Das Ende der Bibliothekswissenschaft

postuliert Ben Kaden in seinem Beitrag in der Festschrift Umstätter. Eine neue Zeitschrift mag auf den ersten Blick sein Argument unterstützen: „Foundations and Trends in Web Science“ im Verlag NOWPublishers, einem jungem Verlag mit interessanter Geschäfts- bzw. Produktidee: „Foundations and Trends®
Im Editorial Board der Zeitschrift findet man eine Reihe durchaus renomierter Namen und Institutionen, die tatsächlich mit dem Thema verbunden sind:

  • Tim Berners-Lee (MIT)
  • Lorrie Cranor (Carnegie Mellon University)
  • Dieter Fensel (DERI)
  • Carole Goble (University of Manchester)
  • Pat Hayes (IHMC)
  • James Hendler (University of Maryland)
  • Arun Iyengar (IBM Research)
  • Craig Knoblock (USC)
  • Ora Lassila (Nokia Research)
  • Cathy Marshall (Microsoft)
  • Ben Shneiderman (University of Maryland)
  • Danny Weitzner (MIT)
  • Yorick Wilks (University of Sheffield)

Das erste Heft im Umfang von 130 Seiten kann einzeln gekauft werden oder als Open Access im Netz oder als pdf gelesen werden:

Volume 1, Issue 1
A Framework for Web Science
By Tim-Berners Lee (MIT), Wendy Hall (University of Southampton), James A. Hendler (Rensselaer Polytechnic University), Kieron O’Hara (University of Southampton), Nigel Shadbolt (University of Southampton) and Daniel J. Weitzner (MIT)
Also available in print as a book. ISBN: 1-933019-33-6 144pp September 2006
List Price $ 90.00 , € 90.00 , £ 60.00. Order here

Nach den vielen Web-Hypes zeugt das „Buch“ in der Tat von einer gewissen wissenschaftlichen Souveränität und Ruhe, die man bei einer neuen Wissenschaftsdisziplin erwartet. Ich würde allerdings im Gegensatz zu Ben Kaden sagen, dass dies nicht die neue Bibliothekswissenschaft ist, bloß weil das „L-Word“ [Library] von Manchen mehr oder weniger hilflos ersetzt wird durch Akronyme oder Modebegriffe. Ich empfinde diesen (ggf.) neuen (?) Ansatz – wenn überhaupt – als eine weitere Wissenschaft in der Familie der Informationswissenschaften (Web Science = „science of decentralised information systems“ beschreiben es die Autoren) und sehe gerade dadurch die Forderung nach einer genuinen Bibliothekswissenschaft mehr noch bestärkt.

(Tipp von Philipp Mayr, IZ Soz/GESIS, via IBWeblog).

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