SLB Potsdam wird Wissensspeicher


Gestern hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Potsdam, dem Standortentwicklungskonzept (SEK) zugestimmt. (Potsdamer Neueste Nachrichten: Grünes Licht für SEK!) Das Land Brandenburg stellt Strukturentwicklung mittels Fördergeldern in Wachstumskernen in Aussicht in einem eigenen Landesinnovationskonzept.
Eine von vier sog. Leitbildebenen ist „Potsdam als Wissensstadt“. Dazu ist beschlossen worden, die Stadt- und Landesbibliothek zum „Wissensspeicher“ auszubauen – vorausgesetzt das Land bzw. EU finanziert. In der Prioritätenliste steht damit die Stadtbibliothek an vierter Stelle der unabdinbaren Maßnahmen. Wichtig ist, dass hier in der Tat der Wert der Bibliothek für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stadtentwicklung betont wird. Die anderen (höherprioritären) Maßnahmen sind ebenfalls Infrastrukturprojekte wie die Anbindung an den Flughafen BBI, die zentrale Trambrücke in der Innenstadt und die „Wissenschaftsbahn“ zwischen Golm und Griebnitzsee.

„Entstehen soll eine Kombination aus klassischer Bibliothek, einem Medienzentrum und Ort der Informationsvermittlung, der Kommunikation und Begegnung in der Stadtmitte („Wissensspeicher“). Inhaltliche Schwerpunkte sind neue Medien, die schulische und betriebliche Aus- und Weiterbildung und die Unterstützung der Wirtschaft im Bereich des Wissensmanagements. Im ersten Schritt soll dazu im Zuge der Sanierung ein Raumangebot für die Transferplattform Wirtschaft – Wissenschaft geschaffen werden. Als öffentlicher Ort der Kultur in der Mitte Potsdams ist die Bibliothek auch Raum für Kommunikation und Integration.“

Vor allem der Punkt „Raumangebot für die Transferplattform Wirtschaft – Wissenschaft“ ist innovativ. (Dank an Complan)

Ob die dringend notwendige Investition in das Gebäude tatsächlich aus dem Altpapierlager (Umlauf) den Ort für Kommunikation und Integration macht, wird zu beobachten sein. Noch wichtiger wäre IMHO die Aufstockung des laufenden Etats.

Zunächst wünschen wir viel Glück für den noch notwendigen Kabinettsbeschluss.

Der ganze betreffende Abschnitt aus dem Konzept:

Maßnahme 4 Wissensspeicher (Stadt- und Landesbibliothek und Raumangebot Transferplattform Wirtschaft – Wissenschaft)

Handlungsbedarf / Ausgangssituation
Für die Stadt- und Landesbibliothek (SLB) in der Potsdamer Mitte ist derzeit ein schlechter baulicher Zustand und eine mangelhafte Ausstattung zu konstatieren. Trotzdem liegt die SLB mit jährlich 330.000 Besuchern und 850.000 Entleihungen an der Spitze der Bibliotheken des Landes. Mit ihren Angeboten unterstreicht die Bibliothek ihren kommunalen Bezug und spiegelt das Gemeinwesen mit seinen vielseitigen Interessen wider. Sie schafft Orte, die eine Begegnung zwischen den Generationen ermöglichen und zur Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt beitragen.
Im Zuge der Überlegungen zur Neugestaltung wird die Bibliothek ein zentraler Bestandteil des Standortes Potsdamer Mitte bleiben. Durch die Standortgunst bestehen Potenziale, die Potsdamer Themen („TTT – Toleranz, Talente, Telekommunikation“) mit den Zukunftsaufgaben Wissen, Kultur und Bildung am Bibliotheksstandort zu bündeln und Kernkompetenzen zu entwickeln.
Dies trifft auf einen von der Wissenschaft und den Hochschulen formulierten Bedarf: Die mangelnde Präsenz der Hochschulen und der Wissenschaft in der Potsdamer Mitte sowie die ausbaufähige Kooperation mit der Wirtschaft an einem repräsentativen Standort.
Zielsetzung
Zielstellung ist die Sanierung und der Ausbau der Stadt- und Landesbibliothek zum Medien-, Informations- und Kommunikationszentrum. Entstehen soll eine Kombination aus klassischer Bibliothek, einem Medienzentrum und Ort der Informationsvermittlung, der Kommunikation und Begegnung in der Stadtmitte („Wissensspeicher“).
Inhaltliche Schwerpunkte sind neue Medien, die schulische und betriebliche Aus- und Weiterbildung und die Unterstützung der Wirtschaft im Bereich des Wissensmanagements. Im ersten Schritt soll dazu im Zuge der Sanierung ein Raumangebot für die Transferplattform Wirtschaft – Wissenschaft geschaffen werden. Als öffentlicher Ort der Kultur in der Mitte Potsdams ist die Bibliothek auch Raum für Kommunikation und Integration. Ein Ausbau dieser integrativen Funktion etwa durch Veranstaltungen ist in Kooperation mit anderen Trägern geplant.
Durch ihre Vielfalt und Ausrichtung hebt sich die SLB deutlich von anderen Standorten ab und betont die regionalwirtschaftliche und landespolitische Bedeutung.

Wirtschaftliche Effekte / Synergieeffekte
Erwartet werden wirtschaftliche Effekte aus den Angeboten in den Schlüsselthemen Bildung, Information und
Kommunikation. Dazu zählen im Einzelnen
– der zentrale schwellenarme Zugang zu Bildung und Informationen,
– die Unterstützung aller Phasen des lebenslangen Lernens,
– Angebote zur schulischen und betrieblichen Ausbildung und Weiterbildung,
– Unterstützung von KMU, Selbständigen und Freiberuflern im Bereich Wissensmanagement und Weiterbildung,
– die Kompetenzvermittlung im Umgang mit neuen Medien.
Synergieeffekte bestehen mit dem Neubau des Landtages in unmittelbarer Nachbarschaft sowie der Maßnahme
6 Transferplattform (s.u.)

Zeitraum
2007- 2009

Kosten
ca. 8.000.000 EUR
Finanzierung
EU-Förderung (EFRE),
in Prüfung

Partner
Land (MWFK)
Stadt

Umsetzungsstand / nächste Schritte
Der Abschluss der Vorplanungen ist für Ende 2006 geplant.
Daraus ergeben sich die nächste Handlungsschritte, insbesondere zur Finanzierung und zu Förderbedarfen.
Ziel: Kabinettsbeschluss 2006

4 thoughts on “SLB Potsdam wird Wissensspeicher

  1. DerKleineDude

    quote: „… Inhaltliche Schwerpunkte sind neue Medien, die schulische und betriebliche Aus- und Weiterbildung und die Unterstützung der Wirtschaft im Bereich des Wissensmanagements. …“ Das sind ja gleich drei Dinge auf einmal. Das geht nun wirklich nicht…?!

    Ich hoffe bei diesem Erneuerungsprozess darf die FHP:ABD auch dabei sein. Währe doch schön, oder? Eine Medienbibliothek nach bestem Wissen und Gewissen ausgestattet und eingerichtet von Experten…

    Bin mal gespannt, ob die Pläne so verwirklicht werden können. Der Anfängliche Enthusiasmus wird ja meist durch chronischen Geldmangel gebremst.

  2. Hans-Christoph Hobohm Post author

    Die SLB ist ja soooo weit weg. Aber wir sollten wirklich mehr dort helfen. Z.B. am Tag der Bibliotheken… vgl. Post im Forum
    Gruß
    HCH

    PS In der Tat sehe ich das Problem, dass hier „nur“ Geld füpr eine einmalige Investitition von außen geholt wird, es aber trotz allem kein Committment der Stadt für die langfristige Unterstützung gibt.

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