der Beobachter doch immer wieder erstaunt, nicht nur wie sehr Marshall McLuhan immer noch als Diskussionsfolie (abgrenzend) bemüht wurde, sondern vor allem, dass der als Livre & Société bekannte Ansatz der neueren Geschichtswissenschaften um Roger Chartier, Robert Darnton, und Henri-Jean Martin in Deutschland offensichtlich (nach beinahe einem viertel Jahrhundert) immer noch keine forschungsträchtige Wirkung gezeitigt hat. Es mussten sogar immer noch Rudolf Schenda (Volk ohne Buch) und Wolfgang Iser (Akt des Lesens) bemüht werden. Dem gegenüber waren Jan und Aleida Assmann recht wenig präsent in den Inhalten der Diskussion, wenn auch ihre Namen öfter fielen.

Einigkeit bestand implizit in der Feststellung der Tatsache einer gründenden Beziehung zwischen Buch und Bibliothek und damit der gegenseitigen Angewiesenheit von Buch- und Bibliothekswissenschaft. Betont wurde unter anderem der Aspekt der Körperlichkeit des Mediums Buch unter Verweis auf Gérard Genettes Paratext-Ansatz (Georg Stanitzek, Siegen). Aber auch Paul Sängers Thesen zum typographisch bedingten Übergang von Mündlichkeit auf Schriftlichkeit verbunden mit der Entwicklung des stillen Lesens wurden immer noch intensiv diskutiert. Bei der Betrachtung der Konstituenten des Mediums Buch wurde mehrfach – nicht nur abgrenzend – Bezug genommen auf Luhmanns Definitionskonstrukt zum Medienbegriff, in dem er die ein Medium notwendig bedingenden Elemente ‚Formen’ nennt und nach deren Grammatik der Konstituierung fragt. Problem ist hier dann die Frage der Granularität dessen, was das Medium ausmacht. Ist es nur das Beiwerk des Textes (Paratext) oder kommen hier metatextuelle Faktoren (etwa Komponenten des kulturellen Gedächtnisses), intertextuelle Bezüge (Julia Kristeva) oder die Textarbeit als solche (mit den sie konstituierenden, architextuellen Komponenten (Genette)) im Medium Buch trotzdem noch als Formelement vor. Könnte diese Frage etwas genauer gefasst werden, so könnte sich klären, wie das übergeordnete Medium, der Bücher-, oder Medien- oder Wissens-“Haufen“, konstituiert ist, und welche Funktionen ihm zusätzlich zuzuschreiben sind. Dass Bücher wesentliche Funktionen bei der Wissensorganisation und -repräsentation übernehmen, ist offensichtlich unhintergehbare Grundsatzfeststellung.

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Okt 06 2006

Prof. Mittler “nur” noch Bibliothekswissenschaftler

aus der Cimelien Ausstellung zu Ehren Mittler etwas jünger

Am 4. Oktober wurde Prof. Dr. Elmar Mittler mit einem Festakt offiziell verabschiedet von seiner Funktion als ltd. Bibliotheksdirektor der SUB Göttingen. Damit kann er sich auf seine zwei Honorarprofessuren, darunter eine mit der Denomination “Bibliothekswissenschaften”, konzentrieren! (Eine der ganz wenigen Professuren mit diesem Titel - am Ort der ersten Professur für “Bibliotheks(hilfs)wissenschaft” in Deutschland) .) Als eine “seiner” letzten Aktivitäten an der SUB Göttingen wurde am 1.10. ihm zu Ehren eine Ausstellung mit den Zimelien der Bibliothek: “Göttinger Kostbarkeiten” in der Göttinger Pauliner Kirche eröffnet. Ein schönes Beispiel für Bestandsentwicklung:

Das breite Spektrum der Bestände reicht von kostbaren mittelalterlichen Handschriften wie dem Fuldaer Sakramentar von 975, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Göttinger Gutenbergbibel und reich illustrierten Frühdrucken bis hin zu vielen seltenen Büchern, die immer wieder auch mit prächtigen Einbänden versehen sind, und den wissenschaftlichen Nachlässen berühmter Göttinger Gelehrter. Zugleich bietet die Ausstellung einen lebendigen Einblick in die Erwerbungsgeschichte der Bibliothek und zeigt, aus welch unterschiedlichen Quellen die Göttinger Bibliothekare gezielt und systematisch einzelne Titel oder ganze Sammlungen erwarben. [Ausstellungstext - das Bild ist daraus]

Noch vor einem Jahr wurde Prof. Mittler auf der Nestor Konferenz in Göttingen so vorgestellt:

Elmar Mittler ist Professor der Buch- und Bibliothekswissenschaften und Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB), einer der führenden Universitätsbibliotheken Deutschlands. Die SUB ist als Projektleiter oder Teilnehmer an einer Vielzahl deutscher, europäischer und internationaler Projekte im Bereich der Entwicklung “Digitale Bibliothek” beteiligt (Metadaten, Digitalisierung von Zeitschriften, Subject Gateways für Internetressourcen etc.). Elmar Mittler studierte an den Universitäten in Bonn sowie Freiburg/Breisgau und beschloss sein Studium im Jahre 1966. Er war stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek in Freiburg/Breisgau (1970-1974), Direktor der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe (1974-1979) und der Universitätsbibliothek Heidelberg (1979-1990), bevor er 1990 nach Göttingen kam. Elmar Mittler ist Dr. h.c. der Sorbonne, Paris und Honorarprofessor am Institut für Buchwissenschaft der Universität Mainz. Darüber hinaus ist er ehemaliger Präsident von LIBER (Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche).

dem kann man noch hinzufügen, dass er der erste Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Bibliotheksverbände (BDB) war - jetzt BID und eine Reihe von außerordentlich hohen nationalen Ehrungen erhalten hat (Bundesverdienstkreuz uvam.)

Sein Nachfolger Dr. Norbert Lossau konnte ihn auf der Ausstellungseröffnung dann auch schon offiziell begrüßen. Dr. Lossau ist langjähriger aktiver Mitarbeiter der Göttinger Bibliothek gewesen und nun nach Stationen in Oxford und Bielefeld dorthin zurückgekehrt. Wir wünschen beiden viel Erfolg für die Fortsetzung ihrer Arbeiten.

Der idw berichtet ausführlich vom Festakt.

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Okt 06 2006

Bibliotheksvirus auf dem Land

Dorfkirche in Rädigke

Burg Rabenstein

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Die 170 Seelen Gemeinde Rädigke in der Nähe der Burg Rabenstein bekommt endlich eine Bibliothek! Eröffnung am 15.10. - leider hat Angela Merkel abgesagt. Ein phantastisches Beispiel von Eigeninitiative und der Bedeutung des Lesens und des Ortes der Bibliothek im der Gemeinde. Statt ein weiteres Landwirtschaftsmuseum zusammenzutragen, entschied man sich für die Gründung einer aktuellen Bibliothek. Der Ort der Bibliothek: das “community center“, der Ortsgasthof. Einziges Problem: die Multifunktionalität des Raums, denn hier finden wöchentlich die Dorffeste und lokalen Familienfeiern statt.

Der Tagesspiegel bringt heute einen schönen Bericht darüber auf seiner “Dritten Seite”.

Auszug aus dem schon jetzt sehr schönen Webauftritt. Da kriegt man richtig Lust zum Gasthof Moritz zu fahren.

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Okt 04 2006

B2-I auf der Online Tagung

Published by Hans-Christoph Hobohm under LIS, Publikation

Das Wissenschaftsportal b2i: “Buch Bibliotheks Informationswissenschaften” präsentierte sich am 4.10. auf der DGI Online Tagung am Rande der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal der Fachöffentlichkeit der IuD-Szene. Der von mir vorgetragene Werkstattbericht des DFG Projekts (Potsdam/Göttingen/Berlin) wurde angeregt diskutiert im gut besuchten Konferenzsaal: die Resonanz war überaus positiv. Ob sich daraus auch tatsächlich die gewünschten aktiven Kooperationen ergeben, bleibt noch abzuwarten. Interessante Anregungen wurden jedoch schon jetzt gegeben, und es wurde klar, dass diese Virtuelle Fachbibliothek unter dem besonderen Vorzeichen steht, unter informationswissenschaftlichen Gesichtspunkten tatsächlich den state of the art repräsentieren zu müssen. Ob das allerdings sofort realisierbar ist bei dem geringen Umfang der Bordmittel, die die DFG vorgesehen hat, bleibt ebenfalls abzuwarten. Der nächste Werkstattbericht ist vorgesehen für den Leipziger BID Kongress.
(Proceedingstext, Vortragsfolien)

Mehr Kurzberichte von der Tagung und der Buchmesse in den nächsten Postings.

Anmerkung Anfang 2007: das Wissenschaftsportal heißt jetzt b2i und hat demnächst diese URL.

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